STS-127 – Statusreports

Auf dieser Seite finden Sie Berichte zum Verlauf der Mission STS-127 des Space Shuttle Endeavour zur Internationalen Raumstation.

Ein Beitrag von Thomas Pallmann. Quelle NASA.

Die Endeavour hebt (endlich) ab.
(Bild: NASA)

Statusreport Nr. 1 vom 16. Juli 2009 (Starttag)

Nach fünf vergeblichen Startversuchen konnte das Space Shuttle Endeavour um 0:03 Uhr MESZ endlich zu seiner 16-tägigen Mission zur Internationalen Raumstation aufbrechen. Zuvor musste die STS-127-Mission mehrmals verschoben werden. Ursprünglich sollte Endeavour am 13. Juni starten, allerdings verhinderte eine fehlerhafte Verbindung am externen Tank, die sogenannte Ground Umbillical Carrier Plate (GUCP), einen Start. Nach der erfolgreichen Reparatur der GUCP und einem Betankungstest plante man am 10. Juli einen weiteren Startversuch, der aber durch schlechtes Wetter vereitelt wurde. Es folgten zwei weitere Startversuche, die aber ebenfalls aufgrund von schlechtem Wetter abgebrochen werden mussten.

Der sechste Startversuch war dann endlich erfolgreich und die Endeavour konnte in den nur leicht bewölkten Himmel über Florida starten. Es war der insgesamt 127. Start eines Space Shuttles und der insgesamt 23. Flug der Endeavour. Während des Aufstiegs in die Umlaufbahn konnte man Isolierschaum und Eis sehen, welches sich vom externen Tank gelöst hatte. Eine genaue und detaillierte Analyse über die Art der Bruchstücke und die daraus resultierenden möglichen Folgen wird derzeit von dem Expertenteam in Houston, dem sogenannten Damage Assessment Team (DAT), durchgeführt. Diese Überprüfung des Hitzeschilds ist Routine und wird bei jedem Flug durchgeführt. Mit einem endgültigen Ergebnis wird für den fünften Flugtag gerechnet.

In der Umlaufbahn angekommen, bereitete die Besatzung, bestehend aus dem Kommandanten Mark Polansky, Pilot Doug Hurley und den Missionsspezialisten Dave Wolf, Christopher Cassidy, Tom Mashburn, Tim Kopra und Julie Payette, das Space Shuttle für die kommenden Arbeiten im All vor. Sie öffneten die Türen der Ladebucht und bereiteten Ausrüstung vor, die für die kommenden Tage benötigt wird.

Ziel der STS-127-Mission ist der finale Ausbau des japanischen Weltraumlabors Kibo. Dazu wird eine Plattform an der Außenseite des Labors angebracht, die sogenannte Exposed Facility. Dort können Experimente den harschen Bedingungen des Alls ausgesetzt und dessen Einfluss darauf untersucht werden. Außerdem wird mit Endeavour ein neues Crewmitglied die Internationale Raumstation erreichen. Tim Kopra wird den japanischen Astronauten Koichi Wakata ersetzten. Die Besatzung wird außerdem in fünf Außenbordeinsätzen diverse Arbeiten an der Raumstation durchführen.

Das Space Shuttle Endeavour befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 235 Kilometern. Die Crew wird um 14:03 Uhr MESZ geweckt und wird damit Flugtag 2 beginnen.

Statusreport Nr. 2 vom 17. Juli 2009 (2. Flugtag)

Die Besatzung des Space Shuttle Endeavour wurde um 14:03 Uhr MESZ mit dem Lied „These Are Days“ von der Gruppe 10,000 Maniacs geweckt. Das Lied wurde Missionsspezialist Tim Kopra gewidmet.

Die Crew verbrachte den Tag damit, das Space Shuttle auf das bevorstehende Rendezvous mit der Internationalen Raumstation vorzubereiten. Kommandant Mark Polansky und Pilot Doug Hurley zündeten die orbitalen Steuerdüsen, um den Kurs für das Zusammentreffen der beiden Raumfahrzeuge anzupassen. Zusätzlich installierte die Besatzung eine Kamera im Andocksystem und fuhr anschließend den Andockring aus. Des Weiteren wurden alle für das Rendezvous benötigen Werkzeuge vorbereitet.

Im Mitteldeck des Space Shuttle bereiteten derweil die vier Astronauten Dave Wolf, Chris Cassidy, Tom Marschburn und Tim Kopra die an Bord befindlichen Weltraumanzüge vor, die sie für die insgesamt fünf Außenbordeinsätze benötigen.

Beim Start wurden Teile des Hitzeschutzes oberflächlich beschädigt.
(Bild: NASA-TV)

Auf dem Flugdeck widmete sich derweil die Crew der Inspektion des Hitzeschilds. Dazu hob man mit Hilfe des Roboterarms, das Orbiter Boom Sensor System aus der Ladebucht und begann damit zuerst die Flügelkante des Steuerbordflügels zu untersuchen. Anschließend untersuchte man die Nasenkappe des Orbiters, bevor man sich der Flügelkante des Backbordflügels widmete. Die Untersuchung nahm insgesamt fünf Stunden in Anspruch. Die dabei gewonnenen Daten werden derzeit von Experten am Boden ausgewertet.

Am Boden präsentierte das Damage Assessment Team (DAT) dem Mission Management Team (MMT) die erste Auswertung über die Effizienz des externen Tanks während der Startphase. Insgesamt verlor der Tank ca. 12 Stücke Isolierschaum. Die meisten Stücke haben sich dabei vom Zwischentank gelöst. Dies ist insofern ungewöhnlich, da der Zwischentank nicht die Temperaturunterschiede aushalten muss wie die Tanks für den flüssigen Sauerstoff und Wasserstoff. Das MMT hat daher entschieden eine gründliche Analyse des Zwischentanks am externen Tank der kommenden Mission STS 128 durchzuführen, um so einen besseren Einblick in die Mechanismen zu erhalten, die zu einem Ablösen des Isolierschaums geführt haben könnten.

Einige der Trümmerstücke haben die Hitzeschutzkacheln getroffen. Nach ersten Analysen haben sie dort allerdings nur oberflächlichen Schaden angerichtet und beeinträchtigen die Eigenschaften der beschädigten Kachel nicht. Sollte das DAT eine detailliertere Analyse der Schadstellen benötigen, so würde diese detaillierte Inspektion am fünften Flugtag durchgeführt.

