Frankreich: Breitbandinternet aus dem All für Alle

In Frankreich können interessierte Nutzer über den Satelliten KA-SAT des europäischen Kommunikationssatellitenbetreibers Eutelsat schon bald auf das Internet zugreifen. Und die nächste Generation von Satelliten zur Bereitstellung von Internetanbindungen mit besseren Leistungsmerkmalen wird bereits geplant.

Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: CNES.

CNES/E. Grimault
Satellitenantenne – auch fürs Internet zu nutzen
(Bild: CNES/E. Grimault)

Die Regierung Frankreichs hat angekündigt, ein Forschungs- und Entwicklungsprogramm der französischen Raumfahrtagentur (CNES) mit dem Ziel der Verwirklichung besonders leistungsfähiger Satelliten für sehr schnelle Internetanbindungen zu finanzieren.

In Kürze werden Computernutzer in Frankreich für eine monatlichen Fixbetrag von 30 Euro über den am 26. Dezember 2010 ins All transportierten KA-SAT Verbindungen ins Internet aufnehmen können.

Auch in den abgelegensten, ländlichsten Gegenden Frankreichs soll es in einigen Wochen möglich sein, Dienste mit Geschwindigkeiten von 2 Mbps zum Preis einer gewöhnlichen ADSL-Verbindung zu nutzen.

Die Entwicklung ist damit aber nicht abgeschlossen. Die französischen Netzbetreiber und die CNES arbeiten zusammen an einer neuen Generation von Satelliten, die der Allgemeinheit Internetanbindungen mit höchstmöglicher Geschwindigkeit bieten sollen.

Zur Zeit breiten sich in Frankreich Glasfasernetzwerke aus, die Haushalte mit Datenraten im Bereich von 100 MBps anbinden. Für die Satellitenbetreiber gilt es, Schritt zu halten, um auch entlegene Gebiete mit entsprechend hohen Datenraten versorgen zu können.

Für die französische Regierung ist es erklärtes Ziel, im ganzen Land besonders schnelle Breitbandinternet-Zugriffsmöglichkeiten bereitzustellen. Würde man alleine auf Glasfaserverkabelung setzen, bräuchte es Jahre, bis sämtliche Unternehmen, Regierungsstellen und Bewohner in ländlichen Regionen erreicht wären. Daher investiert Frankreichs Regierung in die Entwicklung entsprechender Satellitensysteme.

Mindestens 40 Millionen Euro soll die CNES für das Internetsatellitenprogramm erhalten. Ist absehbar, dass es erfolgreich sein wird, könnten bis zu 100 Millionen Euro an die französische Raumfahrtagentur fließen. Rund zwei Jahre hat die CNES zusammen mit Industriepartnern bereits an Konzepten für neue Internetsatelliten gearbeitet. Jetzt ist sie dafür verantwortlich, das entwickelte Programm umzusetzen.

Ab 2015 sollen Satellitenhersteller Betreibern wie Eutelsat Kommunikationssatelliten anbieten können, die mit neuen besonders leistungsfähigen Komponenten für Internetverbindungen ausgerüstet sind.

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