Boeing ändert Programmierung von UFO 11

Am 7. Januar 2009 gab Boeing bekannt, dass es dem Unternehmen gelungen sei, die Kapazität des militärischen Kommunikationssatelliten UFO 11 im Orbit sechs Jahre nach seinem Start um dreißig Prozent zu steigern.

Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: Boeing, Lockheed Martin, NASA.

NASA
Atlas 3B mit UFO 11 an Bord beim Start am 18. Dezember 2003
(Bild: NASA)

Die Vereinbarung zum Bau des auf dem Hughes HS-601-Bus basierenden Satelliten UFO 11 war im Jahre 1999 zwischen der US-amerikanischen Marine und der Firma Hughes Space and Communications Company getroffen worden. Boeing als Rechtsnachfolger von Hughes baute den Satelliten für das Space and Naval Warfare Systems Command (SPAWAR) der US-amerikanischen Marine in San Diego. Der zu Grunde liegende Bus wurde von Boeing Satellite Systems nunmehr BSS-601 genannt, und stellt auch die Basis einer Anzahl kommerzieller Kommunikationssatelliten dar. UFO 11 entstand als einziges Block-4-Raumfahrzeug in der UFO-Satellitenserie.

UFO steht hier für Ultra High Frequency Follow-On, also für UHF-Nachfolger. Die UFO-Satellitenserie ist Standbein eines Satellitenkommunikationssystems der US-amerikanischen Marine und Nachfolgesystem von FLTSATCOM, dem Fleet Satellite Communications System des US-Verteidigungsministeriums.

Zwischen 1993 und 1999 wurden die Satelliten UFO 1 bis UFO 10 auf Atlas-Raketen in den geostationären Orbit gestartet. Der Flug des allerersten Satelliten misslang, UFO 1 strandete in einem Orbit, wo der Satellit nicht wie vorgesehen genutzt werden konnte, nachdem der Träger 24 Sekunden nach dem Start einen Schubverlust erlitten hatte. UFO 11 gelangte auf einer Atlas-3B-Rakete (ac203) mit Centaur-Oberstufe am 18. Dezember 2003 von Cape Canaveral aus ohne Probleme ins All und wurde so der erste US-amerikanische Militärsatellit, der auf einer von russischen Triebwerken (RD180) angetriebenen Rakete transportiert wurde. Nach 32 Flugminuten war der Satellit in einem Orbit mit dem erdnächsten Punkt bei 288,3 Kilometern über der Erdoberfläche und einem erdfernsten Punkt von 35.911 Kilometern über der Erdoberfläche sowie einer Inklination von 27 Grad ausgesetzt worden.

Zur Orbitzirkularisierung und Abbau der Inklination wurde der eigene Apogäumsmotor des Satelliten benutzt. UFO 11 wurde zunächst bei 172 Grad Ost positioniert. Aktuell befindet sich das Raumfahrzeug, das auch als USA 174 gelistet wird, an einer Position von 71,1 Grad Ost im geostationären Orbit. Der dreiachsstabilisierte Satellit mit einer Lebenserwartung von 15 Jahren brachte ein Startgewicht von 3.051 Kilogramm auf die Waage.

Die Kommunikationsnutzlast setzt sich aus UHF- (ultra high frequency) und EHF- (extremely high frequency) Komponenten zusammen. Im UHF-Bereich standen lt. Boeing 41 Kanäle mit Bandbreiten von 5 Kiloherz und 25 Kiloherz zur Verfügung, im EHF-Bereich 20 Kanäle. Jetzt soll durch Änderung der Programmierung des digitalen Signalprozessors (DSP) an Bord des Satelliten die Zahl der nutzbaren Kanäle gesteigert worden sein. Unter Ausnutzung bis dato ungenutzter Bereiche des Radiowellenspektrums habe man 10 zusätzliche Kanäle bereitstellen können, insgesamt sollen jetzt 54 Kanäle nutzbar sein. Welcher Frequenzbereich von der Änderung betroffen ist, wurde nicht mitgeteilt.

UFO 11 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 28117 bzw. als Objekt 2003-057A.

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