Spektr R: Zweite Erprobungsphase beginnt

Die Bordsysteme des russischen Radioteleskops wurde nach dem Start überprüft und Teile der wissenschaftlichen Nutzlast aktiviert.

Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: Roskosmos, Lawotschkin.

Roskosmos
Radioastron im All – Impression
(Bild: Roskosmos)

Nun steht die Aktivierung der wissenschaftlichen Hauptnutzlast, also des Radioteleskops und seiner Sensoren unmittelbar bevor. Bisher hatte man die Steuerungssysteme und die Thermalkontrolle überwacht. Außerdem wurden der Detektorblock Plasma F zur Untersuchung solarer Plasmen, das wissenschaftliche Kommunikationssystem sowie ein Teilchendetektor in Betrieb genommen.

Täglich zweimal werden Telemetriedaten empfangen und Kommandos zum Raumfahrzeug gesendet. Dafür stehen auf der Erde eine 70-Meter-Antenne bei Ussurisk, eine 64-Meter-Antenne bei Medweschi Osora und eine kleinere Funkstation beim Hersteller Lawotschkin zur Verfügung.

Das Radioteleskop Spektr R umläuft die Erde gegenwärtig auf einer stark elliptischen Bahn zwischen 4.578 und 338.303 Kilometern Höhe bei einer Neigung von 55,8 Grad gegen den Äquator. Fünf Jahre lang sollen verschiedene Objekte des Weltalls im Radiofrequenzbereich des elektromagnetischen Spektrums erforscht werden. Dazu gehören Galaxien und Quasare, Neutronensterne, Pulsare und Schwarze Löcher sowie interstellare Plasmen. Ziele sind u.a. die Erfassung der Struktur des Raumes im Umfeld von Schwarzen Löchern, genauere Entfernungs- und Geschwindigkeitsbestimmungen bei Pulsaren sowie das Ergründen der Entwicklungsgeschichte kollabierender Strukturen.

Radioastron, wie das Teleskop ebenfalls genannt wird, startete am 18. Juli, 04:31 Uhr MESZ an der Spitze einer Trägerrakete vom Typ Zenit 3F vom Kosmodrom in Baikonur.

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