Zweite Chance für Galileo-Satelliten
Zweite Chance für Galileo-Satelliten
Raumfahrt-Meldungen
Astronomie-Meldungen
Kurzmeldungen
News-Übersicht
News-Archiv
Alle Meldungen
RSS-Newsfeed
InSpace Magazin

Vierzehntäglich aktuelle Berichte und Meldungen via E-Mail

Autor: Thomas Weyrauch / 16. Juli 2011, 13:44 Uhr

Proton-Doppelstart mit KazSat 2 und SES 3

Am 16. Juli 2011 brachte eine Proton-M-Rakete mit Breeze-M-Oberstufe Satelliten für die Republik Kasachstan und den Kommunikationssatellitenbetreiber SES World Skies von Baikonur in Kasachstan aus in den Weltraum.

Quelle: Chrunitschew, ILS, Raumfahrer.net, SES
Druckansicht RSS Newsfeed
Roskosmos

Bild vergrößernProton-M mit KazSat 2 und SES 3 auf der Startrampe
(Bild: Roskosmos)
Chrunitschew

Bild vergrößernProton-M-Start am 16. Juli 2011
(Bild: Chrunitschew)
Der zweite Flug einer Proton-M im Jahr 2011 begann um 01:16 Uhr MESZ am 16. Juli 2011 mit der Zündung der sechs mit flüssigem unsymmetrischen Dimetyhlhydrazin (UDMH) und Stickstofftetroxid (N2O4) betriebenen Haupttriebwerke der ersten Stufe auf der Rampe der Startanlage Startplatz 200/39. Nicht ganz zwei Sekunden nach der Zündung hob die von Chrunitschew in Russland gebaute und für kommerzielle Kunden von International Launch Services (ILS) vermarktete Proton-M mit KazSat 2 und SES 3 unter der Nutzlastverkleidung ab. Die drei Stufen der Proton-M brachten die aus der Oberstufe Breeze-M und der Nutzlast bestehende Orbitaleinheit auf eine Bahn, die durch eine erste Zündung der auch von Chrunitschew konstruierten und ebenfalls mit UDMH und N2O4 arbeitenden Breeze-M-Oberstufe in einen Parkorbit mit einem Perigäum, dem der Erde nächstliegenden Bahnpunkt, von etwas mehr als 132 Kilometern und einem Apogäum, dem von der Erde am weitesten entfernten Bahnpunkt, von rund 272 Kilometern über der Erde verwandelt wurde.

Orbital Sciences Corporation (OSC)

Bild vergrößernSES 3 beim Hersteller
(Bild: Orbital Sciences Corporation (OSC))
Orbital Sciences Corporation (OSC)

Bild vergrößernSES 3 über der Erde - Illustration
(Bild: Orbital Sciences Corporation (OSC))
In der Folge sorgten weitere Brennphasen der Oberstufe für zusätzlichen Vortrieb und weitere Bahnanhebungen. Nach Abschluss der fünften Brennphase der Oberstufe wurde SES 3 gegen 09:17 Uhr MESZ acht Stunden und eine Minute nach dem Start in einem Geotransferorbit (GTO) mit einem Perigäum von rund 3.655 Kilometern und einem Apogäum von rund 35.758 Kilometern über der Erde ausgesetzt. Eine sechste Brennphase der Oberstufe folgte, und schließlich konnte KazSat 2 gegen 10:40 Uhr MESZ neun Stunden und 24 Minuten nach dem Start ausgesetzt werden. Er gelangte auf eine Bahn mit einem Perigäum von rund 35.201 Kilometern und einem Apogäum von 35.767 Kilometern über der Erde. SES 3 wird die Orbitzirkularisierung und Positionierung im Geostationären Orbit in den kommenden Tagen mit seinem eigenen Haupttriebwerk bewerkstelligen. KazSat 2, der nicht mit einem starken Apogäumsmotor ausgerüstet ist, befindet sich als Ergebnis der sechsten Brennphase der Breeze-M bereits auf einen annähernd geosynchronen Orbit.

