Staub statt Wasser?

Amerikanische Forscher behaupten auf Grund von Experimenten, dass die für Flussrinnen geglaubten Gullies auf dem Mars durch Staublawinen entstanden sind.

Ein Beitrag von Julian Schlund. Quelle: spacedaily.com.

Eine Gruppe amerikanischer Wissenschaftler veröffentlichte vor kurzem ihre Forschungsergebnisse über die Entstehung der interessanten, verzweigten Strukturen bei den Krater- und Berghängen auf der Marsoberfläche.
Diese legen nahe, dass die auffälligen Rinnen auf dem roten Planeten wegen der geringen Anziehungskraft ebenfalls durch Staublawinen entstanden sein könnten, und nicht unbedingt, wie bis jetzt allgemein angenommen wurde, durch Wasser.
Schon auf den Bildern von Raumsonden aus den 1979er Jahren registrierte man, zur Überraschung der Wissenschaftler, Strukturen, die stark an ausgetrocknete Flussläufe erinnern.

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Ist diese Landschaft nicht aus Wasser, sondern aus Staub geformt worden?
(Bild: NASA)

Auch die neuesten Forschungsergebnisse der Marsrover bestätigen die bisher angenommene Theorie, dass es vor Milliarden von Jahren offenes Wasser auf dem Mars gab. Die für Flussrinnen geglaubten Gullies an Krater- und Berghängen scheinen jedoch noch jünger zu sein, sie sollen erst vor wenigen Millionen Jahren entstanden sein. Dies war den Marsforschen bis jetzt ein großes Rätsel. Gibt es bis heute Wasser unmittelbar unter der Oberfläche des geheimnissvollen Planeten?
Die Experimente von Troy Shinbrot von der Rutgers Universityin New Jersey bieten nun eine Erklärungsmöglichkeit für diese Gullies: Lawinen extrem feinen Staubs verhalten sich bei Bedingungen, wie sie auf dem Mars herrschen, wie eine Flüssigkeit und können folglich ebenfalls Strukturen schaffen, die Flusslinien ähneln.
Auf der Erde setzt sich der Staub zu schnell ab und ist daher nicht in der Lage, ähnliche Gullies wie auf dem Mars zu schaffen. Deswegen wurde diese Möglichkeit für die Entstehung solcher Rinnen auf dem Mars erst jetzt entdeckt.

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