Komet Leonard: Himmelsschauspiel fürs Fernglas

Sternfreund*innen freuen sich schon das ganze Jahr darauf: In den nächsten Tagen ist der Komet C/2021 A1 Leonard am Morgenhimmel zu beobachten. Um ihn zu sehen, benötigt man ein Fernglas und muss über dem Osthorizont an die richtige Stelle schauen. Die beste Beobachtungszeit ist zwischen 6 und 7 Uhr. Eine gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und des Hauses der Astronomie in Heidelberg.

Quelle: Vereinigung der Sternfreunde (VdS), Haus der Astronomie Heidelberg.

Aufsuchkarte für Komet Leonard am Morgenhimmel. (Grafik: Vereinigung der Sternfreunde/www.sternfreunde.de)

8. Dezember 2021 – Er war die erste Kometenentdeckung des Jahres: Bereits am 3. Januar 2021 konnte Gregory J. Leonard am Mount Lemmon-Observatorium in den USA ein schwaches, sich langsam bewegendes Objekt aufspüren. Einige Zeit später wurde allerdings klar, dass sich dieser Komet noch weit von der Sonne entfernt befindet und erst Ende des Jahres seine größte Helligkeit erreichen wird. Dann nähert er sich der Sonne weiter an und verschwindet anschließend wieder in den Tiefen des Weltraums.

Amateurastronom*innen beobachten „Leonard“ aufmerksam, denn er versprach ein nettes Schauspiel in der ersten Dezemberhälfte zu werden. Bislang wurden sie nicht enttäuscht, denn der Komet entwickelt sich wie vorgesehen und konnte bereits mit seinem Schweif fotografiert und mit dem Fernglas gesehen werden.

Für ein helles Spektakel wird dieser Schweifstern allerdings nicht sorgen. Bis zum 12. Dezember steigert sich seine Helligkeit so weit, dass man ihn unter dunklem Himmel gerade so mit bloßem Auge als lichtschwaches Pünktchen sehen können wird. Mit einem Fernglas oder Fernrohr ist Leonard aber ein leichtes Ziel und besonders für Astrofotograf*innen ein lohnendes Motiv.

Der Komet steigt am Morgenhimmel über dem östlichen Horizont auf, kommt mit zunehmender Helligkeit der Sonne jedoch Tag für Tag näher. Bis zum 12. Dezember wird es ein Ringen mit dem Wetter und der Morgendämmerung – mit jedem Tag nimmt Leonard etwas an Helligkeit zu, steht aber immer tiefer und verschwindet bald im Morgengrauen. Am 12. Dezember erreicht er auch seine geringste Entfernung zur Erde – mit etwa 34 Millionen Kilometern (etwa 100 Monddistanzen) bleibt er dabei aber in respektablem Abstand.

Anschließend zieht der Komet schnell in Richtung Südhimmel, allenfalls in der hellen Abenddämmerung können Beobachter von Mitteleuropa aus über dem Südwesthorizont noch einmal ihr Glück versuchen. Seinen geringsten Abstand zur Sonne wird Leonard exakt ein Jahr nach seiner Entdeckung erreichen: am 3. Januar 2022.

Dieser Besuch des Kometen Leonard ist kein auffälliges Himmelsereignis, aber er wird für uns der einzige sein. Nachdem er die Sonne in weitem Bogen umrundet hat, zieht der eisige Schutthaufen seine Bahn in die Weiten des Weltalls und wird den Prognosen nach nie wieder in unser Sonnensystem zurückkehren.

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