Hubble enthüllt kleinsten Mond des Uranus

Hubble entdeckt den kleinsten Mond, der bis jetzt in der Umlaufbahn des Uranus gesichtet wurde.

Ein Beitrag von Lorenz Zistler. Quelle: HubbleSite.

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Uranus inklusive der neuentdeckten Monde
(Bild: Hubble/ESA/NASA

Astronomen haben zwei der kleinsten je gesichteten Monde in der Umlaufbahn des Uranus entdeckt. Die neuen Monde, die vom Hubble Teleskop der NASA und ESA enthüllt wurden, haben einen Durchmesser von ungefähr 12 bis 16 Kilometern, was der Größe von San Francisco entspricht.

Die beiden Monde sind so leuchtschwach, dass sie sogar von Voyager 2, die zehn kleine Monde fand, nicht entdeckt werden konnten als sie an dem Gasgiganten 1986 vorbeiflog. Die erst kürzlich entdeckten Monde haben sogar eine nähere Umlaufbahn zum Planeten als die fünf Hauptmonde von Uranus, welche nur einige hundert Kilometer groß sind. Die zwei neuen Monde sind die innersten Monde des Uranus, welche je von einem aus Richtung der Erde Teleskop in den letzten 50 Jahren entdeckt wurden. Die Beobachtungen des Hubble Teleskops halfen den Astronomen auch die Entdeckung eines anderen kleinen Mondes, der ursprünglich auf Bildern der Sonde Voyager zu sehen war, zu bestätigen.

Die kürzlich entdeckten Monde werden vorübergehend als S/2003 U 1 und S/2003 U 2 bezeichnet, bis die IAU (International Astronomical Union) ihrer Entdeckung offiziell zustimmt. S/2003 U 1 ist der größere der beiden Monde, sein Durchmesser beträgt 16 Kilometer. Das Hubble Teleskop zeigt diesen Mond während er zwischen Puck, dem größten Mond, der von der Voyagersonde gefunden wurde, und Miranda, dem innersten der fünf größten Uranusmonde, seine Kreise zieht. Astronomen dachten zuerst, dass diese Region leerer Raum sei. S/2003 U 1 ist 97.700 Kilometer vom Uranus entfernt und umkreist den Giganten in 22 Stunden und 9 Minuten.

Der kleinste bis jetzt gefundene Uranusmond S/2003 U 2 hat einen Durchmesser von 12 Kilometern. Seine Umlaufbahn ist nur 300 bis 700 Kiloemter von dem Mond Belinda entfernt. S/2003 U 2 ist 74.800 Kilometer vom Uranus entfernt und umkreist den Planeten in 14 Stunden und 50 Minuten. Der kleine Mond ist Teil eines dicht gedrängten Felds von 11 anderen Monden, die alle durch Bilder, die von Voyager aus gemacht wurden, entdeckt wurden.

Wie der stellvertretende Untersuchungsbeamte Jack Lissauer sagte, ist der innere Schwarm der 13 Monde nicht vergleichbar mit einem anderen System von Monden. Weiter meinte er, dass die großen Monde die kleineren von der Gravitation her stören müsse. Außerdem sei die Region so überfüllt, dass die Monde gravitationsbedingt labil sein könnten. Deshalb würden sie versuchen zu verstehen, wie diese Monde nebeneinander existieren können.

Eine Möglichkeit wäre, dass einige der Monde jung sind und durch Kollisionen mit unregelmäßígen Kometen entstanden sind. Ein Beispiel dafür wäre, dass das Hubble Teleskop zwei kleine Monde beobachtet hat, die den Mond Belinda sehr nahe umkreisten. Einer von ihnen ist der neuentdeckte Mond S/2003 U 2, der sich innerhalb der Umlaufbahn von Belinda bewegt. Der andere mit dem Namen S/1986 U 10 wurde 1999 von dem Astronom Erich Karkoschka entdeckt. Dieser fand ihn mithilfe der Voyagerbilder.

Die Astronomen hoffen den Verlauf der Umlaufbahn der neuentdeckten Monde durch weitere Beobachtungen genauer bestimmen zu könne. Die Umlaufbahnen werden zeigen, wie die Monde miteinander interagieren, vielleicht sogar zeigen wie ein solch überfülltes System von Satelliten stabilisiert werden kann. Dies könnte außerdem Informationen darüber bieten, wie dieses Mondsystem entstanden ist.

Um zu verdeutlichen, wie leuchtschwach diese Monde scheinen, sagte Showalter, dass die Monde 40 Millionen mal leuchtschwacher als der Uranus. Somit seien sie schwärzer als Asphalt. Deshalb müssen die Forscher auch ein spezielles System des Hubble Teleskop verwenden, um sie überhaupt sichtbar zu machen.

Die neuentdeckten Monde, sobald sie von der IAU bestätigt sind, werden dem Uranus zu einer Gesamtzahl von 24 verhelfen. Uranus ist damit der dritte in der IAU-zertifizierten Liste der Planeten mit Monden. Vor ihm sind noch der Saturn mit 30 und der Jupiter mit momentan 38 Monden.

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