Das Space Shuttle Endeavour befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 235 Kilometern. Die Besatzung soll um 13:03 Uhr MESZ geweckt werden und damit Flugtag 3 beginnen.

Statusreport Nr. 3 vom 18 Juli 2009 (3. Flugtag)

Die Astronauten des Space Shuttle Endeavour wurden um 13:03 Uhr MESZ mit dem Lied „Here Comes The Sun“ von den Beatles geweckt. Das Lied wurde Shuttlekommandant Mark Polansky gewidmet.

Die Anzahl der Personen an Bord der Internationalen Raumstation wuchs auf 13 an, nachdem Mark Polansky das Shuttle sanft um 19:47 Uhr MESZ an die ISS andockte.

Die Endeavour bringt sich für ein Rotationsmanöver unterhalb der ISS in Stellung.
(Bild: NASA-TV)

Zuvor vollführte die Besatzung eine Reihe von Kurskorrekturen, die das Space Shuttle direkt unterhalb der Raumstation führte. Dort vollführten sie das Rendezvous Pitch Manöver (RPM). Dies ist eine vollständige Drehung um die Querachse, um der Besatzung an Bord der Raumstation Gelegenheit zu geben, Fotos von der Unterseite des Orbiters zu machen. Insgesamt wurden ca. 300 Fotos geschossen und diese anschließend zur Bodenkontrolle in Houston übertragen, wo sie von Experten ausgewertet werden.

Anschließend steuerte Polansky das Shuttle in einem Halbkreis direkt vor die Station und dockte anschließend am Pressurized Mating Adapter 2 an. Nachdem die Besatzung die Dichtheit der Andockmechanismen geprüft hatte, wurden um 21:48 Uhr MESZ die Luken zwischen den beiden Raumfahrzeugen geöffnet und beide Besatzungen konnten einander begrüßen. Mit nun 13 Personen gleichzeitig an Bord der Raumstation wurde ein neuer Rekord in der Raumfahrt aufgestellt.

Der Kopplungsring der ISS.
(Bild: NASA-TV)

Nach dem üblichen Sicherheitsbriefing installierte Tim Kopra seinen Sojus-Sitz in einer der russischen Kapseln und wurde so zu einem Mitglied der Expedition 20. Zum gleichen Zeitpunkt wurde Koichi Wakata Missionsspezialist der STS-127-Besatzung.

Gegen Ende des Arbeitstages der beiden Besatzungen wurde die Umlaufbahn der Raumstation um ca. einen Kilometer nach oben korrigiert, um so einem Teil Weltraumschrott auszuweichen. Zusätzlich bereiteten sich der Missionsspezialist Dave Wolf und Expedition-20-Mitglied Tim Kopra auf den ersten Außenbordeinsatz der Mission vor. Zu diesem Zweck verbringen sie die Nacht im Quest-Airlock bei vermindertem Luftdruck. Diese Prozedur soll den Stickstoffgehalt im Blut reduzieren und so der gefährlichen Taucherkrankheit vorbeugen.

Das Damage Assessment Team (DAT) untersucht derweil weiter alle bisher gewonnenen Daten über den Zustand des Hitzeschildes der Endeavour. Die während des zweiten Flugtages gewonnenen Daten des Orbiter Boom Sensor Systems zeigen keinerlei Auffälligkeiten. In Florida am Kennedy Space Center bereitet man unterdessen einige Tests am externen Tank ET-132 vor. Dieser Tank ist für die nächste Shuttlemission vorgesehen. Zu den Untersuchungen gehören Zugtests am Isolierschaum des Zwischentanks. Man erhofft sich damit, Aufschluss darüber zu bekommen, warum bei der aktuellen Mission sich so viel Isolierschaum von dort gelöst hatte.

Das Space Shuttle Endeavour befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 350 Kilometern. Die Besatzung soll um 13:03 Uhr MESZ geweckt werden und somit Flugtag 4 beginnen.

Statusreport Nr. 4 vom 19. Juli 2009 (4. Flugtag)

Die Bodenkontrolle in Houston weckte um 13:03 Uhr MESZ die Besatzung mit dem Lied „Home“ von Marc Broussard. Das Lied wurde Missionsspezialist Dave Wolf gewidmet.

Ein Blick auf die noch gut gefüllte Ladebucht der Endeavour während des ersten Ausstieges.
(Bild: NASA-TV)

Dave Wolf und Expedition-20-Mitglied Tim Kopra absolvierten erfolgreich den ersten von insgesamt fünf Außenbordeinsätzen der Mission. Sie verließen für 5 Stunden und 32 Minuten die Raumstation. Für Wolf war es der fünfte Außeneinsatz, während es für Kopra eine Premiere war.

Die Hauptaufgabe des gestrigen Einsatzes war die Installation der Exposed Facility (JEF) am japanischen Weltraumlabor Kibo. Diese Plattform wird es Wissenschaftlern ermöglichen, verschiedene Experimente den Bedingungen des Weltalls auszusetzen und dessen Auswirkungen zu untersuchen. Wolf und Kopra bereiteten die JEF vor und ermöglichten so deren Installation mit Hilfe der beiden Roboterarme. Der Manipulator des Space Shuttle wurde dabei von Shuttlekommandant Mark Polansky und Missionsspezialistin Julie Payette gesteuert, während der Roboterarm der Raumstation von Doug Hurley und Koichi Wakata bedient wurde.

Die beiden Astronauten konfigurierten außerdem einen der Crew and Equipment Translation Aid (CETA) Wagen neu. Diese Wagen, die auf dem Träger der Raumstation bewegt werden können, ermöglichen es den Astronauten, schwere Nutzlasten während eines Außenbordeinsatzes einfacher von einem Ende der Gitterstruktur zum anderen zu bringen.

Auf dem Zeitplan stand noch das Aufstellen eines Frachtträgers an der Außenseite der Raumstation. Dieser Träger konnte während der Shuttlemission STS-119 nicht korrekt aufgebaut werden, da ein störrisches Bauteil ein korrektes Entfalten unmöglich machte. Dank eines spezielles Werkzeugs, das extra für diese Arbeit entwickelt wurde, konnten die Astronauten die Plattform nun korrekt in Stellung bringen.

