Jungfernflug der Zyklon 4 für 2012 geplant

Brasilien und die Ukraine arbeiten an den Vorbereitungen für den ersten Start der neuen Trägerrakete Zyklon 4, berichtete die ukrainische Nachrichtenagentur UNIAN am 16. September 2010.

Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: ACS, Agência Brasil, NRCU, RIAN, UNIAN. Vertont von Peter Rittinger.

ACS
Zyklon 4 im Flug – Illustration
(Bild: ACS)

Die in der Ukraine herzustellenden Zyklon-4-Raketen sollen derzeitigen Planungen zufolge Missionen von einem brasilianischen Startgelände bei Alcântara fliegen. Nach Angaben des brasilianischen Verteidigungsministers Nelson Azevedo Jobim sei das Projekt prinzipiell vorbereitet, und es bestehe grundsätzlich jede Möglichkeit, im Jahr 2012 die erste Zyklon 4 zu starten. Laut Mykola Azarov, Premierminister der Ukraine, erfolge die Zusammenarbeit zwischen Brasilien und der Ukraine auf einem hohen Niveau. Auch wenn erforderliche Arbeiten viel schneller erledigt werden könnten, spreche das ambitionierte Projekt des Baus der Startanlagen für die Zyklon 4 in Brasilien für die guten Beziehungen zu Brasilien.

Am 6. September 2010 hatte die brasilianische Umweltbehörde IBAMA dem Bau der neuen Anlagen im Norden des CLA für Centro de Lançamento de Alcântara genannten Startgeländes zugestimmt. Etwa 500 Hektar des CLA sind an das am 31. August 2006 gegründete brasilianisch-ukrainische Joint Venture ACS (Alcantara Cyclon Space) vermietet. Der offizielle Beginn der Bauarbeiten an den Startanlagen für die Zyklon 4 mit einer Grundsteinlegung war für den 16. September 2010 vorgesehen. Im Jahre 2008 hatten Erkundungsarbeiten, darunter Bohrungen in den Untergrund, begonnen.

Starts von Alcântara seien nach Angaben der Betreiber rund 30 Prozent günstiger als solche anderer Anbieter, meldete die staatliche ukrainische Rundfunkgesellschaft NRCU am 16. September 2010. Die dreistufige Zyklon 4 sei in der Lage, vom CLA aus Nutzlasten von bis zu 5,5 Tonnen in einen äquatorialen Orbit in rund 500 Kilometern über der Erde zu bringen. Maximal 1,8 Tonnen Nutzlast könnte die neue Rakete laut NRCU in einen Geotransferorbit transportieren. ACS gibt für eine kreisförmige Bahn in 500 Kilometern Höhe über der Erde mit einer Bahnneigung von 2,3 Grad gegen den Äquator 5,3 Tonnen Maximalnutzlast an, für einen Geotransferorbit mit einem Perigäum von 170 und einem Apogäum von 35.980 Kilometern Höhe sowie einer Bahnneigung von 5,13 Grad 1,6 Tonnen.

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