Weitere Laser-Attacken auf dem Mars

Nach ihrem erfolgreichen Einsatz am 19. August 2012 hat die ChemCam des Marsrovers Curiosity mittlerweile weitere Ziele aufs Korn genommen.

Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: JPL, LANL. Vertont von Peter Rittinger.

NASA, JPL-Caltech, LANL, CNES, IRAP
Diese Grafik zeigt die Emissionslinien verschiedener chemischer Elemente, welche in dem Stein “Coronation” vorhanden sind.
(Bild: NASA, JPL-Caltech, LANL, CNES, IRAP)

Bereits am vergangenen Sonntag, dem 19. August 2012 wurde erstmals der Laser der ChemCam, einem der 10 wissenschaftlichen Instrumente an Bord des Marsrovers Curiosity, in Betrieb genommen. Das Ziel der im Rahmen dieser Untersuchung “abgefeuerten” 30 Laserpulse war der etwas über sieben Zentimeter durchmessende Gesteinsbrocken “Coronation”, welcher von den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern zuvor unter der Bezeichnung “N165” geführt wurde (Raumfahrer.net berichtete).

Mittlerweile liegen erste Ergebnisse dieser Untersuchung vor. Demzufolge handelt es sich bei N165 um ein Basaltgestein. Basalt wurde bereits im Rahmen früherer Oberflächenmissionen auf dem Mars nachgewiesen und es ist mittlerweile bekannt, dass dieses sich im Rahmen vulkanischer Aktivitäten bildende Gestein auf unserem Nachbarplaneten relativ häufig anzutreffen ist.

“Viel interessanter ist jedoch die Tatsache, dass der Felsen offenbar von einer Staubschicht bedeckt ist”, so Roger C. Wiens, der für dieses Instrument hauptverantwortliche Wissenschaftler. “Während der ersten Laserpulse detektierte die ChemCam Spitzen von Wasserstoff und Magnesium, welche während der späteren Laserpulse nicht mehr beobachtet werden konnten. Dies könnte bedeuten, dass die Gesteinsoberfläche mit einer Schicht aus Staub oder einem anderem Material bedeckt ist.”

NASA, JPL-Caltech, LANL, CNES, IRAP, MSSS
Sechs vom RMI-Instrument der ChemCam angefertigte Einzelbilder der Region Goulburn.
(Bild: NASA, JPL-Caltech, LANL, CNES, IRAP, MSSS)

Nach dem ersten Einsatz des Lasers, welcher ein Bestandteil der mehrere Wochen andauernden Kommissionierungsphase des Rovers war, trat der ChemCam-Laser in den folgenden Tagen erneut in Aktion. Das dabei angepeilte Ziel war die Region “Goulburn”. Während der letzten Phase der LandungCuriositys auf dem Mars wurde der Rover durch einen SkyCrane in der Luft gehalten. Die zu diesem Zeitpunkt vier noch aktiven Triebwerke des SkyCranes bliesen mit ihrem Schub Sand- und Staubablagerungen von der Marsoberfläche weg und legten an vier Stellen das darunter liegende Grundgestein des Mars frei. Eines dieser so frei gelegten Areale wurde von dem Mitarbeitern der Curiosity-Mission mit dem Namen Goulburn versehen.
Goulburn befindet sich etwa fünf bis sechs Meter links des ursprünglichen Landeortes des Rovers. Das nebenstehende Bild zeigt eine Aufnahme dieser Region, welche durch die Mastkamera des Rovers angefertigt wurde. Bei den sechs eingefügten Schwarz-Weiß-Bilder handelt es sich um Aufnahmen des in die ChemCam integrierten “Remote Micro Imager” (kurz “RMI”). Jede dieser Aufnahmen deckt eine Fläche mit einem Durchmesser von etwa 10 bis 12 Zentimetern ab, wobei Details der Oberfläche mit einer Auflösung von bis zu 0,5 Millimetern erkennbar sind. Nach der Anfertigung der RMI-Aufnahmen wurde der Laser der ChemCam erneut aktiviert, um die chemische Zusammensetzung der Zentren der Bereiche 2, 3 und 4 zu analysieren. Im Rahmen dieser Analysen sandte der ChemCam-Laser rund 470 weitere Pulse aus.

Obwohl sich das Areal von Goulburn etwa doppelt so weit von der ChemCam entfernt befindet wie N165 konnte das Instrument auch bei dieser zweiten Untersuchung klare Daten sammeln, welche in ihrer Qualität nicht schlechter sind als die Daten, welche unter entsprechenden Testbedingungen im Vorfeld der Curiosity-Mission auf der Erde gesammelt wurden.
Entsprechend erfreut sind die an diesem Instrument beteiligten Wissenschaftler: “Wir sind am Jubeln”, so Roger C. Wiens. “Einfach alles an dieser Mission ist erstaunlich und verläuft perfekt. Und dies gilt auch für unser Instrument.”

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