Während des ganzen Einsatzes wurden die Astronauten von Kommunikationsproblemen begleitet. Eines von Tim Kopras Mikrophonen verstellte sich immer wieder, gelangte in den Luftstrom innerhalb des Helmes und erzeugte so laute Geräusche, die die Kommunikation erheblich erschwerten.

Am Boden erklärte das Mission Management Team (MMT) derweil, dass eine detaillierte Inspektion des Hitzeschildes der Endeavour nicht notwendig ist. Die kritischen Stellen des Shuttles, wie die Flügel und die Nasenkappe, konnten schon für den Wiedereintritt freigegeben werden. Die einzigen Stellen, die für das Damage Assessment Team (DAT) noch interessant sind, befinden sich an der sogenannten Chine Area des Space Shuttle. Dieses Gebiet, welches sich vorne am Orbiter befindet, wurde während des Starts von einigen Stücken Isolierschaum getroffen. Die entstandenen Schäden sind allerdings eher von kosmetischer Natur und stellen keine Gefahr für den Orbiter dar. Die komplette Freigabe des Shuttles für den Wiedereintritt wird für den kommenden Flugtag erwartet.

Das Space Shuttle Endeavour befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 350 Kilometern. Die Crew soll um 12:33 Uhr MESZ geweckt werden und damit den fünften Flugtag beginnen.

Statusreport Nr. 5 vom 20. Juli 2009 (5. Flugtag)

Die Astronauten an Bord des Space Shuttle Endeavour wurden um 12:33 Uhr MESZ mit dem Lied „Learning to Fly“ von Tom Petty and the Heartbreakers geweckt. Das Lied wurde Missionsspezialist Chris Cassidy gewidmet.

Die Endeavour ist mit der ISS verbunden.
(Bild: NASA-TV)

Die beiden Besatzungen an Bord der Internationalen Raumstation widmeten sich gestern den beiden Roboterarmen der Station und des Space Shuttle. Shuttlekommandant Mark Polansky und Pilot Doug Hurley nutzten den Roboterarm des Orbiters, um einen Frachtträger, den sogenannten Integrated Cargo Carrier, aus der Ladebucht der Endeavour zu heben. Anschließend übergaben sie diesen Träger an den Roboterarm der Raumstation, der von Missionsspezialistin Julie Payette und Expedition-20-Mitglied Tim Kopra kontrolliert wurde. Von dort aus wurde der Träger auf das sogenannte Mobile Base System installiert. Die beiden Astronauten Dave Wolf und Tom Marshburn werden während des zweiten Außenbordeinsatzes der Mission die auf dem Frachtträger gelagerten Ersatzteile an der Außenseite der Station verstauen.

Im Weltraumlabor Kibo widmete man sich dem japanischen Roboterarm und kalibrierte diesen für die kommenden Aufgaben bei dieser Mission. Der Arm soll die Experimente, die auf der sogenannten Exposed Section zur Internationalen Raumstation geliefert werden, auf die am vierten Flugtag installierte Exposed Facility transportieren.

Im Laufe des Tages versagte die Toilette im Destiny-Weltraumlabor ihren Dienst. Die Dosierpumpe versagte. Diese Pumpe injiziert diverse Chemikalien in das Spülwasser der Toilette, um so besser die flüssigen von den festen Abfallstoffen zu trennen. Durch den Fehler in der Pumpe sind etwa sechs Liter dieses behandelten Spülwassers in verschiedene Bereiche der Toilette geflossen, wo sie eigentlich nicht sein sollten. Expedition-20-Mitglied Mike Barratt und Stationsmitglied Frank De Winne begannen damit, Teile der kontaminierten Toilette auszutauschen. Durch den Ausfall der Toilette im amerikanischen Segment sind die Mitglieder der Expedition 20 derzeit auf die Toilette im russischen Segment angewiesen. Die Besatzung des Space Shuttle Endeavour nutzen derweil die Toilette in der Raumfähre.

Der japanische Raumfahrer Koichi Wakata reparierte zusätzlich noch während des Tages eines der Trainingsgeräte an Bord der Raumstation. Er ersetzte bei dem sogenannten Advanced Resitive Exercise Device (ARED) einen Stoßdämpfer, damit die beim Training entstehenden Vibrationen nicht die Experimente an Bord stören.

Gegen Ende des Arbeitstages beantworteten Julie Payette und Robert Thirsk Fragen von wichtigen Amtsträgern und Reportern in einem Event der kanadischen Weltraumbehörde. Für Kanada ist es das erste Mal, dass zwei seiner Astronauten gleichzeitig im All sind.

Das Space Shuttle Endeavour befindet sich in einer Höhe von ca. 350 Kilometern. Die Besatzung soll um 12:33 Uhr MESZ geweckt werden und somit Flugtag sechs beginnen.

Statusreport Nr. 6 vom 21. Juli 2009 (6. Flugtag)

Die Besatzung des Space Shuttle Endeavour wurden um 12:33 Uhr MESZ mit dem Titelsong aus der Fernsehserie Thunderbirds geweckt. Das Lied wurde Missionsspezialist Julie Payette gewidmet.

Montagearbeiten während des zweiten Außenbordeinsatzes.
(Bild: NASA-TV)

Die beiden Missionsspezialisten Dave Wolf und Tom Marshburn absolvierten erfolgreich den zweiten von insgesamt fünf Außenbordeinsätzen der Mission. Sie verließen für 6 Stunden und 53 Minuten die Raumstation. Für Wolf war es der sechste Einsatz im All, während es für Marshburn eine Premiere war.

Die Hauptaufgabe der beiden Astronauten war das Verstauen von Ersatzteilen an der Außenseite der Raumstation. Zu den Ersatzteilen gehörten eine Ku-Band-Antenne, ein Pumpenmodul sowie ein Antriebsmotor. Zu diesem Zweck entnahmen die Astronauten die Ersatzteile aus dem Frachtträger, dem sogenannten Integrated Cargo Carrier, der mit dem Space Shuttle zur Raumstation gebracht wurde, und installierten diese auf der externen Lagerplattform 3 (ESP-3).

