Shuttle Hitzeschild wird im Orbit ausgebessert

Die Discovery-Besatzung tauscht erfolgreich defekte Geräte der Station aus. Eine Minimalreparatur des Hitzeschilds ist in Vorbereitung.

Ein Beitrag von Thomas Pallmann und Karl Urban. Quelle: NASA.

NASA TV
(Quelle: NASA TV)

Die Mission der Discovery schreitet erfolgreich voran: Gestern ersetzten Steve Robinson und Soichi Noguchi, unterstützt von Andy Thomas der innerhalb von der Discovery den Weltraumspaziergang überwachte und John Kelly und Wendy Lawrence die den Roboterarm der Raumstation bedienten, ein defektes Gyroskop, das so genannte Control Moment Gyro Nummer 1 (CMG) im Z1 Ausleger der Raumstation. Das alte Gyroskop versagte seinen Dienst vor 3 Jahren und konnte sein dem nicht mehr benutzt werden. Die Raumstation benutzt die Gyroskope zur Lageregelung, um so auf Düsen die Treibstoff verbrauchen würden verzichten zu können. Mit dem neuen Gyroskop hat die Raumstation nach langer Zeit wieder 4 funktionierende Gyroskope, wobei nur 2 zur vollständigen Lageregelung der Station gebraucht werden. Bereits am Samstag hatten die beiden Astronauten Stromkabel zum CMG Nummer 2 neu verlegt um dieses wieder zum Leben zu erwecken. CMG-2 arbeitet seid dem einwandfrei.

Währenddessen teilte die NASA gestern auf einer Pressekonferenz mit, man habe sich entschieden, einen Astronauten damit zu beauftragen, eine Reparatur am Hitzeschild des Discovery vorzunehmen. Dies ist ein relativ riskantes Unternehmen, da er sich dafür auf die Spitze des ISS-Roboterarms stellen und dann zur Unterseite des Shuttles bewegen lassen muss. Ein ähnliches Vorhaben ist bisher noch nie durchgeführt worden.

Grund für die Reparatur sind wenige hervortretende Fasern des Materials, dass die Hitzeschutzkacheln der Discovery zusammenhalten. Ein Stück des Schaumstoffs des externen Tanks hatte beim Start am 27. Juli die Beschädigung hervorgerufen. Jedoch besteht nach NASA-Angaben kein Grund zur Besorgnis. Allerdings sei es für die Raumfährenexperten am Boden nicht einfach zu simulieren, was die hervorstehenden Fasern bei der Landung bewirken könnten.

Beschädigungen am Hitzeschild durch Schaumstoffstücke kommen seit den ersten Shuttleflügen vor, jedoch hatte man ihnen bisher eher ein geringes Risikopotential zugemessen. Erst der Absturz der Columbia am 1. Februar 2003 hat den Fokus der NASA-Experten auf dieses Problem gelenkt.

So ist es sehr unwahrscheinlich, dass die aktuelle kleine Beschädigung am Rumpf der Discovery zu einer Katastrophe bei ihrer Landung führen wird, allerdings muss die NASA mit der Reparatur beweisen, dass sie in der Lage ist, auf einen solchen Fall auch während der Mission zu reagieren.

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