Neuer GPS-Satellit im All

Ohne Probleme konnte im Morgengrauen von Cape Canaveral aus ein neuer Satellit der GPS-Armada ins All geschossen werden

Ein Beitrag von felixkorsch. Quelle: spaceflightnow.com.

Satellit der Reihe GPS 2R in einer Projektgrafik
(Bild: Lockheed Martin)

Heute morgen konnte erfolgreich ein neuer Satellit des weltumspannenden Navigationssystems GPS ins All gehievt werden. Der Start des Satelliten NAVSTAR GPS 2R-10 erfolgte wie geplant um 3:05 Uhr Ortszeit (9:05 Uhr MEZ) von der Cape Canaveral Air Force Station mit einer Rakete des Typs Atlas 2 (7925-9.5). Damit nutze die Startmannschaft am Cape das Ende des heutigen Startfensters, da der Countdown 90 Sekunden vor dem angesetzten Zeitpunkt um 2:50 Uhr EST gestoppt werden musste. Der Grund hierfür ist noch unklar, wahrscheinlich handelte es sich jedoch um einen Sensorenfehler, denn der Countdown konnte unvermittelt wieder aufgenommen werden, so dass die 38 Meter hohe Trägerrakete aus dem Hause Boeing zur Morgendämmerung zum Lift-off ansetzen konnte.

Bei dem Satelliten, gefertigt von Lockheed Martin, handelt es sich um einen unter militärischer Regie betriebenen GPS-Satelliten. Bekanntlich ist der Einfluss des Pentagons auf das gesamte System enorm; so wird GPS auch militärisch genutzt und kann in Krisenzeiten manipuliert oder komplett deaktiviert werden. NAVSTAR GPS 2R-10, auch bekannt als SVN-47, soll eine neu entstandene Lücke im Global Positioning System schließen, die sich durch den Ausfall des am 26. Novembers 1990 gestarteten Satelliten GPS 2A-10 ergibt. Dieser hat seine geplante Einsatzdauer bereits überwunden. Sein angedachter Ersatz wird seine Arbeit in der ersten Januarhälfte des kommenden Jahres aufnehmen.

Derzeit umkreisen 28 einzelne GPS-Satelliten die Erde und stellen damit das wichtigste und genaueste derzeit zivil verfügbare Navigationssystem dar. Um seine Leistungsfähigkeit zu sichern, sollen im kommenden Jahre vier weitere Satelliten der Reihe GPS 2R abheben. Auf lange Zeit wird darüber hinaus der Start von sogar 17 weiteren derartigen Satelliten geplant, womit GPS nicht nur lückenlos funktionieren kann, sondern auch entsprechende Backup-Systeme zur Verfügung stehen werden.

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