Starship Flug 14 erreicht stabilen Orbit

Mit dem Freisetzen von 26 Starlink Satelliten, die sich in die Bestehenden einreihen werden, markiert der Flug 14 den Beginn des operativen Betriebes. Der Flug war dabei nicht frei von Ereignissen und unerwarteten Wendungen.
Ein Portalbeitrag des Raumfahrer.net Redakteurs James.

Quelle: SpaceX Livestream, Raumfahrer.net Forum

Start
Der ursprünglich für 14:15 MESZ angesetzte Start konnte nach einer halbstündigen Verschiebung um 14:48 MESZ vom Pad 2 der Starbase gestartet werden, wobei alle 33 Raptor V3 Triebwerke zündeten. Allerdings mußte bereits bei T+01:16 der Ausfall eines Triebwerks im Zehnerring des Boosters verzeichnet werden.

Start von Starship Flug 14
Credit: SpaceX
Aufstieg nach dem Start
Credit: SpaceX

Interessant wurde es wieder mit Nahen der Stufentrennung im Hotstaging Verfahren. Alle 6 Triebwerke von Ship 41 wurden gestartet und der Booster schwenkte in die vorbestimmte Richtung weg.

Rückflug von Booster 21
Bein folgenden Boostbackburn konnten dann jedoch das schon beim Aufstieg ausgefallene Triebwerk und ein weiteres aus dem Zehnerring nicht gestartet werden. Auch der Landingburn erfolgte daraufhin mit 11 der 13 nominell verfügbaren Triebwerke.

Stufentrennung
Credit: SpaceX
Landing Burn von Booster 21
Credit: SpaceX

In der letzten Phase des Rückfluges erfolgte schließlich der Übergang auf 5 Triebwerke, wobei die 2 gestarteten Triebwerke des Zehnerringes nicht die ursprünglich Vorgesehenen waren, weil man mit diesen Triebwerke starten hätte müssen, welche bereits beim Boostbackburn nicht startbar waren.
Zu guter Letzt ging man zum Betrieb mit den inneren 3 Treibwerken über, mit denen eine kurze Schwebephase erreicht wurde. Mit dem aufsetzen auf das Wasser wurde auch noch das Flight Termination System aktiviert, womit mit diesem damit ebenfalls ein Funktionstest durchgeführt war. Das Ende von Booster 21 war erreicht.

Ship 41 kurz vor SECO
Credit: SpaceX

Flug von Ship 41
Die Aufstiegsphase von Ship 41 verlief zuerst nominell. Aber auch nur bis T+07:19, wo man einen Ausfall eines Vakuumtriebwerkes zu verzeichnen gab, welcher mit einer längeren Operationsdauer der restlichen Triebwerke zu kompensieren war. Das waren dann doch schon etwas viele Triebwerksausfälle für einen einzelnen Flug, denn SpaceX gab ja schon vor dem Flug bekannt das man den finalen Treibwerksschub zur Erreichung des Orbits nur dann durchführen würde wenn man überzeugt ist, das dies auch positiv abgschlossen werden kann.

Erstmaliger Orbit Insertion Burn eines Starships
Credit: SpaceX

Nach Brennschluß der Triebwerke von Ship 41 wurde daher gespannt auf die Entscheidung von SpaceX gewartet. Man ging bereits davon aus das auch dieser Flug nur suborbital ausgeführt werden würde, womit man aber das Gefühl kaum verdrängen hätte können, das der Fortschritt des Entwicklungsprozesses etwas auf der Stelle tritt.
Obwohl man keine Ursache für den Triebwerksausfall bekanntgab, falls man sie überhaupt wußte, wurde etwas Überraschenderweise eine Freigabe für den finalen Schub zum Orbiteintritt erteilt. Anzuführen ist jedoch schon das man im weiteren Verlauf das ausgefallene Triebwerk gar nicht mehr benötigte.
Mit einer nur ca. 15 Sekunden andauernden Schubphase mit einem der Sealeveltriebwerke wurde die Flugbahn auf einen 275km x 260km Orbit angehoben.

Freisetzung der Starlink V3 Satelliten
Credit: SpaceX

Dort wurden die 26 Starlink V3 Satelliten auf einem 30,5° geneigten Orbit ausgesetzt, wo sie sich der Gruppe 30 anschließen werden. SpaceX gab in der Folge auch bekannt das zu allen Satelliten Kontakt besteht.
3 der Satelliten waren zusätzlich auch mit Kameras ausgestattet um das Thermalschutzsystems des Schiffes vor dem Wiedereintritt überprüfen zu können, was anscheinend auch bei folgenden Flügen beibehalten werden soll.
Die ursprünglich anvisierte Verweildauer des Schiffes im Orbit wurde jedoch verkürzt. Damit verschob sich die Landezone vom Meeresgebiet vor Chile zu jenem vor Hawaii.
Gründe dafür könnte es mehrere geben. Schlechte Wetteraussichten bei der späteren Wasserung vor Chile, obwohl auch die Witterung vor Hawaii dann nicht sehr gut war, oder auch die Unsicherheit die wegen dem Triebwerksausfall bestand. Auch mögliche Temperaturerhöhungen im Haupttank könnten dazu den Anlaß gegeben haben.
Bei T+02:12:17 erfolgte ein ca. 8 Sekunden andauernder Deorbitburn. Erste Plasmaeinwirkungen auf das Schiff konnten dann um ca. T+02:40:00 beobachtet werden. Der Wiedereintritt hatte begonnen. Abbrände konnten keine, allenfalls konnten Verfärbungen beobachtet werden.

Landing Burn von Ship 41
Credit: SpaceX

Anhand von Änderung der Ausrichtung des Schiffes konnte man auch erkennen das warscheinlich wiederum ein Landeanflug Richtung Starbase simuliert wurde. Das Manöver zum aufrichten des Schiffes wurd mit allen 3 Centertriebwerken durchgeführt, bevor auf zwei aktive Triebwerke geschalten wurde.
Das Schiff setzte schließlich kontrolliert bei ca. T+03:08:28 auf der Wasseroberfläche des pazifischen Ozeans, nördlich von Hawaii, auf.

Detonation an Ship 41 nach der Wasserung
Credit: SpaceX

Nach dem Umkippen erfolgte diesmal, im Gegensatz zu Flug 13, mitausgelöst durch den mitgeführten Resttreibstoff, eine Explosion an Ship 41.
Welche Schäden dies verursachte, konnte am Ende des Streams nicht mehr beobachtet werden, aber eine Bergung des Schiffes war von vorne herein nicht vorgesehen gewesen.

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