Erfolgreiche Erweiterung des VLT

Am VLT, bekannt vor allem durch seine vier 8,2-Meter Einzelteleskope, wurde vor kurzem das zweite Auxiliary Telescope (AT) in Betrieb genommen.

Ein Beitrag von Roger Spinner. Quelle: ESO.

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Das MID-Infrared interferometric instrument (MIDI) am VLT.
(Foto: ESO)

Nach der Installation des ersten Auxiliary Telescope (AT) im Januar 2004 ist das zweite AT Ende 2004 beim VLT angekommen. Kurz danach, in der Nacht vom 2. auf den 3. Februar haben die beiden Hightech Teleskope die ersten gemeinsamen interferometrischen Beobachtungen gemacht.

Die beiden Teleskope werden zusammen mit dem MID-Infrared interferometric instrument (MIDI) ab dem 1. Oktober 2005 erstmals für internationale Astronomen zur Verfügung stehen.

Zwei weitere ATs sind geplant und ende 2006 wird das Observatorium der ESO auf dem 2600 Meter hohen Cerro Paranal in, Chiles Atacama Wüste, dann alle vier ATs in Betrieb genommen haben. Von da an, können die einzelnen Teleskope in 30 verschiedene Positionen gebracht werden, was eine Vielzahl von verschiedenen Kombinationen zulässt. Das VLT wird dann äusserst flexibel operieren können und Aufnahmen von noch nie da gewesener Qualität und Schärfe liefern.

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Die beiden 1,8 Meter Teleskope AT1 und AT2 des VLT
(Foto: ESO)

Anders als bei anderen Grossteleskopen war die Interferometrie von Anfang an das Hauptziel des

VLT. Das VLT Interferometer (VLTI) kombiniert zum Beispiel das Sternenlicht von zwei 8.2-Meter Teleskopen des VLT was zu einer drastischen Erhöhung der Auflösung führt. Währenddem die grossen Spiegel des VLT nur einige wenige Nächte im Jahr für interferometrische Beobachtungen zur Verfügung stehen, werden die ATs während 365 Tagen im Jahr, ihren Dienst versehen.

Die dereinst vier VLTI Auxiliary Telescopes (ATs) sind auf Schienen montiert und können somit präzise, auf verschiedenen dafür vorgesehenen Orten innerhalb des VLT Geländes, platziert werden. Von da aus wir ihr Licht, über eine komplexe Anordnung von in unterirdischen Tunnel montierten Spiegeln, in einen gemeinsamen Brennpunkt zusammengeführt.

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Die ersten Messdaten die vom kombinierten Licht der beiden Teleskope stammen.

(Foto: ESO)

Das AT Nr. 1 (AT1) wurde im Januar 2004 auf der Beobachtungsplattform installiert. Nun, ein Jahr später wurde das zweite AT integriert. Die Installationsphase dauerte 2 Monate und endete in der Nacht vom 2. auf den 3. Februar 2005. Dank der umfangreichen Erfahrungen von der Installation von AT1 her, dauerte es nicht lange, bis die beteiligten Ingenieure und Astronomen das Licht der beiden Teleskope aufeinander abstimmen konnten. In Tat und Wahrheit dauerte es nach den notwendigen Vorbereitungen gerade einmal fünf Minuten, um das komplexe optische Instrument zu justieren und die ersten Daten zu erhalten.

Der Stern der als Testobjekt diente war HD62082, ein Stern mit einer visuellen Helligkeit von 6,2m, also mit dem unadaptierten Auge gerade noch wahrnehmbar. Die Testreihe verlief erfolgreich. Vier Nächte später wurde dieselbe Übung noch einmal mit Hilfe des MIDI durchgeführt. Der Stern Alphard (Alpha Hydrae) , folgte am 7. Februar.
Es ist noch zu früh um zu spekulieren, was das VLT wohl als nächstes entdecken wir, doch eines ist gewiss – das VLT wird uns in den kommenden Jahren noch des Öfteren überraschen.

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