Von alten, aktuellen und neuen Mars Orbitern

Astronomen der Bostoner Universität haben bekannt gegeben, dass sich die Mars-Atmosphäre durch den Einfluss der Sonneneinstrahlung ändert. Diese interessanten Erkenntnisse wurden mit Hilfe des altgedienten Mars Global Surveyor gemacht.

Autor: Martin Ollrom & Julian Schlund. Vertont von Julian Schlund.

Eine Darstellung des Mars Global Surveyor im Mars Orbit
(Bild: NASA)

Dies sind die ersten klaren Beweise dafür, dass sich die obere Mars-Atmosphäre durch die Sonneneinstrahlung ändert. Dabei wurde dieses Phänomen bereits im April 2001 beobachtet, als ein Röntgenstrahlenausbruch der Sonne direkt auf die Ionosphäre des Mars traf. Dies ist die Region, in der die ultravioletten- oder Röntgenstrahlen von Atomen und Molekülen absorbiert werden. Die Messungen wurden mit Mars Global Surveyor (MGS) gemacht – einer Raumsonde, die sich bereits seit 1997 im Orbit des Roten Planeten befindet. Um diese Raumsonde wurde es sehr ruhig, nachdem im Jahr 2001 2001 Mars Odyssey am Planeten ankam. Seitdem auch Mars Express im Orbit ist, hört man so gut wie nichts mehr von der Raumsonde, obwohl sie weiterhin ihren Dienst tut und noch immer wertvolle Informationen liefert. Vor allem bei Kartografiermissionen ist Mars Global Surveyor sehr aktiv. Dabei war auch diese Entdeckung eher zufällig. Sie wurde gemacht, als die Sonde Daten zurück zur Erde sendete.

“Am 15. April und 26. April 2001 haben Radiosignale unserer Raumsonde MGS gezeigt, dass die Ionosphäre des Mars ausgesprochen dicht war. Also musste eine Produktion von Elektronen und Ionen stattgefunden haben”, erklärt Michael Mendillo, ein Astronomieprofessor. “Zur gleichen Zeit haben die GOES-Satelliten im Erdorbit einen großen Sonnenausbruch beobachtet und gemerkt, dass die Röntgenstrahlen bereits den Mars erreicht haben müssen”, erklärt Doktor Paul Withers den Zusammenhang. “Auf unserer Suche nach den Gründen für die Atmosphärenänderungen sind wir auf einen stärkeren Sonnenausbruch nur Minuten davor gestoßen.”

Man hat diese Änderungen bemerkt, als die Radiowellen von MGS durch die Mars-Ionosphäre wanderten. Deswegen wollte man nichts übereilen und noch nichts veröffentlichen. Man wollte sicher gehen, dass auch wirklich die Sonne für die Veränderungen verantwortlich war: “Wir mussten sicher gehen, dass die Änderungen in den Radiosignalen nicht durch Zufall entstanden.” MGS beobachtet die Mars-Ionosphäre bereits seit seiner Ankunft am Planeten 1997.

Mars Express kontert
Der europäische Mars Orbiter Mars Express hat nun weitere Beweise gefunden, dass auf der Nachtseite des Mars Auroras auftreten können. Stellen, an denen die Mars-Atmosphäre geladen ist, sind scheinbar besonders bevorzugt. Untersuchungen mit dem ASPERA-Instrument zeigen Strukturen von beschleunigten Elektronen und Ionen über der Nachtseite des Mars. Dies ist identisch zu dem Auroraphänomen auf der Erde.

Eine Darstellung, wie Mars Express die Atmosphäre und Oberfläche untersucht.
(Bild: ESA)

Auroras sieht man bei uns auf der Erde sehr oft in den höheren Breiten. Sie erscheinen nahe dem Pol, wie auch bei den Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Nun scheint sich auch Mars in diese Sammlung einzufügen.

Mars Reconnaissance Orbiter nähert sich seinem Ziel
Am 10. März ist es soweit: Der Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) der NASA zur Erforschung unseres kosmischen Nachbarn wird seine Schubdüsen nach vorne ausrichten und zünden. Nach diesem Bremsmanöver wird er langsam genug sein, um von der Gravitation des Mars in einen Orbit desselbigen befördert zu werden. “Diese Mission wird unser Verständis vom Mars um einiges erweitern, den Weg für die nächsten Robotermissionen in diesem Jahrzehnt ebnen und uns helfen, uns auf bemannte Marsmissionen vorzubereiten”, sagte Doug McCuistion, der Direktor des Mars Exploration Program. “Nicht nur werden die Landungs- und Forschungsregionen des Mars Science Laboratory vom MRO ermittelt, sondern die ersten Stiefel auf dem Mars werden wahrscheinlich an einem der vielen potenziellen Landeregionen staubig, die der Mars Reconnaissance Orbiter überall auf diesem Planeten inspizieren wird.”

Man sieht: Die Mars-Armada ist sehr aktiv und sehr erfolgreich. Sie wird uns in Zukunft auch noch weitere interessante Daten über unseren roten Nachbarplaneten liefern.

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