ENVISAT: Plankton wird aus 800 Kilometern Höhe erforscht

Der erst im März 2002 gestartete europäische Umweltsatellit Envisat beobachtet erstmals Mikroorganismen aus dem Erdorbit.

Ein Beitrag von Karl Urban. Quelle: ESA.

Phytoplankton (hellblau) vor der kanadischen Küste, beobachtet vom Instrument MERIS des ESA-Umweltsatelliten Envisat
(Bild: ESA)
Phytoplankton (hellblau) vor der kanadischen Küste, beobachtet vom Instrument MERIS des ESA-Umweltsatelliten Envisat
(Bild: ESA)

Aus 800 Kilometern Höhe ist für den größten europäischen Umweltsatelliten Envisat das möglich zu sehen, was nicht einmal ein Mensch einzeln mit bloßem Auge erkennen kann: Phytoplankton.

Jedoch sucht Envisat nicht nach einzelnen sondern nach großen Schärmen des Mikroorganismus’, der die Weltmeere bevölkert. Das Instrument Medium Resolution Imaging Spectrometer (MERIS) des Satelliten ist ein Sensor, der im vergangenen Sommer im Nordatlantik vor der Kanadischen Küste nach dem Phytoplankton Ausschau hielt und atemberaubende Bilder machte.

Der im Bild hellblaue Bereich ist ein über 300 mal 200 Kilometer großer Bereich, der von Phytoplankton bevölkert wird. Dies sind kleine Wasser-Organismen, die die Grundlage der Nahrungskette der Meere bilden. Sie bilden eine Schlüsselrolle im globalen Ökosystem.

Diese Bereiche, in denen sich Phytoplankton in so großen Mengen aufhält, dass es den Ozean färbt und von Satelliten entdeckt werden kann, können erst seit wenigen Jahrzehnten ausgiebigst aus dem All analysiert werden. Das Instrument MERIS eröffnet dabei ganz neue Möglichkeiten, Phytoplankton-Kulturen und andere ozeanische Prozesse zu erforschen.

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