Warum sich chinesicher Held nicht sehen lässt

Wie das kommunistische Regime Chinas und die Erdumrundung eines Einzelnen zusammenpassen.

Ein Beitrag von Lorenz Zistler. Quelle: Space.com.

Yang Liweis Heimkehr.

Astronaut Yang Liwei, der chinesische Held der Raumfahrt, wird im ganzen Land gefeiert, aber Yang selbst hat sich in den letzten fünf Tagen seit seiner Rückkehr aus dem Weltall nicht blicken lassen. An seiner Stelle wird sein acht Jahre alter Sohn überall in der Presse gezeigt. Die Regierung schweigt sich darüber aus, wann der ältere Yang sich wieder in der Öffentlichkeit zeigen wird, noch begründet sie seine Abwesenheit.
Seine Abwesenheit könnte der Versuch von Seiten der Regierung sein, die personenbezogene Seite dieses Erfolges zu schwächen. Ein Professor für Öffentlichkeitsarbeit an der Universität von Tsinghua in Beijing betonte, dass hinter dem Erfolg ein ganzes Team gestanden sei und die Regierung deshalb nicht eine einzelne Person herausgreifen sollte.

Wobei die Kampagne zur Vermarktung Yang Liweis Minuten nach seinem Start begann, da vorher seine Identität noch geheim gehalten worden war. Das durch diese Kampagnen entworfene Bild von Yang Liwei war ein Bild, dass für eine regierende Partei entworfen wurde, die einen High-Tech-Helden brauchte um ihren Ruf aufzubessern, aber deren Grundlagen darauf basieren, dass die Gruppe mehr zählt als jedes Individuum. So wurde zum Beispiel seine Beförderung zum Kolonel nicht damit begründet, dass er mehr als 21 Stunden im Weltall geflogen war, sondern dass er hervorragend im Team mitgearbeitet habe.

Chinas Raumfahrtprogramm beschäftigt zehntausende von Personen, von denen viele wegen der Geheimhaltung das Rampenlicht nie betreten werden. Laut den Staatsmedien wurde Yang auch aus einer dreiköpfigen Finalistengruppe ausgewählt, somit wäre er jederzeit ersetzbar gewesen. Aber im Gegensatz zur Planung der Regierung erreichte Yang eine nie dagewesene Berühmtheit.

Solch Publicity für eine lebende Person ist beinahe unbekannt in Chinas kommunistischem System. Das letzte Mal, dass ein Chinese solchen Ruhm erlangte, war 1964, dieser galt Qian Sanqiang, der Leiter eines Programms war, das für China die erste Atombombe baute. Ein weiteres Beispiel für seine Berühmtheit ist, dass hohe Beamte aus der Region, aus der er kommt, versuchen, seinen Namen als Markenzeichen eintragen zu lassen.

Deshalb glauben viele Menschen, dass nun sein Sohn diese Aufgaben für ihn übernehmen soll, um den Trubel um seine Person nicht noch weiter anzuheizen.

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