Neue Ergebnisse der Genesis-Mission

Nachdem Proben, die mit der NASA-Sonde Genesis 2004 zur Erde zurückgekehrt waren, analysiert worden sind, sind Wissenschaftler zu dem Ergebnis gekommen, dass die Sonne und die inneren Planeten des Sonnensystems unterschiedlicher aufgebaut sind als gedacht.

Ein Beitrag von Simon Plasger. Quelle: NASA. Vertont von Peter Rittinger.

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Die Sonde Genesis – künstlerische Darstellung
(Bild: NASA)

Daten, die nun veröffentlicht wurden, zeigen, dass es Unterschiede zwischen der Sonne und den Planeten bei den beiden Elementen Sauerstoff und Stickstoff gibt. Diese beiden Elemente sind im Sonnensystem in sehr großen Mengen vorhanden. Obwohl die Unterschiede sehr gering sind, können die Schlussfolgerungen aus diesen dabei helfen, zu verstehen, wie unser Sonnensystem entstanden ist.

„Wir haben herausgefunden, dass die Erde, der Mond, sowie der Mars und Meteoriten, die Teile von Asteroiden sind, eine niedrigere 16O-Konzentration haben als die Sonne“, sagte Kevin McKeegan, Forscher an der Universität of California, Los Angeles. „Daraus schließen wir, dass wir nicht aus den gleichen Bestandteilen des Sonnennebels entstanden sind, aus denen die Sonne hervorging – wie und warum, bleibt zu erforschen“
Die Luft auf unserem Planeten besteht aus drei verschiedenen Sauerstoffatomen, welche sich in der Anzahl der Neutronen im Kern unterscheiden. Fast 100% bestehen aus 16O-Atomen (acht Neutronen), jedoch sind auch kleine Mengen von 17O- und 18O-Atomen vorhanden. Diese enthalten neun bzw. zehn Neutronen im Kern. Forscher, die die Proben der Genesis-Mission untersucht haben, fanden nun heraus, dass der 16O-Anteil in der Sonne leicht höher ist als der der Erde und dem von anderen erdähnlichen Planeten. Die Anteile der anderen beiden Sauerstoffisotope waren entsprechend geringer.

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Die Landekapsel nach dem Einschlag
(Bild: NASA)

Ähnlich sieht es beim Stickstoff aus. Genau wie beim Sauerstoff gibt es ein Isotop, 14N mit sieben Neutronen, welches nahezu 100% ausmacht. Jedoch gibt es einen kleinen Anteil von 15N mit acht Neutronen. Die untersuchten Proben zeigten im Vergleich zur Erdatmosphäre, dass es in der Sonne und im Jupiter mehr 14N gibt, jedoch 40% weniger 15N. Diese beiden Himmelskörper scheinen die gleichen Stickstoffkonzentrationen zu haben.
Die Daten stammen aus den Proben, die die Sonde Genesis im Sonnenwind und in ausgeworfenem Sonnenmaterial eingesammelt hat. Sie war im August 2000 gestartet worden und befand sich in den Jahren 2001-2004 für insgesamt 886 Tage am L1-Punkt des Sonne-Erde Systems, etwa 1,6 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Am 8. September 2004 kehrte die Sonde zur Erde zurück und setzte eine Landekapsel mit den Proben ab. Diese trat in die Erdatmosphäre ein und sollte, am Fallschirm hängend, von einem Hubschrauber aufgefangen werden. Da sich dieser jedoch aufgrund eines falsch herum eingebauten Sensor, welcher die Erdbeschleunigung messen sollte, nicht öffnete, schlug die Kapsel ungebremst in den Wüstenboden ein. Trotzdem gelang es Forschern, die Proben zu analysieren.

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