Electron startet Erdbeobachtungssatelliten

Eine Electron-Rakete des neuseeländisch-amerikanische Startanbieters Rocketlab hat am 22. März 2021 um 23:30 Uhr deutscher Zeit erfolgreich einen Erdbeobachtungssatelliten des US-amerikanischen Unternehmens BlackSky sowie fünf weitere kleinere Satelliten gestartet.

Quelle: RocketLab.

Das Missionspatch mit Missionsbezeichnung und Startnummer. Die 100+ steht für die Gesamtanzahl an transportierten Nutzlasten, welche mit diesem Flug die Grenze von 100 Stück überschritten hat.
(Bild: RocketLab)

Der Start erfolgte von der LC-1-Startrampe des Unternehmens in Mahia Peninsula auf der Nordinsel Neuseelands. Dabei handelt es sich um den einzigen aktiven Startkomplex auf der Südhalbkugel der Erde. Wie bei RocketLab üblich erhielt die Mission eine Eigenbezeichnung, in diesem Fall „They Go Up So Fast“. Nachdem die erste und zweite Stufe ihren Dienst getan hatten übernahm die Photon-Kickstufe nach einer Coasting-Phase den Einschuss der Nutzlasten in den Orbit.

Bei der Photon-Kickstufe handelt es sich um keine konventionelle Raketenstufe: Durch eine eigene interne Stromversorgung, Instrumente zur Lageregelung und strahlungstoleranter Avionik kann sie für diverse Nutzlasten als Satellitenbus dienen. In dieser Funktion soll sie auch später dieses Jahr bei einer NASA-Mission in einer Mondumlaufbahn (Capstone) eingesetzt werden.

Der heutige Einsatz der Kickstufe wurde daher auch genutzt, verschiedene dafür nötige Technik, unter anderem das Strommanagement und thermische Steuerung, die Fähigkeit für Langstrecken-Funk, ein verbessertes Lagereglungssystem (auch RCS genannt, Reaction Control System) sowie Sonnen- und Sternsensoren zu testen. Zu diesem Zweck wird die Photon-Stufe, die bei dieser Mission die Eigenbezeichnung Pathstone führt, nach dem Aussetzen der letzten Nutzlast in einem 450-Kilometer-Orbit verbleiben. Zuvor wurden bereits die anderen fünf Nutzlasten erfolgreich in einem runden 550-Kilometer-Orbit abgesetzt.

Electron hebt -trotz mäßigem Wetter- pünktlich ab.
(Bild: RocketLab)

Hauptnutzlast war der eingangs erwähnte Erdbeobachtungssatellit Global-9 (der Betreiber nennt auch die Bezeichnung BlackSky-7, da es der siebte gestartete Satellit der Konstellation ist) des Unternehmens BlackSky mit einem Gewicht von 56 Kilogramm. Ferner waren zwei IoT-Nanosatelliten (Internet of Things) für die Unternehmen Fleet Space und Myriota, ein Technologie-Demonstrations-Satellit der University of New South Wales (Australien), der in Zusammenarbeit mit der königlich-australischen Luftwaffe entstanden ist, ein Cubesat zur Wetterüberwachung des Unternehmens Care Weather Technologies sowie ein Cubesat (ebenfalls Technologiedemonstrator) des SMDC (Space and Missile Defense Command, das Weltraum- und Raketenverteidigungskommando des US-amerikanische Heers) an Bord.

Für RocketLab ist es der zweite Start dieses Jahr und der neunzehnte insgesamt. Wie das Unternehmen nach dem Start ankündigte, soll der nächste bereits in den kommenden Wochen folgen.

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