Marshburn installierte außerdem eine Griffstange an einem der Ammoniaktanks, damit dieser bei der nächsten Shuttlemission von einem Roboterarm bewegt werden kann. Während dieser Arbeiten befand er sich auf dem Roboterarm der Raumstation, der von Julie Payette und Doug Hurley gesteuert wurde.

Zusätzlich installierte Marshburn zwei Schutzabdeckungen an dem Stromverbindungssystem, welches das Shuttle mit Strom aus der Raumstation versorgt.

Im Inneren der Station reparierten derweil Stationskommandant Gennady Padalka und Flugingenieur Frank De Winne die Toilette im amerikanischen Weltraumlabor Destiny, welche am Sonntag ihren Dienst einstellte und seitdem nicht mehr benutzbar war. Padalka und De Winne tauschten eine Pumpe aus sowie eine Bedienungstafel und einen Flüssigkeitsbehälter. Nachdem die Arbeiten abgeschlossen waren, konnte die Toilette wieder in Betrieb genommen werden und arbeitet seitdem einwandfrei.

Am Boden konnte das Mission Management Team (MMT) das Space Shuttle Endeavour für den Wiedereintritt und die Landung freigeben. Nach Analyse von unzähligen Bildaufnahmen, die während der letzten Tage vom Space Shuttle gemacht wurden, kam das Damage Assessment Team zu dem Schluss, dass keinerlei kritischer Schaden vorliegt und einer sicheren Rückkehr der STS-127 Besatzung nichts mehr im Wege steht.

Das Space Shuttle Endeavour befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 350 Kilometern. Die Besatzung soll um 12:03 Uhr MESZ geweckt werden und damit Flugtag sieben beginnen.

Statusreport Nr. 7 vom 22. Juli 2009 (7. Flugtag)

Die Bodenkontrolle in Houston weckte die Astronauten an Bord des Space Shuttle Endeavour um 12:03 Uhr MESZ mit dem Lied „Life Is a Highway“ von den Rascal Flatts. Das Lied wurde Missionsspezialist Tom Marshburn gewidmet.

Die beiden Besatzungen widmeten sich heute wieder der Arbeit mit den Roboterarmen und erholten sich von den anstrengenden Außenbordarbeiten.

Shuttlekommandant Mark Polansky und Missionsspezialistin Julie Payette bedienten den Roboterarm des Space Shuttles, um den japanischen Experimententräger, die sogenannte Exposed Section, aus der Ladebucht des Orbiters zu heben. Anschließend übergaben die beiden die Exposed Section an den Roboterarm der Raumstation, der von Shuttlepilot Doug Hurley und Missionsspezialist Koichi Wakata bedient wurde.

Die Exposed Section wird für ein paar Tage an der Exposed Facility montiert.
(Bild: NASA-TV)

Die Exposed Section wurde dann um 16:30 Uhr MESZ an das japanischen Weltraumlabor Kibo festgemacht. Der japanische Roboterarm wird am Donnerstag die Experimente auf die sogenannte Exposed Facility übertragen. Die Exposed Facility ist der außen liegende Teil des Weltraumlabors.

Shuttlekommandant Mark Polansky und Teile seiner Crew nahmen sich außerdem eine kleine Auszeit, um Fragen von Menschen zu beantworten, die diese per Video auf dem Portal Youtube eingereicht hatten.

Den Rest des Tages konnte die Besatzung ein wenig Freizeit genießen, bevor sich Dave Wolf und Chris Cassidy auf den dritten Außenbordeinsatz vorbereiteten. Dazu verbringen sie die Nacht im Quest Airlock bei vermindertem Luftdruck, um so den Stickstoffgehalt in ihrem Blutkreislauf zu minimieren. Diese Prozedur soll die gefährliche Taucherkrankheit verhindern.

Am Kennedy Space Center in Florida hat man derweil damit begonnen, den externen Tank ET-132, der bei der nächsten Shuttlemission zum Einsatz kommt, zu untersuchen. Während des Starts der Endeavour hatte sich ungewöhnlich viel Isolierschaum vom Tank gelöst und aus diesem Grund wollten die Manager des Shuttleprogramms sicher gehen, dass kein fundamentales Problem des externen Tanks existiert. Um ET-132 zu testen, vollführten die Techniker einige Zugtests am Isolierschaum des Zwischentanks, da man vermutete, dass sich während des Auftragens des Schaums ein Fehler eingeschlichen haben könnte. Allerdings bestand der Tank alle Tests und so werden die Manager den Tank mit hoher Wahrscheinlichkeit für die kommende Mission freigeben können.

Das Space Shuttle Endeavour befindet sich derzeit in einer Höhe von ca, 350 Kilometern. Die Besatzung soll um 12:03 Uhr MESZ geweckt werden und so Flugtag Acht beginnen.

Statusreport Nr. 8 vom 23. Juli 2009 (8. Flugtag)

Die Besatzung des Space Shuttle Endeavour wurden um 12:03 Uhr MESZ mit dem Lied „Santa Monica“ von Everclear geweckt. Das Lied wurde Shuttlepilot Doug Hurley gewidmet.

Dave Wolf und Chris Cassidy absolvierten den dritten von insgesamt fünf Außenbordeinsätzen. Insgesamt verbrachten sie 5 Stunden und 59 Minuten außerhalb der Raumstation, bevor die Arbeiten aufgrund eines technischen Problems mit Cassidys Weltraumanzugs abgebrochen werden mussten.

Kleiner Raumfahrer an großer Station.
(Bild: NASA-TV)

Zu Beginn des Ausstieges widmeten sich die beiden Astronauten zuerst dem japanischen Weltraumlabor Kibo. Dort entfernten sie einige Schutzabdeckungen und bereitetet die Experimente auf dem Experimententräger, der sogenannten Exposed Section, auf den Transfer zur Exposed Facility vor. Die Experimente werden dann am neunten Flugtag vom japanischen Roboterarm bewegt.

Anschließend arbeiteten die beiden am Austausch von Batterien im P6-Segment des Gitterträgers der Raumstation. Die Batterien versorgen die Raumstation mit Strom, wenn sich die Station auf der Nachtseite der Erde befindet und deshalb die großen Solargeneratoren keinen Strom produzieren können. Um die Batterien austauschen zu können, brachten zuerst Doug Hurley und Julie Payette den Roboterarm der Raumstation, zusammen mit dem Frachtträger, dem sogenannten Intergrated Cargo Carrier, in Position.

