Starkes Radiorauschen im Kosmos entdeckt

NASAs Ballonmission ARCADE findet ein mysteriöses starkes Rauschen im Bereich der Radiowellen mit unbekannter Quelle.

Ein Beitrag von Daniel Schiller. Quelle: NASA.

NASA/ARCADE/Roen Kelly
Künstlerische Darstellung der ARCADE-Mission.
(Bild: NASA/ARCADE/Roen Kelly)

ARCADE steht für Absolute Radiometer for Cosmology, Astrophysics, and Diffuse Emission und wurde bereits im Juli 2006 mit einem Stratosphärenballon in die obersten Schichten unserer Atmosphäre geschickt.

Sein Ziel war, in 36 Kilometern Höhe nach den Wärmesignaturen der ersten Sterne des Universums zu fahnden. Stattdessen hat man in den Daten ein Radiorauschen entdeckt, welches sechsmal stärker ist als erwartet. Die eigentlich gesuchten Signale konnten in dem starken Rauschen nicht nachgewiesen werden.

Schema des tiefgekühlten ARCADE-Instruments zum Auffinden der Wärmesignaturen der ersten Sterne.
(Bild: NASA/ARCADE)

Die Quelle des Rauschens ist noch vollkommen unklar. Frühe Sterne und unsere Milchstraße selbst konnten aber als Quellen ausgeschlossen werden. Die bekannten Radioquellen reichen nicht aus, um das neu entdeckte, starke und weiträumige Rauschen zu erklären.

Das Rauschen macht das Auffinden von Signalen der allerersten Sterne deutlich schwieriger als erwartet, könnte aber dazu dienen, die Entwicklung von Radioquellen besser zu verstehen.

Das ARCADE-Instrument selbst wurde für die Messungen durch flüssiges Helium auf 2,7 Grad Kelvin, die Temperatur der kosmischen Mikrowellenhintergrundstrahlung, tiefgekühlt, so dass seine eigene Wärme die Messungen nicht verfälschen konnte. Bei den Messungen wurden sieben Prozent des Himmels vermessen.

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