Glory: Start erst im Februar 2011

Der Start von NASAs Forschungssatelliten Glory, der unter anderem den Einfluss der Strahlungsenergie der Sonne auf das Erdklima untersuchen soll, verzögert sich um weitere drei Monate.

Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: NASA, OSC.

NASA
VCL – graphische Darstellung
(Bild: NASA)

Zuletzt visierte man einen Start von Glory am 22. November 2010 an. Eine Taurus-XL-Rakete hätte mit dem Satelliten an Bord um 11:00 Uhr MEZ von der Rampe 576E der US-amerikanischen Luftwaffenbasis Vandenberg in Kalifornien abheben sollen, um ihn in eine Umlaufbahn um die Erde zu bringen.

Nach Angaben der US-amerikanischen Raumfahrtagentur NASA vom 7. Oktober 2010 wurde die Startverschiebung erforderlich, weil es Schwierigkeiten mit einem Bauteil in einem der Stellantriebe für die Ausrichtung der Solarzellenausleger des Satelliten gibt. Im Verlaufe von Tests in einer Vakuumkammer beim Hersteller des Satelliten, der Orbital Sciences Corporation (OSC), trat bereits Ende 2009 ein Problem mit der Technik zum Bewegen eines der Solarzellenausleger auf. In anschließenden Tests konnte der Fehler jedoch nicht reproduziert werden. Im Juni 2010 gab es erneut Probleme mit der Mechanik, die sich dann auch fortsetzten. Deshalb wurde im August 2010 schließlich entschieden, ein offensichtlich fehlerbehaftetes Bauteil auszutauschen.

NASA
Glory über der Erde – frühe Konzeptdarstellung
(Bild: NASA)
VCL beobachtet die Erdvegetation – Illustration
(Bild: NASA)

Die Moog Components Group aus Blacksburg im US-amerikanischen Bundesstaat Virginia ist Herstellerin des Schleifrings, der elektrische Verbindungen zur Übertragung der vom Solarzellenausleger erzeugten elektrischen Leistung und von Daten auf einer drehbaren Befestigung realisiert. Die NASA verfolgt jetzt mehrere Strategien zum Ersatz dieses Bauteils, neben Moog arbeitet auch ein anderer Hersteller an neuen Schleifringen. Im November 2010 will man festlegen, welches Fabrikat im Satelliten zur Anwendung kommen soll.

Schon im Frühjahr 2009 war die Notwendigkeit des Austauschs eines anderen wichtigen Bauteils des auf dem überholten LEOStar-Satellitenbus des gestrichenen Vegetationsforschungssatelliten VCL aufgebauten Raumfahrzeugs erkannt worden. Anschließend hatte man den ursprünglichen SCS750-Rechner von Maxwell durch einen Rad750-Computer von BAE ersetzt. Die so entstandenen Zusatzkosten belaufen sich auf rund 45 Millionen US-Dollar.

NASA/GSFC
Glory – graphische Darstellung
(Bild: NASA/GSFC)

Auch die für den Transport von Glory vorgesehene Trägerrakete gab bereits Anlass für Verzögerungen. Nach dem misslungenen Start des wie Glory ebenfalls zum Einsatz im A-Train gedachten Satelliten OCO (raumfahrer.net berichtete) erfolgten einige konstruktive Änderungen einzelner Komponenten der Nutzlastverkleidung der Taurus-XL-Rakete. Ein Drucksensor hatte am 24. Februar 2009 versagt, die Nutzlastverkleidung war nicht abgeworfen worden, und der weiter mit der dritten Stufe der Rakete verbundene Satellit wegen des Zusatzgewichts zur Erde zurückgestürzt.

Ist Glory erst einmal im All, wird er in die A-Train genannte Konstellation aus Erdbeobachtungssatelliten eingereiht, um aus rund 705 Kilometern Höhe Aerosole in der Erdatmosphäre im infraroten und sichtbaren Bereich zu messen, Wolken zu photographieren und Veränderungen der Sonneneinstrahlung aufzuzeichnen. Mindestens drei Jahre soll sich Glory auf seiner sonnensynchronen Bahn mit einer Neigung von 98,2 Grad gegen den Äquator einsetzen lassen, fünf Jahre Betrieb werden angestrebt.

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