Airbus schließt Integration des dritten Copernicus Sentinel-2 ab

Klima-Satellit Sentinel 2C wird nun umfangreichen Tests unterzogen. Eine Pressemitteilung von Airbus Defence and Space.

Quelle: Airbus Defence and Space.

Sentinel 2C fertig zum Verpacken. (Bild: Airbus)

Friedrichshafen, 29. Juli 2021 – Airbus hat die Integration des Copernicus-Satelliten Sentinel- 2C abgeschlossen. Er ist der dritte seiner Art und wird nun nach München gebracht, wo er umfangreiche Umwelttests durchläuft, um seine Weltraumtauglichkeit zu bestätigen. Die Testkampagne wird bis März 2022 dauern.
Die von den Sentinel-2-Satelliten gesammelten Daten werden für die Überwachung von Landnutzung und -veränderungen, Bodenversiegelung, Landmanagement, Land- und Forstwirtschaft, Naturkatastrophen (Überschwemmungen, Waldbrände, Erdrutsche und Erosion) und zur Unterstützung humanitärer Hilfseinsätze genutzt. Die Umweltbeobachtung in Küstengebieten gehört ebenso zu diesen Aktivitäten wie die Überwachung von Gletschern, Eis und Schnee.
Als “Farbsichtgerät” für das Copernicus-Programm wird Sentinel-2C – wie seine Vorgängersatelliten Sentinel-2A und -2B – optische Bilder aus dem sichtbaren bis kurzwelligen Infrarotbereich des elektromagnetischen Spektrums liefern. Aus einer Höhe von 786 Kilometern wird der 1,1 Tonnen schwere “C”-Satellit weiterhin Aufnahmen in 13 Spektralbändern mit einer Auflösung von 10, 20 oder 60 Metern und einer einzigartigen Schwadbreite von 290 km ermöglichen. Die Teleskopstruktur und die Spiegel bestehen aus Siliziumkarbid, für das Airbus die Pionierarbeit geleistet hat. Das Material bietet eine sehr hohe optische Stabilität und minimiert die thermoelastische Verformung, was zu einer hervorragenden geometrischen Bildqualität führt. Dies ist beispiellos in dieser Kategorie optischer Bildgeber. Jeder Sentinel-2-Satellit sammelt 1,5 Terabyte pro Tag, nach der Kompression an Bord. Die Daten werden mit hoher Geschwindigkeit an Bord formatiert und in der Massenspeicher- und Formatierungseinheit mit höchster Kapazität zwischengespeichert. Datenaufzeichnung und Downlink per Laser können gleichzeitig erfolgen. Die Hochgeschwindigkeitsverbindung vom Weltraum zum Boden zusätzlich zur direkten X-Band-Verbindung wird via EDRS SpaceDataHighway ermöglicht.

Der Transportcontainer mit Sentinel 2C wird geschlossen. (Bild: Airbus)

Die Sentinel-2-Mission basiert auf einer Konstellation von zwei identischen Satelliten, Sentinel- 2A (gestartet 2015) und Sentinel-2B (gestartet 2017), die auf der gleichen Umlaufbahn, aber 180° voneinander entfernt fliegen, um eine optimale Abdeckung und Wiederholungszeit zu gewährleisten. Die Satelliten umkreisen die Erde alle 100 Minuten und decken alle fünf Tage alle Landflächen der Erde, große Inseln sowie Binnen- und Küstengewässer ab.
Die Sentinel-2-Satelliten erfassen derzeit systematisch alle Land- und Wasserflächen und haben dabei hervorragende Ergebnisse gebracht. Im Jahr 2020 ist die Sentinel-2-Mission nach wie vor die führende europäische Mission in Bezug auf wissenschaftliche, begutachtete Publikationen (1200 im letzten Jahr) und die an die Nutzer verteilte Datenmenge.
Die Sentinel-2-Mission wurde durch die enge Zusammenarbeit zwischen der ESA, der Europäischen Kommission, der Industrie, den Dienstleistern und den Datennutzern ermöglicht. An ihrer Entwicklung waren rund 60 Unternehmen beteiligt, allen voran Airbus Defence and Space in Deutschland für die Satelliten und Airbus Defence and Space in Frankreich für die multispektralen Instrumente, während Airbus Defence and Space in Spanien für die mechanische Satellitenstruktur verantwortlich ist.
Copernicus, das europäische Umweltüberwachungsprogramm, wird von der Europäischen Kommission (EC) in Partnerschaft mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) geleitet. Die Sentinel-Satelliten von Copernicus liefern Fernerkundungsdaten der Erde und stellen wichtige operative Dienste in den Bereichen Umwelt und Sicherheit bereit.

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