Erfolgreicher Test für CryoSat

Die ESA geht neue Wege und testet Geräte bei Flügen über der Arktis. Erst nach erfolgreichen Tests wird der Satellit gestartet.

Ein Beitrag von Ingo Froeschmann. Quelle: none.

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CryoSat (Grafik: ESA)

Der Satellit CryoSat ist Teil des Living Planet Programms der Europäischen Weltraumagentur (ESA). Die Aufgabe des Satelliten ist die Vermessung der Eisdicken in der Arktis und Antarktis. Bislang können Satelliten nur die Eisflächen messen, nicht aber deren Volumen. Die Mission soll wichtige Daten für die Klimaforschung liefern, mit denen dann unter anderem festgestellt werden kann, wie groß der Treibhauseffekt ist. Der Satellit wird voraussichtlich Ende 2004 gestartet.

Aus einer Höhe von 720 Kilometern misst der Satellit Veränderungen von wenigen Zentimetern bei Eisfeldern und schwimmenden Eisbergen. So soll gemessen werden ob die Eismassen der Polregionen tatsächlich durch eine globale Erwärmung abschmelzen.

Die große Herausforderung für die Wissenschaftler ist aber nicht die eigentliche Messung der Eisflächen, sondern die Frage, ob die gesammelten Daten auch richtig sind. Zum Beispiel kann der Wechsel der Jahreszeiten die Beschaffenheit von Schnee und Eis verändern, und damit auch die Messungen verfälschen. Für die Wissenschaftler ist es also von größter Bedeutung die Zusammenhänge zu erkennen.

Zu diesem Zweck wurde ASIRAS entworfen. Dieses Radargerät simuliert die Messungen des zukünftigen Satelliten CryoSat, wird aber von einem Flugzeug aus verwendet. So können die Wissenschaftler schon jetzt echte Daten verwenden und können gleichzeitig das Risiko verringern, dass ein unbrauchbarer Satellit gestartet wird. Malcolm Davidson, der Test Manager für CryoSat ist schon jetzt sehr zufrieden mit den Testergebnissen.

Hintergrund
Anders als die früheren ESA Missionen verwendet das Living Planet Programm kürzere, preiswertere und zielgerichtete Missionen. Die Missionen orientieren sich stärker am tatsächlichen Nutzen für die Allgemeinheit und auch an den Interessen der Industrie. Wo immer möglich soll mit der Industrie zusammen gearbeitet werden, aber auch mit der Europäischen Kommission, Eumetsat (der Europäischen Organisation für die Verwertung von Wettersatelliten) und nationalen Regierungen.

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