Der Kommunikationssatellit SES 3 brachte 3.150 Kilogramm Startgewicht auf die Waage. Mit elektrischer Energie versorgt wird SES 3 über zwei Solarzellenausleger, die zusammen rund 5 kW elektrische Leistung generieren können, um die raumflugtechnischen Systeme des Satelliten und seine Kommunikationsnutzlast zu versorgen. Letztere besteht aus 24 Ku-Band- und 24 C-Band-Transpondern. Über sie will SES World Skies Nutzer in den USA mit verschiedenen Video-, Sparch- und Datendiensten versorgen. In dieser Funktion wird SES 3 Mitte 2012 Nachfolger des seit dem 8. September 1996 im All befindlichen AMC 1 an der Position von 103 Grad West im Geostationären Orbit. SES 3 wurde von der Orbital Sciences Corporation (OSC) basierend auf dem STAR-2.4E-Bus konstruiert. Er ist der dritte Satellit einer neuen Serie von Raumfahrzeugen, den der Hersteller aus Dulles im US-amerikanischen Bundesstaat Virginia für SES baute, der 29. Satellit der Flotte von SES World Skies insgesamt, und der 40. Satellit für den Mutterkonzern SES.

Spacecenter Southern

Bild vergrößernKazSat 2 in Baikonur
(Bild: Spacecenter Southern)
Chrunitschew

Bild vergrößernKazSat 2 - Illustration
(Bild: Chrunitschew)
KazSat 2 basiert auf der russischen Jachta-Plattform, bei der die Satellitenkomponenten um eine zylinderförmige, lasttragende Struktur herum montiert sind, welche den Doppelstart mit unmittelbar aufgesetzten SES 3 ermöglichte, und ist der zweite vom russischen Raumfahrtkonzern Chruntischew für den kasachischen Betreiber gebaute Kommunikationssatellit. Bei seiner immer wieder unter Verzögerungen leidenden Herstellung wurden im Gegensatz zu der seines gescheiterten Vorgängers KazSat 1 in größerem Maße Komponenten und Geräte aus Westeuropa verwendet. Sensoren zur Positionsbestimmung und Anlagen zur Ermittlung der Bewegungen des Satelliten wurden von EADS Astrium bzw. von Tochterunternehmen des Konzerns beigesteuert. Auch die Kommunikationsnutzlast mit einer Masse von 215 Kilogramm hat westeuropäische Ursprünge, hier half wie schon bei KazSat 1 Thales Alenia Space. Die Kommunikationsnutzlast von KazSat 2 besteht aus 20 C-Band-Transpondern, von denen 16 gleichzeitig betrieben werden sollen, und vier als Reserve dienen. Sie hat einen Strombedarf von rund 1,8 Kilowatt. Die Versorgung der Satellitensysteme mit elektrischem Strom übernehmen zwei Solarzellenausleger. Der beim Start 1.272 Kilogramm schwere KazSat 2 hat eine angestrebte Gesamtlebensdauer von 14,5 Jahren. Um Kunden in Kasachstan und Zentralasien mit einer Reihe von Telekommunikationsdiensten zu versorgen, wird er an einer Position von 86,5 Grad Ost im Geostationären Orbit stationiert werden. Bestellt hatte Kasachstan den Satelliten als Ergänzung zu KazSat 1 bei Chruntischew im Jahre 2006, damals wurde mit einem Start von KazSat 2 im Jahre 2009 gerechnet. Für die Programmverzögerungen hat der russische Hersteller nach Angaben des Leiters der kasachischen nationalen Raumfahrtbehörde und ehemaligen Kosmonauten Talgat Mussabajew an Kasachstan umfangreiche Kompensationszahlungen geleistet.

Die Gesamtstartmasse der 58,2 Meter hohen Proton-M mit der Seriennummer 935-18 betrug zusammen mit den beiden Satelliten an Bord rund 705 Tonnen.

Verwandte Meldungen:
Raumcon:
Twitter: @Raumfahrer_netFacebook Seite Dieser Beitrag ist mir etwas wert: Flattr? | Spenden
 
Navigation
Anzeige
Anzeige

SPACE 2019

Info
Space SF

Nach oben Anzeige - Omegon Teleskop N 76/700 © Raumfahrer Net e.V. 2001-2018