Sojus startet die ersten vier O3b-Satelliten

Der Start erfolgte gestern Abend gegen 21.27 Uhr MESZ vom Gelände in Kourou. Trägerrakete war eine Sojus STB mit Fregat-MT-Oberstufe.

Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: Thales Alenia, Skyrocket, Raumcon.

Thales Alenia
O3b-Satellit im All – Impression
(Bild: Thales Alenia)

Nach dem reibungslosen Start absolvierte die Oberstufe insgesamt 4 Brennphasen, bis sie im Zielorbit in einer Höhe von etwa 7.825 Kilometern direkt über dem Äquator angekommen war und nacheinander die Satelliten paarweise absetzte. Das Manöver war kurz vor Mitternacht unserer Zeit abgeschlossen.

Die O3b-Satelliten dienen der Weiterleitung von Internet-Daten in strukturschwachen Gebieten in Äquatornähe rund um den Globus. Geplant sind insgesamt 16 Satelliten, die jeweils in Vierergruppen gestartet werden und auf ähnliche Bahnen gelangen sollen. Jeder Satellit hat eine Masse von etwa 700 kg und wurde von Thales Alenia auf der Basis des ELiTeBus gefertigt. Er verfügt über 12 Ka-Band-Transponder mit kleinen Antennen, zwei entfaltbare Solarzellenpaneele, ein Antriebs- bzw. Lageregelungssystem über 8 kleine Triebwerke sowie Batterien zur Energiespeicherung.

O3b steht für “(The) Other 3 Billion”. Damit sind die rund 3 Milliarden Menschen gemeint, die keinen unkomplizierten Zugang zum Internet haben. Mit dem neuen Satellitennetz will die britische O3b Networks diesen Missstand beheben. Die Satelliten fliegen in deutlich niedrigeren Bahnen als geostationäre Kommunikationssatelliten. Dadurch sind sie mit geringerer Sendeleistung ansprechbar, zudem entstehen geringere Latenzzeiten.

Auf dem Boden sollen rund um den Globus mehrere sogenannte Gateways dazu verwendet werden, die Signale zwischen Satelliten und Glasfaserbackbones zu vermitten. Insgesamt dürften die Kosten deutlich niedriger sein als eine drahtgebundene Lösung oder ein Netzwerk von bodengestützten Funkstationen.

Weitere Satelliten sollen noch 2013 und 2014 folgen. Für die letzte Vierergruppe gibt es noch keinen Startzeitraum.

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