Raumfahrer beim Frühstück, einfach schwerelos! 😉
(Bild: NASA)

Während des Austauschs der Batterien am P6-Segment, bemerkte die Bodenkontrolle einen erhöhten CO2-Gehalt in Cassidys Anzug und so musste der Außenbordeinsatz aufgrund der geltenden Flugregeln abgebrochen werden. Zum Zeitpunkt des Abbruchs lag der CO2-Gehalt bei etwa 3 mm Hg. Allerdings bestand zu keinem Zeitpunkt Gefahr für Cassidy, da erst ein CO2-Gehalt von mindestens 15 mm Hg gefährlich für den Menschen ist. Die beiden Astronauten schafften es, zwei der sechs Batterien auszuwechseln. Der Austausch der restlichen Batterien wird während des nächsten Außenbordeinsatzes fortgesetzt.

Der gestrige Ausstieg war der 100. Einsatz, der aus dem Quest-Airlock erfolgt ist. Für Dave Wolf war es der siebte Einsatz, während es eine Premiere für Cassidy war.

Das Space Shuttle Endeavour befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 350 Kilometern. Die Besatzung soll um 11:33 Uhr MESZ geweckt werden uns so Flugtag Neun beginnen.

Statusreport Nr. 9 vom 24. Juli 2009 (9. Flugtag)

Die Besatzung des Space Shuttle Endeavour wurde um 11:33 Uhr MESZ mit dem Lied „Tiny Dancer“ von Elton John geweckt. Das Lied wurde Shuttlekommandant Mark Polansky gewidmet.

Der japanische Roboterarm wurde zum ersten Mal operativ in Betrieb genommen und transferierte die auf dem japanischen Experimentierträger, der sogenannten Exposed Section, lagernden Experimente zum Weltraumlabor Kibo. Dort werden sie an der Außenseite, auf der sogenannten Exposed Facility, für die kommenden Monate verbleiben. An den Arbeiten mit dem japanischen Roboterarm waren Koichi Wakata, Tim Kopra, Mark Polansky, Doug Hurley und Julie Payette beteiligt.

Aufgrund von kleineren Schwierigkeiten mit dem Roboterarm verzögerten sich die Arbeiten ein wenig, da die Bewegungen des Armes im automatischen Modus zu schnell waren. Die Besatzung musste daher in den manuellen Modus wechseln, der den Arm etwas langsamer bewegt. Trotz der Schwierigkeiten konnten alle drei Experimente erfolgreich auf die Exposed Facility übertragen werden. Zu den Experimenten gehört ein Observatorium, das Röntgenstrahlen im All untersucht (MAXI), ein Messgerät, das den Raum um die Internationale Raumstation untersucht (SEDA), sowie ein Kommunikationsgerät (ICS) welches Daten via Satellit an das japanische Kontrollzentrum in Tsukuba übermitteln kann.

Die Besatzung nahm sich Zeit, um einige Fragen von Reporten aus den USA zu beantworten. Außerdem bereitete sie erneut alle benötigten Werkzeuge und Raumanzüge für den vorletzten Außenbordeinsatz der Mission vor.

Gegen Ende des Arbeitstages transferierte die Besatzung noch Proben aus Experimenten in Endeavours Gefrierschrank, um sie zur Erde zurückzubringen. Chris Cassidy und Tom Marshburn begaben sich ins Quest-Airlock, um sich dort bei vermindertem Luftdruck auf den bevorstehenden Außenbordeinsatz vorzubereiten.

Am Boden hat man derweil ein kleineres Problem mit der Brennstoffzelle Nummer 3 des Space Shuttles. Eine Heizung, die die Brennstoffzelle daran hindern soll, zu kalt zu werden, blieb länger aktiv als erwartet. Die Heizung blieb für etwa 20 Minuten eingeschaltet. Eigentlich erwartete man nur zwei bis drei Minuten. Die Crew wurde daraufhin gebeten, die Brennstoffzelle aus dem gemeinsamen Stromkreislauf herauszunehmen. Dies sorgt dafür, dass die Zelle mehr Arbeit verrichten muss und so wärmer wird. Die Nachteile sind, dass die Brennstoffzelle mehr Wasserstoff und Sauerstoff verbraucht und es so eventuell zu einer Verkürzung der Mission kommen könnte. Derzeit hat das Shuttle aber genug Reserven für eine normale Missionslänge.

Das Space Shuttle Endeavour befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 350 Kilometern. Die Besatzung soll um 11:03 Uhr MESZ geweckt werden und somit Flugtag 10 beginnen.

Statusreport Nr. 10 vom 25. Juli 2009 (10. Flugtag)

Die Besatzung des Space Shuttle Endeavour wurden um 11:03 Uhr MESZ mit dem Lied „Wish You Were Here“ von Pink Floyd geweckt. Das Lied wurde Missionsspezialist Dave Wolf gewidmet.

… und wieder “im Freien” schuften.
(Bild: NASA)

Die Missionsspezialisten Chris Cassidy und Tom Marshburn absolvierten erfolgreich den vierten von fünf Außenbordeinsätzen. Sie verließen für 7 Stunden und 12 Minuten die Raumstation. Für Cassidy und Marshburn war es jeweils der zweite Einsatz im All.

Die beiden installierten erfolgreich die noch verbliebenen vier Batterien am P6-Segment der Raumstation. Insgesamt tauschte man sechs Batterien aus. Die alten Batterien werden mit dem Space Shuttle wieder zur Erde zurückgebracht, wo sie von Experten untersucht werden.

Im Inneren der Station choreographierte Stationsmitglied Tim Kopra den Einsatz der beiden Astronauten. Der Roboterarm der Raumstation wurde von den Missionsspezialisten Koichi Wakata und Julie Payette gesteuert. Nachdem die alten Batterien auf dem Frachtträger, dem sogenannten Integrated Cargo Carrier (ICC), verstaut waren, übergaben Wakata und Payette den Träger an den Roboterarm des Space Shuttles. Der Shuttlearm wurde zu dieser Zeit von Pilot Doug Hurley und Kommandant Mark Polansky gesteuert. Die beiden verstauten anschließend den ICC sicher in der Ladebucht der Endeavour.

