SpaceShipOne weiter auf Erfolgskurs

SpaceShipOne (SS1) hat am Donnerstag vergangener Woche seinen dritten raketengetriebenen Testflug absolviert. Das Raumflugzeug erreichte dabei eine Höhe von fast 65 Kilometern. Nichts scheint SS1-Konstrukteur Burt Rutan und sein Team noch davon abhalten zu können, den X-Prize in den kommenden Monaten zu gewinnen.

Ein Beitrag von Gero Schmidt. Quelle: none.

Bis Ende letzten Jahres hatte es nur Testflüge gegeben, bei denen SS1 an sein Trägerflugzeug White Knight angekoppelt blieb bzw. von diesem abgeworfen wurde, um dann im Gleitflug zur Erde zurückzukehren.

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SpaceShipOne startet durch (Foto: Scaled.com)

Am 17. Dezember 2003, dem einhundertsten Jahrestag des ersten Motorflugs durch die Gebrüder Wright, war es dann schließlich soweit: Beim ersten raketengetriebenen Flug durchbrach SS1 die Schallmauer und erreichte eine Höhe von ca. 15 Kilometern (es war dies das erste Mal, dass das Durchbrechen der Schallmauer im Rahmen eines privaten, nicht staatlich finanzierten Entwicklungsprogramms gelang).
Unglücklicherweise kam es bei der anschließenden Landung zu einem Unfall, als das Fahrwerk des Raumgleiters auf einer Seite wegknickte und das Gefährt in der Folge auf dem Rumpf von der Landebahn rutschte. Der Pilot, Brian Binnie, blieb unverletzt. Wegen der notwendigen Reparaturen verzögerte sich der nächste Flug, aber auch der langwierige Lizensierungsprozess spielte hier eine Rolle: Scaled Composites musste für anspruchsvollere Tests bei der amerikanischen Luftfahrtbehörde (FAA-Federal Aviation Administration) eine spezielle Lizenz für den experimetellen Betrieb von suborbitalen Raumfahrzeugen beantragen – ein Novum in der amerikanischen Luft- und Raumfahrtgeschichte.

Die Lizenz wurde Anfang April vergeben und Rutan fackelte nicht lange. Am 8. April zündete das Triebwerk des SS1 erneut und katapultierte das Vehikel nach 40 Sekunden Brenndauer mit zweifacher Schallgeschwindigkeit auf eine Maximalhöhe von ca. 30 Kilometern.

Gut einen Monat später ist SS1 nun zum dritten Mal auf seinem Raketenschweif reitend in den Himmel über der Mojavewüste Kaliforniens aufgestiegen und hat dabei seine zuvor selbst gesetzten Bestmarken wieder weit übertroffen. Die erreichte Höhe betrug knapp 65 Kilometer, das sind zwei Drittel der durch die X-Prize-Kriterien vorgegebenen Flughöhe.

Die Maximalgeschwindigkeit lag nach 55 Sekunden Brenndauer des Triebwerks bei Mach 2,5. Es gab kleinere Schwierigkeiten, als während des Fluges der Navgationscomputer ausfiel, doch Testpilot Binnie behielt die Nerven und orientierte sich, indem er ganz einfach aus dem Fenster blickte. Ein Neustart des Computers vor der Landung löste das Problem.

Der X-Prize, der dazu dienen soll, die Entwicklung eines privaten, eigenständigen Raumfahrtsektors zu fördern, ist inzwischen übrigens in Ansari-X-Prize umbenannt worden. Zwei Geschäftsleute diesen Namens haben die X-Prize-Organisation mit einer Millionenspende bedacht und sollen so ausreichend gewürdigt werden.

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