Übergabe der Galileo-Satelliten an Deutschland

Nachdem sie ihre geplante Umlaufbahn erreicht haben, wurden die ersten beiden Galileo-Satelliten, die für den operationellen Betrieb geeignet sind, an das deutsche Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen übergeben.

Ein Beitrag von Simon Plasger. Quelle: ESA.

ESA - P. Carril
Die ersten beiden Galileo-Satelliten im Orbit (Künstlerische Darstellung)
(Bild: ESA – P. Carril)

Zum Ende der sogenannten LEOP-Phase (Launch and early Operation Phase, Start- und erste Operationsphase) wurde die Kontrolle der ersten beiden Satelliten des europäischen Navigationssystems von der französischen Raumfahrtagentur CNES an das Galileo-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen bei München übergeben. Es wird vom deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betrieben und ist nun für die Steuerung der Satelliten während ihrer geplanten zwölfjährigen Lebensdauer zuständig.

CNES/Emmanuel Grimault
Das Galileo-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen
(Bild: CNES/Emmanuel Grimault)

Die beiden Galileo-Satelliten waren am 21. Oktober an Bord einer Sojus-Rakete von Kourou in Französisch-Guayana aus gestartet worden. Drei Stunden und 49 Minuten nach dem Start erreichten sie ihre vorläufige Umlaufbahn in 23.222 km Höhe. Nach dem Aussetzen durch die Fregat-Oberstufe übernahm ein gemeinsames Team von CNES und ESA die Kontrolle und begann, die beiden Navigationssatelliten zu aktivieren. Zunächst wurde die Drehung der Satelliten verlangsamt, so dass sich die Solarpaneele entfalten konnten, woraufhin die Batterien wieder aufgeladen werden konnten.

Ein weiterer wichtiger Schritt war der Test der Triebwerke, welche unter anderem für Bahnänderungen notwendig sind. Eine solche wurde anschließend auch durchgeführt, da der angestrebte Zielorbit nochmal etwa 100 km höher lag. Nachdem der geplante Orbit, welcher eine Inklination von 56° besitzt, erreicht wurde, richteten sich die Satelliten für den Normalbetrieb aus: Solarzellen in Richtung Sonne und Navigationsantenne auf die Erde gerichtet.

In den nächsten Tagen werden nun die für die Navigation verantwortlichen Nutzlasten aktiviert. Damit können dann die ersten Tests des europäischen Navigationssystems im Orbit beginnen. Für die nächsten Jahre sind noch viele weitere Starts von Galileo-Satelliten geplant, um in einigen Jahren ein vollständiges System zur Verfügung stellen zu können.

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