Auch bei diesem Außenbordeinsatz zeigte der Raumanzug von Chris Cassidy wieder erhöhte CO2-Werte an. Allerdings traten diese erst zu einem so späten Zeitpunkt auf, dass der Außenbordeinsatz ohne Probleme durchgeführt werden konnte. Keith Johnson, der leitende Verantwortliche für die Außenbordeinsätze am Boden, erklärte dieses Phänomen mit der Ausbildung von Cassidy. Cassidy, der vom Team am Boden scherzhaft „Chuck Norris des Weltalls“ getauft wurde, ist Mitglied der amerikanischen Spezialeinheit Navy SEALS und versucht aufgrund seiner militärischen Ausbildung alle Aufgaben so schnell wie möglich auszuführen. Wie Johnson aber erklärte, kann das zu einem Nachteil in einem Raumanzug führen, da die Systeme des Anzuges bei einem zu intensiven Tempo überlastet werden. Daher wird die Bodenkontrolle auch bei dem letzten Einsatz der Mission Cassidy darum bitten, es etwas langsamer und ruhiger anzugehen.

Das Space Shuttle Endeavour befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 350 Kilometern. Die Crew wird um 11:33 Uhr MESZ geweckt und beginnt damit Flugtag 11.

Statusreport Nr. 11 vom 26. Juli 2009 (11. Flugtag)

Die Bodenkontrolle in Houston weckte um 11:33 Uhr MESZ die Besatzung mit dem Lied „In Your Eyes„ von Peter Gabriel. Es wurde Missionsspezialist Tom Marshburn gewidmet.

Die Crews an Bord des Shuttle-Stations-Komplexes konnten einen ruhigen Tag erleben und sich ein wenig von den anstrengenden letzten Tagen erholen.

Ein Großteil der Shuttlebesatzung nahm sich während des Tages ein wenig Zeit, um mit verschiedenen Fernsehstationen in den USA Interviews zu führen. Die Stationsbesatzung nutzte derweil den Tag, um ein wenig Hausarbeit durchzuführen und an den an Bord befindlichen Sportgeräten zu trainieren.

Dreizehn Raumfahrer an Bord der ISS
(Bild: NASA-TV)

Die beiden Besatzungen versammelten sich später am Tag für ein gemeinsames Video, welches sie „Die Partnerschaft an Bord der Internationalen Raumstation“ tauften. In der Videobotschaft betonten sie die Vorteile der Internationalen Raumstation und die Bedeutung der gemeinsamen Arbeit von verschiedenen Nationen an diesem Großprojekt.

Am Boden bereiteten derweil die Ingenieure die Nutzung der neuen Batterien am P6-Segment vor, die während der letzten beiden Außenbordeinsätze eingesetzt wurden.

Das Space Shuttle Endeavour befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 350 Kilometern. Die Besatzung soll um 10:03 Uhr MESZ geweckt werden und so Flugtag 12 beginnen.

Statusreport Nr. 12 vom 27. Juli 2009 (12. Flugtag)

Die Astronauten an Bord des Space Shuttle Endeavour wurden um 10:03 Uhr MESZ mit dem Lied „Dixit Dominus“ geweckt. Das Lied wurde Missionsspezialistin Julie Payette gewidmet.

Nach einem ruhigen Arbeitstag widmete sich die Crew wieder den Aufgaben der Mission. Im Speziellen arbeitete man mit den Roboterarmen, um den japanischen Experimententräger, die sogenannte Exposed Section, wieder in der Ladebucht des Space Shuttles zu verstauen.

Die Exposed Section ist leer und wird in die Ladebucht der Endeavour zurück transportiert.
(Bild: NASA-TV)

Dabei bedienten Shuttlekommandant Mark Polansky, Pilot Doug Hurley, Missionsspezialistin Julie Payette und Stationsmitglied Tim Kopra den Stationsarm und den Roboterarm des Space Shuttles. Zuerst koppelten die Astronauten die Exposed Section mit dem Stationsarm vom Weltraumlabor Kibo ab und übergaben sie anschließend an den Roboterarm des Space Shuttles, um die Exposed Section in die Ladebucht des Orbiters zu bringen.

Die 13 Astronauten versammelten sich später am Tage für die traditionelle gemeinsame Pressekonferenz. Dabei beantworteten sie Fragen von Reportern, die sich in Houston und in Florida sowie bei der kanadischen Weltraumbehörde versammelt hatten.

Chris Cassidy und Tom Marshburn bereitet außerdem ihre Weltraumanzüge sowie alle Werkzeuge vor, die sie für den fünften Außenbordeinsatz der Mission brauchen. Anschließend gingen sie mit der Bodenkontrolle den geplanten Zeitplan durch.

Auch am Boden hatte man alle Hände voll zu tun. An Bord der Raumstation versagte im amerikanischen Segment das CO2 Filtersystem, da ein Heizelement eine Sicherung auslöste. Die Experten am Boden schafften es, das System wieder zum Laufen zu bringen, indem sie die Ersatzheizung im manuellen Betrieb steuern. Ohne das zusätzliche Filtersystem im amerikanischen Segment könnte in der Raumstation keine sechsköpfige Besatzung auf Dauer leben und arbeiten. Mit der STS-128-Mission wird ein zweites Filtersystem für das US-Segment der Raumstation geliefert.

Das Space Shuttle Endeavour befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 350 Kilometern. Die Besatzung soll um 09:30 Uhr MESZ geweckt und beginnt damit Flugtag 13.

Statusreport Nr. 13 vom 28. Juli 2009 (13. Flugtag)

Die Astronauten an Bord des Space Shuttle Endeavour wurden um 9:33 Uhr MESZ mit dem Lied „On the Sunny Side of the Street“ von Steve Tyrell geweckt. Das Lied wurde Shuttlekommandant Mark Polansky gewidmet.

Chris Cassidy und Tom Marshburn absolvierten erfolgreich den letzten Außenbordeinsatz der Mission. Sie verließen für 4 Stunden und 54 Minuten die Raumstation. Insgesamt war dies der 130. Außenbordeinsatz zum Aufbau der Internationalen Raumstation.

