Falcon 9 startet GPS-Satelliten GPS III SV-05

Das US-amerikanische Unternehmen SpaceX startete am 17. Juni 2021 um 18:09 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit erfolgreich einen Navigationssatelliten für das US-Militär von Startrampe 40 der Cape Canaveral Space Force Station in Florida, USA. Es war ferner der erste Start mit einer bereits zuvor geflogenen Erststufe im Rahmen des „National Security Space Launch“-Programms.

Quelle: Lockheed Martin, SpaceX.

Liftoff für Falcon 9 mit dem nach Neil Armstrong benannten GPS-Satelliten an Bord,
(Bild: SpaceX)

Bei der Erststufe handelt es sich um B1062, die zuvor im November 2020 den Satelliten GPS III SV-04 („Sacagawea“) ins All beförderte. Nun transportierte die Stufe auch den „Neil Armstrong“ getauften fünften Satelliten des dritten Blocks der GPS-Satelliten (oder kurz GPS III SV-05) ins All. Dort stößt der Satellit zur gegenwärtig 31 Stück starken GPS-Konstellation, mit deren Hilfe längst nicht mehr nur militärische Fahrzeuge navigieren, sondern auch zahlreiche zivile Anwender, von Rettungskräften über Autofahrende bis hin zu Joggerinnen.

Hergestellt wurde der rund 4.300 Kilogramm schwere Satellit, wie alle der dritten Generation, vom US-amerikanischen Rüstungsgiganten Lockheed Martin. Diese soll, neben einer verbesserten Genauigkeit, auch eine erhöhte Sicherheit und Verbesserungen bei der Störanfälligkeit bieten.

GPS III SV-05 in der Montagehalle des Herstellers Lockheed Martin.
(Bild: Lockheed Martin)

Der Start wurde, wie auch schon die drei zuvor von SpaceX ausgeführten GPS-Starts durch das „National Security Space Launch“-Programm beauftragt. Dabei handelt es sich um ein mittlerweile durch die Space Force (vor deren Gründung durch die Air Force) gemanagtes Beschaffungsprogramm für Startdienstleistungen, das die Aufträge für den Transport der meisten großen US-Militärsatelliten vergibt. Um aufgenommen zu werden, muss eine Trägerrakete entsprechend dafür zertifiziert werden (gegenwärtig besteht der Pool an zertifizierten Raketen aus der Falcon 9, der Falcon Heavy, der Atlas V sowie der Delta IV Heavy) sowie bestimmte technische Anforderungen erfüllen.

Die Mission der Falcon 9 verlief, trotz einer nur 70-prozentigen Chance auf Einhaltung der Wetterkriterien, reibungslos und ohne Verzögerung. Kaum zweieinhalb Minuten nach dem Start hatte die Erststufe ihren Dienst getan und nach deren Abtrennung übernahm die zweite Stufe. Bei T+ 8:07 Minuten wurde auch diese Stufe abgeschaltet, kaum 30 Sekunden später landete die Erststufe erfolgreich auf der „Just Read the Instructions“ getauften schwimmenden Landeplattform (die intern oft, aufgrund der Tatsache, dass sie unbemannten ist, als „Droneship“ bezeichnet wird).

Dreiundsechzig Minuten nach dem Abheben, genauer bei T+ 01:03:35, erfolgte dann eine 44-sekündige Wiederzündung der Oberstufe, die den GPS-Satellit in seine geplante Umlaufbahn brachte. Fünfundzwanzig weitere Minuten später wurde selbiger dann auch abgetrennt, womit die Falcon 9 auch ihren 122. Einsatz (inklusive eines suborbitalen Starts) erfolgreich abschloss.

Für dieses Jahr war es bereits der 19. Start der Trägerrakete und auch der 20. ist bereits für den 25. Juni 2021 angekündigt. Bei der „Transporter-2“ genannten Mission soll eine ganze Reihe kleinerer Satelliten ins All transportiert werden.

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