Cassini spielt Hubble

Ein Bild von Cassini zeigt ausnahmsweise mal keinen spektakulären Anblick aus dem Saturnsystem, sondern Myriaden von Sternen.

Ein Beitrag von Axel Orth. Quelle: NASA.

NASA/JPL
Der Carinanebel in einer Aufnahme von Cassini .
(Bild: NASA/JPL)

Dieses Bild kam zu Stande, als Cassini kurz ihren Blick von Saturn und seinen Ringen und Monden abwandte, um den Carinanebel zu bewundern, eine helle, mehr als 200 Lichtjahre durchmessende Region in 8.000 Lichtjahren Entfernung von unserem Sonnensystem. Nahezu jeder Lichtpunkt in diesem Bild ist ein Stern unserer eigenen Galaxis, der Milchstraße.

Der Carina-Nebel ist eine Region aus Staub und Gas, die im Ultravioletten glühend erscheint vom Licht heller, heißer und extrem schwerer junger Sterne in ihr. Dunklere Regionen dieser Szene sind nun beileibe keine sternfreien Zonen; es handelt sich vielmehr um dichte Staubwolken, die das Licht der dahinter liegenden Sterne abblocken.

Das Bild wurde mit Cassinis Weitwinkelkamera im sichtbaren Licht aufgenommen. Die Belichtungszeit betrug 68 Sekunden. Cassini nimmt Bilder wie dieses von Zeit zu Zeit zu profanen Kalibrierungszwecken auf. Kalibrierungsbilder sind zwar selten von wissenschaftlichem Interesse. Dieses eine Bild unterstreicht aber immerhin Cassinis Bedeutung als das am weitesten entfernte astronomische Observatorium, das wir je in den Weltraum gebracht haben – unsere Augen im Kosmos, 1,6 Milliarden Kilometer von uns entfernt. Natürlich sind selbst die allernächsten Sterne derart weit von uns entfernt, dass ein, zwei Milliarden Kilometer mehr oder weniger auch keine Rolle mehr spielen und Cassini somit nicht wirklich als ernsthafte Konkurrenz für Hubble & Co. zu betrachten ist.

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