Die beiden Astronauten installierten Fernsehkameras an der Vorder- und Rückseite des japanischen Weltraumlabors Kibo. Die Kameras werden der Besatzung bei dem Rendezvous und Festmachen des unbemannten japanischen Versorgungsschiff HTV helfen. Das HTV soll seinen Jungfernflug im September dieses Jahres absolvieren.

Mensch und Maschine gemeinsam im All. (Bild: NASA)

Cassidy und Marshburn bereitet außerdem noch einige Arbeitsstellen für zukünftige Astronauten vor, um deren Außenbordeinsätze einfacher zu gestalten. Zu diesem Zweck befestigten sie einige lose Kabel an der Raumstation und installierten diverse Griffstangen sowie eine Plattform, auf der sich Astronauten festmachen können.

Zusätzlich sicherten sie einige Schutzabdeckungen am kanadischen Roboter DEXTRE, die sich im Laufe der Zeit teilweise gelöst hatten. Die Installation eines Frachtträgers an der Raumstation musste allerdings aufgrund von Zeitproblemen auf einen zukünftigen Außenbordeinsatz verschoben werden.

Die STS-127-Mission war die zweite, die fünf Außenbordeinsätze zum Aufbau der Raumstation umfasste. Insgesamt verbrachten die Astronauten der Endeavour 30 Stunden und 30 Minuten außerhalb der Station. Die Raumfahrer der Mission STS 123 brachten es während ihrer fünf Einsätze im März 2008 auf insgesamt 33 Stunden und 29 Minuten.

Das Space Shuttle Endeavour befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 350 Kilometern. Die Besatzung soll um 09:00 Uhr MESZ geweckt werden und damit Flugtag 14 beginnen.

Statusreport Nr. 14 vom 29. Juli 2009 (14. Flugtag)

Die Crew an Bord des Space Shuttle Endeavour wurde um 9:03 Uhr MESZ mit dem Lied „Proud to Be an American“ von Lee Greenwood geweckt. Das Lied wurde Missionsspezialist Chris Cassidy gewidmet.

Die Endeavour entfernt sich langsam von der ISS.
(Bild: NASA-TV)

Die beiden Besatzungen verbrachten den letzten gemeinsamen Tag an Bord der Raumstation, bevor sich die Endeavour-Crew um 19:26 Uhr MESZ auf den letzten Abschnitt ihrer Reise begab.

Den ganzen Tag über transferierten die Astronauten letzte Güter und Experimente zwischen dem Space Shuttle und der Raumstation, bevor sich die beiden Besatzungen um 16:23 Uhr MESZ voneinander verabschiedeten und kurze Zeit später die Luken zwischen beiden Raumfahrzeugen schlossen.

Nachdem der Orbiter die Raumstation verlassen hatte und sich langsam auf eine Distanz von ca. 120 Metern entfernt hatte, initiierte Pilot Doug Hurley eine Umrundung der Raumstation. Dieser sogenannte Fly-Around ermöglicht es der Besatzung des Space Shuttles eine detaillierte Dokumentation des Zustandes der Raumstation.

Die Station von Bord der Endeavour aus fotografiert.
(Bild: NASA-TV)

Nach Abschluss des Fly-Arounds zündeten die Steuerdüsen des Orbiters ein weiteres Mal und entfernten die beiden Raumfahrzeuge endgültig voneinander. Mit an Bord der Endeavour befindet sich der japanische Astronaut Koichi Wakata, der nach 135 Tagen an Bord der Raumstation nun in ein paar Tagen wieder zur Erde zurückkehrt. Wakata war Flugingenieur der Expeditionen 18, 19 und 20. Er wurde an Bord der Raumstation durch den amerikanischen Astronauten Tim Kopra ersetzt, Kopra soll mit der nächsten Shuttlebesatzung zur Erde zurückkehren.

An Bord der Raumstation wird sich die sechsköpfige Mannschaft auf die Ankunft des russischen Frachttransporter Progress-M 67 vorbereiten. Der Transporter soll bereits heute an der Raumstation andocken und wird der Besatzung diversen Nachschub liefern.

Das Space Shuttle Endeavour befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 350 Kilometern. Die Besatzung soll um 09:03 Uhr MESZ geweckt werden und damit Flugtag 15 beginnen.

Statusreport Nr. 15 vom 30. Juli 2009 (15. Flugtag)

Die Bodenkontrolle in Houston weckte die Besatzung um 9:03 Uhr MESZ mit dem Lied „Yellow“ von der Gruppe Coldplay. Das Lied wurde Shuttlepilot Doug Hurley gewidmet.

Der Hitzeschild wird auf Schäden untersucht.
(Bild: NASA-TV)

Die Crew absolvierte erfolgreich die routinemäßige späte Inspektion des Hitzeschildes der Endeavour. Dazu benutzten Kommandant Mark Polansky, Pilot Doug Hurley und Missionsspezialistin Julie Payette den Roboterarm des Shuttles, um das Orbiter Boom Sensor System zu greifen. Mit den Sensoren an dem ca. 15 Meter langen Ausleger untersuchte die Crew die beiden Flügelkanten sowie die Nasenkappe des Orbiters.

Obwohl bereits zu einem früheren Zeitpunkt in der Mission das Hitzeschild des Space Shuttle für die Rückkehr zur Erde freigegeben wurde, wird diese späte Inspektion durchgeführt, um auszuschließen, dass das Hitzeschild während seines Aufenthalts im All von Weltraumschrott oder Mikrometeoriten getroffen wurde. Die bei der Inspektion gewonnenen Bilder werden derzeit vom Damage Assessment Team (DAT) ausgewertet.

Im Mitteldeck des Orbiters fing die restliche Besatzung derweil an, alle nicht mehr benötigten Gegenstände zu verstauen. Die Crew zündete zusätzlich einige Male die orbitalen Steuerdüsen des Shuttles, um so einigen Satelliten Gelegenheit zu geben, die Interaktionen der Abgase mit der Ionosphäre der Erde zu studieren.

