SkyTerra 1 auf Proton-M gestartet

Am 14. November 2010 hob pünktlich um 18:29 Uhr MEZ eine Proton-M-Rakete vom Startplatz 200/39 im kasachischen Baikonur ab, um den Kommunikationssatelliten SkyTerra1 für LightSquared aus Reston im US-amerikanischen Bundesstaat Virginia in den Weltraum zu befördern.

Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: Boeing, Chrunitschew, ILS, Roskosmos.

Chrunitschew
Die Proton-M mit SkyTerra 1 an Bord beim Start
(Bild: Chrunitschew)

Der Start der von International Launch Services vermarkteten Rakete erfolgte um 21:29 Uhr Ortszeit. Der von Chrunitschew in Russland gebaute Proton-Träger verwendete drei Raketenstufen, um die Orbitaleinheit, bestehend aus der Oberstufe Breeze-M und der Nutzlast, auf den Weg zu bringen. Nach etwas über neun Minuten und einundvierzig Sekunden Flugzeit wurde die Orbitaleinheit von der dritten Stufe der Proton abgetrennt. Eine erste Zündung der ebenfalls von Chrunitschew konstruierten Breeze-M-Oberstufe brachte die Orbitaleinheit in einen Parkorbit. Nach weiteren vier Brennphasen wurde SkyTerra1 schließlich am 15. November 2010 nach rund neun Stunden und vierzehn Minuten Flugdauer um 3:43 Uhr MEZ in einem Geotransferorbit mit einem Perigäum von etwa 6042,53 Kilometern, einem Apogäum von rund 35.803,53 Kilometern und einer Inklination von etwas über 18,57 Grad ausgesetzt (Bahndaten nach Abschätzungen von Chrunitschew).

Boeing
SkyTerra 1 beim Hersteller
(Bild: Boeing)

Mit dem Start von SkyTerra1 gelangte der nun größte Satellit für LightSquareds Flotte ins All. Der Transport des Satelliten erfolgte beim 361. Flug einer Proton-Rakete, und der zehnten Proton-Mission im Jahr 2010.

Der 152 mit L- und Ku-Band-Transpondern ausgerüstete Satellit mit einer Leermasse von 3.352 und einer Startmasse von 5.360 Kilogramm soll eine Position bei 101,3 Grad West im Geostationären Orbit einnehmen, die er unter Nutzung eigener Triebwerke, maßgeblich seines Apogäumsmotors R-4D, erreichen wird. Von dort kann SkyTerra1 Nordamerika mit Telefonie- und Internetdiensten für Funktelefone und andere mobile Endgeräte versorgen. Dazu ist der Satellit mit einer von Harris hergestellten Antenne für das L-Band ausgestattet, deren Reflektor mit einem Durchmesser von 22 Metern im Weltraum noch entfaltet werden muss. Gelingt dies wie vorgesehen, wird SkyTerra 1 dann mit der größten von einem kommerziellen Kommunikationssatelliten benutzen Antenne arbeiten können. Außerdem besitzt er eine ausklappbare Ku-Band-Antenne mit einem Durchmesser von 1,5 Metern. Zusammen mit SkyTerra 2, der in naher Zukunft in den Weltraum gebracht werden soll, wird SkyTerra 1 auch als Ersatz für die älteren seinerzeit von Hughes gebauten, 1995 und 1996 ins All transportierten MSAT 1 und 2 dienen. Die erwartete Lebensdauer des von Boeing gebauten und auf der BSS-702GEM-Plattform basierenden SkyTerra 1 beträgt 15 Jahre. Die beiden Solarzellenausleger des Trabanten sind so ausgelegt, dass sie am Ende von dessen Einsatzzeit zusammen noch 13 kW elektrische Leistung bereitstellen können. Sie geben dem Raumfahrzeug eine Spannweite von 41 Metern und setzen sich aus je fünf Segmenten mit Galliumarsenid-Solarzellen zusammen.
Raumcon:

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