Sojus-2 startet südkoreanischen Satelliten

Mit 37 weiteren Satelliten aus insgesamt 18 Ländern startete am 22. März 2021 um 7:07 Uhr deutscher Zeit eine Sojus 2-1A vom Kosmodrom Baikonur aus erfolgreich in einen sonnensynchronen Orbit.

Quelle: Glavkosmos, KARI, Roskosmos, TU Berlin.

Ein erster Versuch am 20. März musste, laut Quellen wegen eines Stromstoßes, abgebrochen werden. Der heutige Start verlief dann aber, trotz mäßigem Wetter, reibungslos: Nach dem Absetzen der Hauptnutzlast in ihrem Orbit feuerte die Oberstufe erneut, um vier weitere Satelliten in ihre vorgesehene Umlaufbahn zu bringen. Die verbliebenen Satelliten wurden nach einer weiteren Oberstufenzündung in einem 550-Kilometer-Orbit erfolgreich ausgesetzt. Durchgeführt wurde der Start von Glavkosmos Launch Services, einem Subunternehmen von Roskosmos zur kommerziellen Vermarktung der Sojus. Entsprechend war die Trägerrakete auch in den Farben des Unternehmens, weiß und blau, gestrichen worden. Als Oberstufe kam eine Fregat-M-Stufe zum Einsatz.

Der südkoreanische Satellit der einheimischen Raumfahrtagentur KARI (Korea Aerospace Research Institute) hat ein Gewicht von etwa 500 Kilogramm, hört auf den Namen CAS500-1 und wurde in eine sonnensynchrone Umlaufbahn gebracht. Mit den optischen Sensoren an Bord soll eine Auflösung von bis zu 0,5 Metern pro Pixel im panchromatischen Modus und bis zu 2 Metern pro Pixel im Farbmodus erreicht werden.

Trotz Regen hebt die Sojus-2 pünktlich in Baikonur ab.
(Bild: Glavkosmos)

Ebenfalls an Bord waren zahlreiche weitere Kleinstsatelliten, unter anderem vier Cubesats der TU Berlin mit einer Größe von jeweils 2,5 x 10 x 10 Zentimeter. Ihre Hauptaufgabe ist die Technologiedemonstration eines Funkkommunikationssystems im UHF-Band sowie eines experimentellen Satellitennavigationsempfängers.

Weitere gestartete Satelliten kamen aus Russland, Japan (unter anderem die 4 GRUS-Erdbeobachtungssatelliten für Axelspace, mit je 100 Kilogramm die schwersten Co-Passagiere), Saudi-Arabien, Italien, den Niederlanden, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kanada, Großbritannien, Thailand, Spanien, Slowakei, Argentinien, Israel, Brasilien, Ungarn und Tunesien (erster Satellit für das afrikanische Land).

Übersicht der transportierten Satelliten, ihrer Herkunft und ihrer Zielorbits.
(Bild: Glavkosmos)

Über Sojus-2
Bei der Sojus-2 handelt es sich um eine modernisierte Version der altbewährten Sojus. Zu den Verbesserungen gehören neben digitalen Flugsteuerungs- und Telemetriesystemen auch verbesserte Triebwerke und besserer Treibstoff.

Seit dem Erststart 2004 wurden 111 Flüge der Trägerrakete durchgeführt, die bis zu 8.200 Kilogramm in einen niedrigen Erdorbit oder bis zu 4.900 Kilogramm in einen sonnensynchronen Orbit transportieren kann. Die vier Seitenblöcke sowie die Zentralstufe bilden die erste Stufe, welche nach Abwurf der Seitenblöcke als zweite Stufe weiterfeuert. Diese setzen, wie auch die dritte Stufe, zum Antrieb eine Kombination von Kerosin und Sauerstoff ein. Die Fregat-Oberstufe nutzt hingegen lagerfähiges Hydrazin und Distickstofftetroxid, um die Nutzlast in ihren endgültigen Orbit zu bringen.

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