An Bord der Internationalen Raumstation konnte sich die Besatzung derweil über Nachschub in Form des russischen Frachttransporters Progress-M 67 erfreuen. Allerdings musste Stationskommandant Gennadi Padalka den Transporter manuell an die Station andocken, da das automatische System diesen nicht korrekt steuerte. Progress-M 67 wird in den kommenden Monaten von der Crew entleert und später mit Müll aufgefüllt, bevor der Transporter die Station verlässt und in der Erdatmosphäre verglühen wird.

Das Space Shuttle Endeavour befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 340 Kilometern. Die Besatzung soll für ihren letzten vollen Tag in der Umlaufbahn um 8:03 Uhr MESZ geweckt werden.

Statusreport Nr. 16 vom 31. Juli 2009 (16. Flugtag)

Die Crew wurde um 8:03 Uhr MESZ mit dem Lied „I Got You Babe“ von Sonny und Cheer geweckt. Das Lied wurde dem japanischen Astronauten Koichi Wakata gewidmet, der insgesamt 133 Tage an Bord der Internationalen Raumstation verbrachte.

Der zweiteilige Ande-Satellit und seine dreiteilige “Transportverpackung”
(Bild: NASA-TV)

Die Besatzung bereitete den ganzen Tag über das Space Shuttle auf die kommende Landung vor. Zu diesem Zweck testeten Kommandant Mark Polansky und Pilot Doug Hurley zuerst die Steuerflächen des Orbiters. Diese werden in der letzten Phase des Wiedereintritts benutzt, wenn die Atmosphäre dicht genug ist, um das Shuttle zu navigieren. Als Zweites testeten die beiden das Reaction Control System der Raumfähre. Diese Steuerdüsen werden zur Lageregelung des Orbiters in der frühen Phase des Wiedereintritts genutzt. Während des Tests versagte eine der Düsen ihren Dienst. Der Ausfall der F2F-Düse hat aber keinen Einfluss auf die kommende Landung, da sie nicht während des Wiedereintritts genutzt wird.

Die Besatzung setzte außerdem noch während des Tages zwei kleine Forschungssatelliten aus. Der erste Satellit, DRAGONSat, der aus zwei Teilen besteht, ist mit speziell für die Erdumlaufbahn entwickelten GPS-Empfängern ausgerüstet. Mithilfe der beiden Teile von DRAGONSat soll die automatische Annäherung von zwei Satelliten mittels GPS-Daten erforscht werden.

Der zweite Satellit ANDE-2 soll den Effekt der Erdatmosphäre auf verschiedene Objekte mit gleicher Größe, aber unterschiedlichen Massen analysieren. Auch dieser Satellit besteht daher aus zwei Teilen, nämlich ca. 50 cm durchmessenden Kugeln mit Massen von 50 bzw. 25 kg. Alle Satelliten wurden von Studenten in Texas entwickelt.

Die Crew gab Interviews mit verschiedenen Reportern am Boden, bevor sie die Ku-Band-Antenne verstaute, die für Breitbandkommunikation, wie z. B. Fernsehbilder genutzt wird. Anschließend bereitete sie das Mitteldeck des Orbiters vor und verstaute die komplette Ausrüstung.

Am Boden hat derweil das Damage Assessment Team seine Analyse, der während der späten Inspektion gewonnen Daten, abgeschlossen und das Space Shuttle für den Wiedereintritt freigegeben.

Die Endeavour befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 330 Kilometern.

Statusreport Nr. 17 vom 31. Juli 2009 (Landung)

Die Bodenkontrolle in Houston weckte die Besatzung an Bord des Space Shuttle Endeavour ein letztes Mal um 8:03 Uhr MESZ mit dem Lied „Beautiful Day“ von der Gruppe U2. Das Lied wurde Missionsspezialist Tom Marshburn gewidmet.

Die Endeavour ist zurück.
(Bild: NASA)

Die Endeavour landete erfolgreich um 16:48 Uhr MESZ auf der Landebahn 15 des Kennedy Space Center und schloss damit die 16-tägige STS-127-Mission erfolgreich ab. Insgesamt legte die Raumfähre eine Distanz von 10,4 Millionen Kilometern zurück. Es war die insgesamt 127. Mission eines Space Shuttles und die 23. Mission der Endeavour.

Zu Beginn des Tages prognostizierten die Wetterexperten am Johnson Space Center noch eventuelle Regenschauer und Gewitter über dem Kennedy Space Center. Allerdings bildete sich ein anhaltender positiver Trend aus, sodass Flugdirektor Bryan Lunney, der bei dieser Mission für den Wiedereintritt verantwortlich war, um 15:29 Uhr MESZ das „GO“ für den Bremsvorgang geben konnte. 12 Minuten später zündeten die beiden orbitalen Steuerdüsen und leiteten so die Rückkehr des Space Shuttle ein, der 67 Minuten später in der Landung mündete.

Während der anspruchsvollen Mission absolvierte die Besatzung insgesamt fünf Außenbordeinsätze mit einer Gesamtzeit von 30 Stunden und 30 Minuten. In enger Zusammenarbeit mit den Roboterarmen des Shuttles und der Station erweiterte die Besatzung das japanische Weltraumlabor Kibo um den außen liegenden Teil, die sogenannte Exposed Facility. Auf dieser Plattform können die verschiedensten Experimente den harschen Bedingungen des Alls ausgesetzt werden.

Die nächste Shuttlemission STS 128 soll bereits Ende August starten. Das Hauptziel der Mission wird die Versorgung der Raumstation sein. Zu diesem Zweck wird das Space Shuttle Discovery das sogenannte Multi-Purpose Logistics Module (MPLM) Leonardo in der Ladebucht mitführen. Das etwa 6,4 Meter lange Modul wird neben Versorgungsgütern ein weiteres Lebenserhaltungssystem zur Station bringen, sowie ein zusätzliches Laufband und eine Schlafstation. Während ihrer 13-tägigen Mission wird die Crew, bestehend aus Kommandant Frederick Sturckow, Pilot Kevin Ford und den Missionsspezialisten Patrick Forrester, Jose Hernández, Christer Fuglesang, John Olivas und Nicole Stott, insgesamt drei Außenbordeinsätze absolvieren. Während dieser Einsätze wird unter anderem ein Experiment am Columbus-Modul ersetzt und ein Ammoniaktank abmontiert. Stott wird außerdem Tim Kopra an Bord der Internationalen Raumstation als Flugingenieur ablösen.

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