Japans Weltraumpläne

Diese Woche hat die japanische Weltraumagentur ein nationales Weltraumprogramm vorgeschlagen, welches eine bemannte Missionen zum Mond bis 2025 ermöglichen soll.

Ein Beitrag von Andreas Tramposch. Quelle: JAXA.

Am Mittwoch hat die japanische Weltraumagentur JAXA (Japan Aerospace Exploration Agency) das geplante Programm der Regierung zur Prüfung vorgelegt. Die Hauptziele sind unter anderem die Entwicklung und der Bau eines bemannten Raumfahrzeuges innerhalb der nächsten zehn Jahre. Zur optimalen Vorbereitung einer bemannten Mondlandung sollen in den nächsten Jahren eine Reihe von unbemannter Missionen zum Mond erfolgen. Falls alles nach Plan laufen sollte, zieht die japanische Raumfahrtagentur sogar den Bau einer Mondbasis ab dem Jahre 2025 in Betracht.

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Diese künstlerische Darstellung zeigt ein bemanntes Raumfahrzeug, das bis 2025 japanische Astronauten zum Mond bringen soll. (Quelle: JAXA)

Die JAXA möchte eine Neustrukturierung des Weltraumprogramms anstreben, welches in der Vergangenheit von häufigen Fehlschlägen nicht verschont blieb. Momentan wird der Plan, der eine Jahresbudgeterhöhung von 1.7 Milliarden Dollar auf 2.6 Milliarden Dollar enthält, von der Regierung überprüft. Die Langzeit-Visionen der japanischen Weltraumagentur knüpfen dabei stark an jene vom U.S. Präsidenten und der europäischen Weltraumagentur. Alle streben nach einer bemannten Landung am Mond, eine bemannte Erforschung des Mars und danach anderer Planeten unseres Sonnensystems an.

Obwohl Japan Asiens fortgeschrittenste Weltraumnation ist, hinkt Japan in punkto kommerzielle Satellitenstarts Europa nach. Nachdem China als erst dritte Nation im Oktober 2003 erfolgreich einen Astronauten ins Orbit schickte und danach auch Pläne zur bemannten Mondlandung veröffentlichten, kratzte dies sehr stark am Image und der Ehre der japanischen Weltraumagentur. Teiji Tachikawa, ein Vorsitzender JAXAs, erklärte, dass die neuen Weltraumpläne eine Reaktion auf die Fehlschläge sind, die vor kurzem in einer 15 monatigen Startsperre der japanischen H-2A Rakete endeten. Einer der Fehlschläge war der Verlust von zwei Spionagesatelliten, als die Rakete kurz nach dem Start aufgrund einer Fehlfunktion gesprengt werden musste.

In den nächsten Jahren setzt die JAXA verstärkt auf die Entwicklung von Robotern und der Nanotechnologie um den Mond genauer zu erforschen. Für 2005 hat JAXA eine unbemannte Mondmission geplant, die aber voraussichtlich verschoben werden muss. In dieser Mission soll der Mond umrundet werden und zwei freigelassene Satelliten sollen das Magnet- und Gravitationsfeld des Mondes untersuchen. Unter anderem hat die JAXA auch Pläne ein Passagierflugzeug zu entwerfen, welches mit Mach 2 (der zweifachen Schallgeschwindigkeit, nach der ISA-Standardatmosphäre sind das ca. 680 Meter pro Sekunde) zu entwerfen. Dieses soll dann die Strecke Tokyo-Los Angeles in nur fünf Stunden zurücklegen. Weiters gibt es auch ein Projekt eines unbemannten, mit Wasserstoff angetriebenen Flugzeuges, das mit einer Geschwindigkeit von Mach 5 fliegen kann.

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