Neue Erkenntnisse über Wasser auf Jupitermond Europa

Schon lange geht man davon aus, dass der Jupitermond Europa unter seiner Eiskruste einen großen Wasserozean besitzt. Jetzt haben Forscher einen Hinweis darauf gefunden, dass sogar recht dicht unter der Oberfläche flüssiges Wasser existieren könnte.

Ein Beitrag von Sascha Haupt. Quelle: BBC News, Nature.

NASA
Die Oberfläche von Europa, aufgenommen durch die Raumsonde Galileo
(Bild: NASA)

Wissenschaftler der Universität Texas und weiterer Institute haben die Verwerfungen und Risse (Lineae) der Eisoberfläche, unter anderem anhand von Daten der Raumsonde Galileo, analysiert und mit Vorgängen auf der Erde, insbesondere in der Antarktis, verglichen. Sie sind zu dem Schluss gekommen, dass wahrscheinlich kleinere „Seen“ etwa 3 km unter der Oberfläche, und damit deutlich über dem großen Ozean, der in 10 bis 30 km Tiefe vermutet wird, existieren. Die Forscher gehen davon aus, dass warmes Wasser aus der Tiefe durch die Eiskruste aufsteigt und die Reservoirs nahe der Oberfläche bildet. Beim Aufsteigen schmilzt das warme Wasser Eis auf, und es bilden sich Risse, die später wieder zufrieren, wobei durch die Ausdehnung Teile der Kruste angehoben werden.

Dieser neue Befund hat auch Konsequenzen für Astrobiologen, die seit den ersten Anzeichen für flüssiges Wasser auf Europa über Leben auf diesem Mond spekulieren. So könnte es durch das aufsteigende Wasser und die nahe der Oberfläche gelegenen Seen zu einem Austausch von Nährstoffen zwischen höher und tiefer gelegenen Wasserschichten kommen. Flüssiges Wasser so nah an der Oberfläche würde natürlich auch die Erforschung durch Raumsonden erheblich vereinfachen.

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