Sojus startet ab 2006 von Kourou

Kürzlich wurde der Vertrag geschlossen, der nach jahrelangen Verhandlungen den Start von russischen Sojus-Raketen vom europäischen Weltraumbahnhof besiegelt.

Ein Beitrag von Karl Urban. Quelle: ESA / Russland.ru.

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Start einer bemannten Sojus -Kapsel mithilfe der Sojus -Rakete vom russischen Kosmodrom Baikonur

Am vergangenen Freitag unterzeichneten in Paris Frankreichs Premierminister Jean-Pierre Raffarin und der Vizepremier Russlands Boris Aljoschin den Vertrag zum Start russischer Raketen vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou. Raffarin war der Unterzeichner für die europäische Seite, da der Weltraumbahnhof auf dem französischen Übersee-Departement Französisch-Guyana betrieben wird.
Der geschlossene Vertrag sieht die Errichtung eines neuen Startkomplexes für die etablierte Sojus-Rakete in Kourou vor. Der Bau wird etwa 314 Millionen Euro in Anspruch nehmen.
Sojus ist eine der zuverlässigsten Raketen der Welt. Nicht umsonst starten alle bemannten Raumflüge Russlands seit vielen Jahrzehnten noch von der gleichen Rampe, von der schon 1961 Juri Gagarin startete. Bis heute starten alle bemannten Missionen mit Sojus-Modellen. Insgesamt starteten mehr als 1.680 Flüge dieses Typs, bemannt und unbemannt.
Mit dem letzten Start der etablierten und äußerst erfolgreichen europäischen Rakete Ariane 4 am 15. Februar 2003 verengte sich auch das Angebot für kommerzielle Träger aus Europa: Momentan werden alle Starts des europäischen Trägerunternehmens Arianespace mit der schubstärkeren Ariane 5 durchgeführt. Dies hat zum einen den Nachteil, dass bei kleineren Nutzlasten mehrere Satelliten gleichzeitig gestartet werden, was das Risiko eines Fehlstarts vergrößert und den Start verkompliziert. Zum anderen hängt der Erfolg von Arianespace von nur einem Trägertyp ab. Nach dem Fehlstart einer neuen schubstärkeren Version der Ariane 5 am 11. Dezember 2002 mussten alle Starts für die Rakete mehrere Monate ausgesetzt werden.

Die Verlegung der Sojus nach Kourou bietet also zwei entscheidende Vorteile für europäische Raketenstarts: Mit der Nutzung eines etwas kleineren Trägers wird die europäische Raumfahrt flexibler. Die Abhängigkeit von der Ariane 5 nimmt ab und die Starts kleinerer Nutzlasten wird zum Teil auf die äußerst zuverlässige Sojus übertragen.

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