Hitzeschild von Atlantis untersucht

Die Besatzung des Space Shuttle Atlantis untersuchte während ihres ersten vollen Tages in der Umlaufbahn den Hitzeschild routinemäßig auf Schäden.

Ein Beitrag von Thomas Pallmann. Quelle: Nasa. Vertont von Peter Rittinger.

Nasa
Das Sensorsystem des OBSS
(Bild: Nasa)

Die Astronauten an Bord des Space Shuttle Atlantis wurden um 9:59 Uhr MESZ mit dem Lied „Viva la Vida“ der Gruppe Coldplay geweckt. Im Anschluss an den Weckruf sandten Angestellte des Marshall Space Flight Centers einen „Guten Morgen“-Gruss an die Besatzung. Das Lied wurde Pilot Doug Hurley gewidmet.

Nach dem atemberaubenden Start am gestrigen Tag konzentrierte sich die Besatzung heute auf die Inspektion des Hitzeschildes und die Vorbereitung auf das Rendezvous mit der Raumstation am Sonntag. Die reduzierte Besatzungsstärke stellte das Planungsteam am Boden vor eine besondere Herausforderung. Normalweise werden die Arbeiten mit dem Orbiter Boom Sensor System (OBSS) von bis zu sechs Astronauten durchgeführt, die sich dabei abwechseln. Es gab daher Befürchtungen, dass man die Besatzung überfordern könnte und diese den Zeitplan nicht einhalten kann.

Die Crew ließ sich von der höheren Arbeitslast allerdings nicht abschrecken und so übernahmen Kommandant Chris Ferguson, Pilot Doug Hurley und Missionsspezialistin Sandy Magnus die Kontrolle über den Roboterarm. Mithilfe des OBSS untersuchten sie zuerst die rechte Flügelkante des Orbiters und anschließend die Nasenkappe. Danach sollten sie laut Zeitplan eine Mittagspause einlegen, doch die Besatzung entschied sich dafür, weiterzuarbeiten und untersuchte die linke Flügelkante.

Zu diesem Zeitpunkt war die Crew, sehr zur Freude der Bodenkontrolle, schon etwa 1½ Stunden vor ihrem Zeitplan. Dies würdigte auch Steve Robinson, der als Capcom mit der Besatzung kommuniziert, mit den Worten „großartige Arbeit, sehr professionell. Ich denke, wir waren noch nie mit den Arbeiten während der Orbit-1-Schicht fertig“.

Nach Abschluss der Arbeiten mit dem OBSS widmete sich die Besatzung der Vorbereitung des Flugdecks auf das Rendezvous mit der Raumstation am Sonntag. Zusätzlich installierte sie eine Kamera im Andocksystem und führte anschließend den Andockring aus, mit dem das Space Shuttle den ersten Kontakt mit der Station herstellt.

Am Boden trat während des Tages das On Orbit Mission Management Team (MMT) zum ersten Mal zusammen, um über den bisherigen Verlauf der Mission zu beraten. Derzeit sind die Teams damit beschäftigt, alle beim Start und in der Umlaufbahn angesammelten Bilder und Videos vom Orbiter zusammenzutragen, um eventuelle Schäden am Shuttle erkennen zu können. Ein erstes Fazit zum Zustand des Hitzeschildes wird am vierten Flugtag erwartet. Dies geschieht zusammen mit einer Entscheidung, ob eine detaillierte Inspektion notwendig ist. Das MMT betonte während seines Treffen auch noch einmal den exzellenten Zustand der Atlantis. Derzeit gäbe es keine Probleme mit den Systemen und auch die Besatzung sei in sehr guter Verfassung.

Das Space Shuttle Atlantis befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 300 Kilometern. Die Atlantis soll am Sonntag um 17:07 Uhr MESZ an die Internationale Raumstation anlegen.

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