Planung eines künstlichen Sonnensystems

Die Idee, dass es mehr als 3 Dimensionen gibt, also auch Orte in der Realität, die wir nicht wahrnehmen können, hat die Physiker jahrelang beschäftigt. Nun planen Kosmonauten, ein Miniatursonnensytem in einer von äußeren Einflüssen freien Schutzhülle am L2 Lagrange Punkt abzusetzen, um die Dimensionen genauer zu erforschen.

Ein Beitrag von Felix Herrmann. Quelle: Fraiser Cain.

Mit leistungsfähiger, neuer Ausrüstung und sensiblen Messgeräten decken die Astronomen neue Wissenschaftsrätsel schneller auf, als sie sie aufklären können. Wir forschen zurzeit an etwa 4% des Universums herum, das ist normale Materie. Die anderen 96% bestehen aus dunkler Materie und dunkler Energie. Eine mögliche Erklärung für die dunkle Materie ist, dass sie vielleicht doch nicht so ein großes Mysterium ist, sondern nur mit der normalen Gravitation verwandte, weitreichende und sich ungewöhnlich verhaltende Gravitation aussendet. Sie nimmt nur eine andere Dimension des Raumes ein. Eine, die wir mit den heute vorhandenen Messinstrumenten nicht sehen können.

NASA/JPL
Das Sonnensystem vom Blickpunkt des L2 Lagrange Punkt
(Bild: NASA/JPL)

Ein merkwürdiger Hinweis für die Theorie von „Gravitation in großen Ausmaßen“ wurde von Pioneer-Raumsonden geliefert. Astronomen bemerkten in den 80er Jahren, dass Pioneer 10 und 11 nicht an dem Ort waren, wo sie sein sollten. Eine unbekannte Kraft verringerte ihre Geschwindigkeit, sodass sie nicht bis zum Zielort kamen. Aber diese Kraft war zu groß, als dass es die Gravitationskraft der Sonne hätte sein können. Leider wurden die Pioneer-Raumsonden noch von der Gravitationskraft anderer Objekte beeinflusst. Sie mussten gegen den Sonnenwind ankämpfen, wurden gestört von Kosmischer Strahlung und mussten Zusammenstößen mit Interstellaren Partikeln trotzen.

Wissenschaftler brauchen nun bessere Messgeräte, um ihre Theorien zu überprüfen, eine Möglichkeit, um die Gravitationskraft zu überprüfen ohne äußere Einflüsse und Störungen. In einer neuen Zeitschrift, genannt APSIS, werden die Arbeiten an einem künstlichem Planetensystem im Raum erwähnt, um die außerdimensionale Gravitation zu erforschen. Die Physiker Varun Sahnia und Yuri Shtanov versprechen eine ungewöhnliche Raumfahrtmission, eine mit einem Miniatursonnensystem.

Sie glauben, dass ein Raumschiff, welches ein Miniatursonnensystem beinhaltete, zum L2-Lagrange-Punkt des Erd-Sonnensystems fliegen könnte. Dies ist ein Punkt im Raum, wo sich die Gravitationskräfte von Erde und Sonne aufheben. Raumschiffe, die dort stationiert sind, haben eine sehr stabile Position. Der ‚Microwave Anisotropy Probe‘-Satellit ist schon dort positioniert. Das künstliche Sonnensystem wäre in dem Raumschiff von kosmischen Strahlen, Staub, dem Sonnenwind und all den anderen Einflüssen geschützt, die im freien Raum stören würden. Nur der Treibstofftank des Raumschiffs müsste so weit wie möglich von den Miniplaneten positioniert werden, da der Treibstoff langsam verbraucht wird und somit die Masse und damit wieder die Gravitationskraft sinkt.

Am Lagrange-Punkt L2 würde das Raumschiff die Miniplaneten in ihrer Schutzhülle in eine elliptische Umlaufbahn entlassen. Selbst wenn die Umlaufbahnen der Miniplaneten nicht perfekt wären, besäße das Raumschiff einen eingebauten Laser, der die Fehlstellung korrigieren kann. Die Position des Minisonnensytems könnte mit enormer Präzision über die Jahre verfolgt werden. Abweichungen in der Gravitationskraft würden festgehalten und an Kosmologen übermittelt. Dieses Experiment würde Berge von Daten an die Forscher liefern, um ihre Theorie der Extradimensionen zu bestätigen.

Zusätzlich zu seiner Hauptfunktion, könnte das Experiment noch Daten zu anderen Theorien liefern, zum Beispiel zu Forschungen an dunkler Energie und dunkler Materie.

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