Weltraumforschung beteiligt sich am Kampf gegen Krebs

Technische Verfahren aus der Astronomie können modifiziert und für den Kampf gegen den Krebs eingesetzt werden.

Ein Beitrag von Matthias Müller. Quelle: ESA.

Die ESA-Forschung kann zu besserer medizinischer Ausstattung führen.
(Bild: ESA)

Grundlegende Verfahren, welche benutzt werden, um winzige Planeten im Orbit von Sternen außerhalb unseres Sonnensystems aufzuspüren, wurden weiterentwickelt, um es Wissenschaftlern zu ermöglichen, Zellen in frühen Krebsstadien zu entdecken.
Die enorme Menge an Licht, die ein Stern emittiert, macht es extrem schwierig, einen Planeten in dessen Orbit auszumachen. Eine Technik, die Signale von zwei oder mehr Teleskopen kombiniert, ermöglicht es Astronomen der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA), eine künstliche Sonnenfinsternis zu erstellen, die die Störeffekte des hellen Sternenlichts neutralisiert, sodass dass schwache Licht des Planeten entdeckt werden kann.
Europäische Weltraumforscher haben diese Technik jetzt noch weiter entwickelt und können nun auch die Atmosphäre solcher Planeten studieren.
Die Darwin-Mission der ESA, bei der bis zu 1.000 nahe Sterne untersucht werden sollen, wird eine der ersten, die diese Technik nutzen. Sie wird uns einen Schritt näher an die Antwort auf die Frage bringen, ob wir allein im Universum sind.

Darwins Flotte von Teleskopen sucht nach erdähnlichen Planeten.
(Bild: ESA)

Aber Wissenschaftler in den Niederlanden denken noch an eine andere mögliche Anwendung für dieses revolutionäre Verfahren. Die nationale Forschungsorganisation TNO/TPD hat diese erstaunliche Technik für die medizinische Nutzung entwickelt.

Durch diese Technik erhalten Wissenschaftler Bilder von Haut und Gewebe mit wesentlich höherer Auflösung, als das bisher der Fall war. Das Verfahren wurde schon angewendet, um Veränderungen in Blutgefäßen und der Netzhaut zu untersuchen aber es könnte auch als eine Methode zur frühen Erkennung von krebsartigen Symptomen verwendet werden.

Dies würde nicht das erste Mal sein, dass Weltraumtechnologie im Kampf gegen den Krebs zum Einsatz kommt. Ein ursprünglich von europäischen Wissenschaftlern entwickeltes Computerprogramm zum Auffinden von Quellen von Röntgenstrahlen tief im Weltall wurde modifiziert, um ein computergestütztes Früherkennungssystem für Hautgeschwulste u.ä. zu produzieren.

Die Original-Software wurde benutzt, um Hintergrundrauschen in Signalen, die aus dem Weltraum kommen, zu unterdrücken und schwächere Signale, die von den Überresten von Supernovaexplosionen ausgesandt werden, zu entdecken.

Hier auf der Erde kann die Oberfläche einer Hautprobe gescannt und 10-fach vergrößert werden. Das Computerprogramm sucht dann die winzigsten Farbvariationen heraus. Es ermöglicht Wissenschaftlern, Unregelmäßigkeiten und Anomalien, die auf bösartige Geschwulste hindeuten, viel klarer zu erkennen.

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