Stardust: Erste Überraschungen

Eine beachtliche Menge an Kometenmaterial ist nahe der Sonne entstanden. Zu diesem Schluss kamen Forscher, nachdem sie einige Staubpartikel, die Stardust vom Kometen Wild 2 mitgebracht hatte, analysierten.

Ein Beitrag von Martin Ollrom. Quelle: NASA. Vertont von Dominik Mayer.

Einige Partikel des Kometen Wild 2 wurden von der Sonne ausgestoßen und vom Kometen aufgenommen, jedoch war zu diesem Zeitpunkt die Sonne noch viel jünger. Die Partikel wurden in der Stardust – Landekapsel gefunden, welche diese im Januar 2006 sicher durch die Erdatmosphäre transportierte. Es steht außer Zweifel, dass das Material vom Sonnensystemzentrum – der Sonne – in das äußere Sonnensystem gelangte, wo auch die meisten Kometen entstanden sind. Dies könnte die Sichtweise von Kometenentstehungen der Forscher revolutionieren. Dadurch kann die Zusammensetzung von Kometen jetzt noch besser bestimmt werden und man weiß, worauf besonders geachtet werden sollte und wonach besonders gesuchen werden sollte.

NASA
Ein Teil eines Kometenstaubpartikels in einem Aerogel
(Bild: NASA)

„Das Interessante dabei ist, dass wir diese heißeren Mineralien in den Materialien gefunden haben, die von den kältesten Plätzen unseres Sonnensystems stammen“, wundert sich Donald Brownlee, Stardust Teammitglied der Universität von Seattle, Washington. Forscher haben lange Zeit gedacht, dass Kometen nichts anderes als kalte, eisige Felsbrocken im Weltall seien, die aus Gas und Staub im äußeren Sonnensystem entstanden. Aber Kometen können scheinbar nicht so einfach erklärt werden! Jeder einzelne scheint eine eigene Vergangenheit zu haben und sich anders zusammenzusetzen. Der Komet Wild 2 hat eine sehr komplexe Vergangenheit. „Wir haben wärmere Mineralien gefunden, die vermutlich von starken bipolaren Strömen, ausgehend von der Sonne, ins äußere Sonnensystem gelangten“, erklärt Michael Zolensky, ebenfalls Stardust Teammitglied, die neuen Erkenntnisse. „Es scheint so, als ob Kometen aus Materialien bestehen, die verschiedene Temperaturen haben. Außerdem scheinen sie auch nicht komplett aus flüchtigen Materialien zu bestehen.“

Ein Mineral, das gefunden wurde, ist Olivin, eine Hauptkomponente des grünen Sandes auf den Stränden Hawaiis. Es ist ein häufig auftretendes Mineral im Universum, jedoch sind die Forscher überrascht, es in Kometenstaubpartikel zu finden. Olivin ist eine Zusammensetzung aus Eisen, Magnesium und einigen anderen Elementen. Neben Olivin wurden in den Wild 2 Staubpartikeln noch Calcium, Aluminium und Titanium gefunden.

Stardust passierte den Kometen Wild 2 in einer Entfernung von 149 Meilen im Januar 2004. Dabei hat er Kometenstaubpartikel gesammelt, welche er im Januar 2006 in Utah ablieferte. Die Partikel wurden auf etwa 150 Wissenschaftlerteams aufgeteilt. „Die Sammlung von Partikeln ist großartiger als wir bisher dachten“, freut sich Peter Tsou vom JPL, über die erfreulichen Nachrichten. „Die Sammlung beinhaltet etwa zwei Dutzend große Stücke, die sogar mit bloßem Auge zu sehen sind.“ Sie sind sehr klein, die meisten kleiner als eine Haarlänge. Alle anderen sind mit bloßem Auge nicht sichtbar – sie haben etwa eine Größe von einem hundertstel Millimeter. Allein ein solches Partikel kann in hunderte Stücke für Forscher geteilt werden.

Neben den Staubpartikeln des Kometen hat Stardust während seiner siebenjährigen Reise auch noch interstellare Staubpartikel gesammelt. Forscher im Johnson Center haben bereits begonnen, diese interstellaren Staubpartikel detailliert zu überprüfen.

Wer weiß, welche Geheimnisse die Stardust-Staubpartikel noch beherbergen? Es sind vermutlich noch sehr viele, die nur darauf warten, von den Forschern entdeckt zu werden. Bereits jetzt kann man den wissenschaftlichen Wert der Stardust-Mission nicht hoch genug einschätzen.

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