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Autor: Thomas Weyrauch / 14. September 2014, 07:21 Uhr

Ariane 5 transportiert MEASAT 3b und Optus 10 ins All

Am 11. September 2014 um 22:05 Uhr UTC startete vom europäischen Raumfahrtzentrum Kourou in Französisch-Guayana eine Ariane-5-Trägerrakete mit zwei Kommunikationssatelliten an Bord. Die Raumfahrzeuge waren nach etwas über einer halben Stunde Flug erfolgreich ausgesetzt.

Quelle: Airbus Space and Defence, Arianespace, Measat, Optus, Space Systems/Lora
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ESA/CNES/Arianespace/CSG

Bild vergrößernStart der Ariane 5 VA218
(Bild: ESA/CNES/Arianespace/CSG)
Verwendet wurde beim vierten Ariane-Flug 2014 eine Ariane-5-ECA aus dem Produktionslos PB, die 44 Minuten nach Öffnung des Startfensters von der Startrampe ELA-3 abhob. Transportiert wurden bei der Mission VA218 die Kommunikationssatelliten MEASAT 3b (Masse beim Start 5.897 Kilogramm lt. Airbus Space and Defence) und Optus 10 (Startmasse 3.270 Kilogramm lt. Airbus Space and Defence). Anvisiert wurde für die auszusetzenden Satelliten ein Transferorbit mit einem Perigäum, dem der Erde nächsten Bahnpunkt, von rund 249,8 Kilometern über der Erde, einem Apogäum, dem erdfernsten Bahnpunkt, von rund 35.746 Kilometern über der Erde und mit einer Neigung von 6 Grad gegen den Erdäquator

ESA/CNES/Arianespace/CSG

Bild vergrößernMEASAT 3b in geöffnetem Transportcontainer in Kourou
(Bild: ESA/CNES/Arianespace/CSG)
Beide Satelliten waren beim Flug durch die Atmosphäre zusammen unter einer 17 Meter hohen Nutzlastverkleidung mit einer Masse von rund 2.400 Kilogramm untergebracht. MEASAT 3b wurde dann rund 27 Minuten nach dem Abheben als erster der Satelliten ausgesetzt, er saß zuoberst auf der 6,4 Meter hohen Nutzlaststruktur Sylda 5 A (Sylda ist die Abkürzung von "Système de Lancement Double Ariane", Ariane-Doppelstartvorrichtung). Nach Abstoßen der Sylda 5 wurde Optus 10 nach 34 Minuten Gesamtflugzeit freigegeben.

Die zwei im Regelbetrieb dreiachsstabilisierten Kommunikationssatelliten werden aus dem Geotransferorbit mit eigenen Antrieben den Geostationären Orbit ansteuern. MEASAT 3b wird dafür sein mit MMH und MON-3 betriebenes Apogäums-Triebwerk verwenden, Optus 10 wird sein 455-Newton-Triebwerk, das ebenfalls MMH als Treibstoff und MON-3 als Oxidator benutzt, ab dem 12. September 2014 dafür mehrfach zünden.

Airbus Defence and Space

Bild vergrößernMEASAT 3b im All - Illustration
(Bild: Airbus Defence and Space)
MEASAT 3b wurde von Airbus Defence and Space bzw. Astrium gebaut, basiert auf der Eurostar E3000-Plattform und wird modernster und größter Satellit seines künftigen Betreibers. Der Satellit wurde für MEASAT Satellite Systems Sdn. Bhd. aus Kuala Lumpur, Malaysia gebaut, die ihn bei einer Position von 91,5 Grad Ost im Geostationären Orbit in Kolokation mit MEASAT 3 und MEASAT 3a einsetzen will. Vor Aufnahme des Regelbetriebs zur Direktübertragung von Fernsehprogrammen und der Bereitstellung von Datenverbindungen soll MEASAT 3b rund einen Monat auf seiner Umlaufbahn um die Erde intensiv getestet werden.

ESA/CNES/Arianespace/CSG

Bild vergrößernOtpus 10 in geöffnetem Transportcontainer in Kourou
(Bild: ESA/CNES/Arianespace/CSG)
Mit seinen 48 Ku-Band-Transpondern mit einer Bandbreite von 36 MHz und den 130 Watt starken Wanderfeldröhrenverstärkern (TWTAs, travelling wave tube amplifiers) kann MEASAT 3b Australien, den indischen Subkontinent, Indonesien und Malaysia bedienen. Seine vorgesehene Standzeit im Orbit beträgt mindestens 15 Jahre. MEASAT 3b hat einen Hauptkörper mit den Abmessungen von 6,66 x 2,35 x 2,82 Meter. Mit den beiden entfalteten Solarzellenauslegern erreicht der Satellit eine Spannweite von 39,4 Meter. Die Ausleger können zusammen über 16 Kilowatt elektrische Leistung erzeugen. Der Speicherung an Bord dienen zwei Lithiumionen-Akkumulatorensätze.

Optus 10 soll die bereits länger im All befindlichen Satelliten seines künftigen Betreibers an einer Position bei 164 Grad Ost im Geostationären Orbit ergänzen und Redundanzen bereitstellen. Der in Sydney ansässige Satellitenbetreiber SingTel Optus aus Australien wird den Satelliten einsetzen, um Australien, Neuseeland und Gebiete in der Antarktis insbesondere mit direkt ausgestrahlten Fernsehprogrammen, Anbindungen an das Internet sowie Telefon- und Datenverbindungen zu bedienen. Der auf dem LS-1300-Bus von Space Systems/Loral (SS/L) basierende Optus 10 besitzt 24 Ku-Band-Transponder. Das mit 133 Watt leistenden Wanderfeldröhrenverstärkern ausgestattete Raumfahrzeug soll ebenfalls eine Lebensdauer von mindestens 15 Jahren erreichen.

Space Systems/Loral (SS/L)

Bild vergrößernOptus 10 im All - Illustration
(Bild: Space Systems/Loral (SS/L))
Die Abmessungen des Grundkörpers von Optus 10 betragen 5,1 x 3,1 x 3,1 Meter. Mit ausgefalteten Solarzellenauslegern besitzt Optus 10 eine Spannweite von 24,73 Metern. Die jeweils aus drei Elementen bestehenden Ausleger sollen bei Nutzungsende zusammen noch 7.535 Watt elektrische Leistung generieren können. Sie wurden nach Angaben des Satellitenherstellers am 12. September 2014 erfolgreich entfaltet. Die von ihnen erzeugte elektrische Energie kann unter anderem zum Betrieb der elektrischen Triebwerke zur Lageregelung, mit der Optus 10 ausgerüstet wurde, verwendet werden.

VA218 war die 61. erfolgreiche Ariane-5-Mission in Folge. Bei der Mission wurde bei einer Startmasse von rund 774,4 Tonnen eine Gesamtnutzlast von 10.088 Kilogramm transportiert, von denen lt. Arianespace 9.157 Kilogramm auf die beiden Satelliten entfielen.

Die Objekte, die nach dem Start Umlaufbahnen um die Erde erreichten, sind wie folgt katalogisiert:
  • MEASAT 3b NORAD Nr. 40.146 Objekt Nr. 2014-054A
  • Optus 10 NORAD Nr. 40.147 Objekt Nr. 2014-054B
  • Oberstufe NORAD Nr. 40.148 Objekt Nr. 2014-054C
  • Nutzlaststruktur NORAD Nr. 40.149 Objekt Nr. 2014-054D
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