Innovatives Raumfahrt-Unternehmen testet Prototypen

t/space, ein Konsortium aus kleinen, unabhängigen Raumfahrtfirmen, hat gestern vor der kalifornischen Küste ein 1:1-Modell seines geplanten CXV-Crewtransporters getestet, mit dem bis 2010 Astronauten zur ISS gebracht werden sollen.

Ein Beitrag von Gero Schmidt. Quelle: t/space.

Die NASA plant, diesen Herbst einen Auftrag für bemannte Flüge zur Internationalen Raumstation (ISS) auszuschreiben. Der Vertrag mit der Firma, die den Zuschlag erhält, wird, anders als sonst im US-Raumfahrtsektor üblich, einen Kostenrahmen festlegen, der nicht überschritten werden kann. Außerdem wird die NASA die Gelder nur schrittweise, jeweils nach Erreichen bestimmter Meilensteine durch die Firma, freigeben. So soll gewährleistet werden, dass das Programm kostengünstig und schnell durchgeführt werden kann.
Diese Initiative ist unabhängig von der Entwicklung des CEV für bemannte Mond- und Marsmissionen durch einen der großen Raumfahrtkonzerne (entweder Lockheed Martin oder Boeing/Northrop Grumman).

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So könnte das CXV im Erdorbit aussehen. Im Hintergrund die ISS (Bild: t/space)

Die Transformational Space Corporation, kurz t/space, ein Konsortium zu dem unter anderem Burt Rutans Firma Scaled Composites und andere kleine Luft- und Raumfahrtunternehmen wie AirLaunch und Orion Propulsion gehören, rechnet sich große Chancen aus, den NASA-Auftrag zu gewinnen. Man will für die Flüge zur ISS einen kleinen Crewtransporter, CXV genannt, entwickeln.

Das CXV soll eine Kapsel werden, die an der Spitze einer zweistufigen Rakete, welche zuvor von einem Trägerflugzeug abgeworfen wird, ins All startet. Sie ist ausschließlich auf den Crewtranport ausgelegt und soll vier Astronauten zur Raumstation bringen können. Die Kapsel wird an Fallschirmen im Wasser landen und wiederverwendbar sein.

Bereits im September 2004 hatte t/space zusammen mit sieben weiteren Firmen von der NASA den Auftrag erhalten, vorläufige Pläne für eine Rückkehr zum Mond auszuarbeiten. Insgesamt erhielt das Konsortium dafür 6 Millionen Dollar. Doch statt wie die anderen Firmen mit diesem Geld nur theoretische Studien durchzuführen und ein paar Power Point-Präsentationen zu erstellen, nutzte man bei t/space einen Teil der Mittel, um praktische Vorarbeit für das CXV-Projekt zu leisten.

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Erprobung des Abwurfsystems mit dem Proteus -Trägerflugzeug (Bild: t/space).

Im Mai und Juni diesen Jahres erprobte man mit einem Testmodell von Rakete und Kapsel (23% Originalgröße) den Abwurf von einem Trägerflugzeug, in diesem Fall der Proteus-Jet von Scaled Composites. Dabei wurde erfolgreich demonstriert, dass eine Aufrichtung der Rakete in die Vertikale auch ohne eigene Flügel möglich ist.
Bei dem gestrigen Test vor der Pazifikküste sollte vor allem das Fallschirmsystem für die Wasserlandung ausprobiert werden. Ein 1:1-Modell der CXV-Kapsel wurde dazu von einem Helikopter auf etwa drei Kilometer Höhe geschleppt. Nach dem Abwurf öffneten sich alle drei Fallschirme, einer allerdings nicht vollständig. Nach sechs Minuten ging die Kapsel im Wasser nieder und wurde geborgen.

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Das CXV-Modell geht an Fallschirmen im Wasser nieder (Bild: t/space).

Bei t/space ist man mit dem Testergebnis zufrieden. Man habe bereits die Ursache für die Fehlfunktion eines der Fallschirme festgestellt und die Tatsache, dass überhaupt solche Test stattfänden, beweise, dass man sehr schnell und kostengünstig arbeite.

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