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	<title>Marsforschung &#8211; Raumfahrer.net</title>
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	<description>Das Portal für Astronomie- und Raumfahrtbegeisterte</description>
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	<title>Marsforschung &#8211; Raumfahrer.net</title>
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		<title>Bilder aus dem Weltall</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/bilder-aus-dem-weltall/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Oct 2014 05:59:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Marsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Milchstraße]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Überschrift mag einen weiteren Artikel über die faszinierenden Bilder des Hubble-Teleskops oder von ALMA der ESO nahelegen. Ganz im Gegenteil: Bilder spielen überhaupt keine Rolle. Es folgt ein Sprung 160 Jahre in die Vergangenheit. Ein Beitrag von Christian Klempsmann. Quelle: privat. Unzweifelhaft hat die Astronomie in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Die Entdeckungen [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Die Überschrift mag einen weiteren Artikel über die faszinierenden Bilder des Hubble-Teleskops oder von ALMA der ESO nahelegen. Ganz im Gegenteil: Bilder spielen überhaupt keine Rolle. Es folgt ein Sprung 160 Jahre in die Vergangenheit.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Christian Klempsmann. Quelle: privat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unzweifelhaft hat die Astronomie in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Die Entdeckungen und gänzlich neuen Ansätze, die das Hubble-Weltraumteleskop oder die bodengebundenen Teleskope des ESO (European Southern Observatory) und anderer Organisationen möglich gemacht haben, lassen sowohl Wissenschaftler als auch interessierten Laien einen anderen, tieferen Blick auf das Universum werfen.
<br>
Der Anblick der Sterne fasziniert den Menschen bereits seit Jahrtausenden und hat ihn angespornt, immer mehr über das Firmament und das Universum als Ganzes lernen zu wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wie weit sind wir dabei gekommen? Ein Vergleich anhand unserer Milchstraße macht den Fortschritt deutlich:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach heutigen Kenntnissen besteht die Milchstraße aus mindestens 100 Milliarden Sternen.    Aber wie sah das vor 160 Jahren aus?</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02102014075925_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02102014075925_small_1.jpg" alt="Privatarchiv" width="260"/></a><figcaption>
Titelblatt des Buches &#8222;Bilder aus dem Weltall&#8220; (1854) 
<br>
(Bild: Privatarchiv)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Hier ein Auszug aus dem Buch „Bilder aus dem Weltall“ aus dem Jahre 1854:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>„Wenden wir unseren Blick auf einen engeren Raum, auf die Milchstraße, in welcher sich an einer sternenleereren Stelle unser Sonnensystem bewegt, so steht soviel fest, daß die Milchstraße aus mehreren Ringen von Millionen Sonnen besteht, von denen man zwei Ringe recht wohl unterscheiden kann. Diese Ringe haben Verbindungsbrücken, hellere und dunklere Stellen und enthalten gegen 18 Millionen durch Fernröhre sichtbare Sonnen mit ihren natürlich unsichtbaren Planeten und Kometen.“</i>
<br>
(Autor: Fr. Körner, Text ursprünglich erschienen in: Der praktische Schulmann. Archiv für Materialien zum Unterricht in der Real-, Bürger- und Volksschule. Leipzig 1852).
<br>
Auch bei der Größe der Milchstraße waren die Erkenntnisse vor 160 Jahren weit von dem entfernt, was wir heute wissen:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>„Versucht man den Durchmesser des Milchstraßenringes zu berechnen, so erhält man mit Wahrscheinlichkeit die ungeheure Entfernung von 8000 Lichtjahren“.</i> (Quelle: s.o.).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute glauben wir zu wissen, dass die Milchstraße einen Durchmesser von ungefähr 100.000 Lichtjahren hat. Das, was in den 1850ern noch mit hoher Wahrscheinlichkeit richtig war, ist aus heutiger Sicht weit von der Realität entfernt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>„[&#8230;] da unsere Sonne dem Mittelpunkt der Milchstraße nahesteht [&#8230;]“</i>(Quelle: s.o.):        Ebenso eine überholte „Tatsache“, wie die Erkenntnisse davor.
<br>
Aber wir müssen nicht unbedingt soweit hinaus in die Tiefe des Weltalls schauen, um uns unsere Fortschritte im Bereich der Astronomie vor Augen zu führen. Wenden wir uns einmal unserem Nachbarn Mars zu.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Marsforschung hat in den letzten Jahren deutlich an Popularität dazu gewonnen, was letztlich auch an den Marsrover-Missionen wie Sojourner, Spirit und Opportunity sowie zuletzt Curiosity liegt. Die spektakulären Aufnahmen von der Marsoberfläche und die Ergebnisse der Bodenproben haben unseren Horizont deutlich erweitert. Dass früher Wasser in flüssiger Form auf dem Mars vorhanden und somit für typische Bodenerosionen verantwortlich war, kann zwischenzeitlich als gesichert angesehen werden. Auch in Zukunft werden wir vermutlich weitere neue Erkenntnisse über den Mars gewinnen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02102014075925_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/02102014075925_small_2.jpg" alt="Privatarchiv" width="260"/></a><figcaption>
Titelblatt des Buches &#8222;Das Sternenzelt&#8220; (1893) 
<br>
(Bild: Privatarchiv)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei waren die Marsforschungen gegen Ende des 19. Jahrhunderts als beinahe beendet angesehen worden:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>„Nahezu zum Abschluß gebracht wurde die Marsforschung durch den schon erwähnten Schiaparelli, Direktor der Mailänder Sternware, der in den Jahren 1877 bis 1888 […] eine genaue Marskarte zeichnete […].“</i>
<br>
(Quelle: Das Sternenzelt von Prof. Dr. Carl Titus, Verlag des Vereins der Bücherfreunde, Berlin 1893).
<br>
Nicht nur, dass der Mars sinnbildlich zu den Akten gelegt wurde; der Wissensstand, auf dem die Erforschung beendet sein sollte, ist aus unserer heutigen Sicht kaum nachvollziehbar. Wie oben erwähnt sind wir uns heute sicher, dass es auf dem Mars in der Vergangenheit flüssiges Wasser gegeben haben muss. Noch vor 120 Jahren war es eine Tatsache, dass es sich bei dunklen Flecken auf dem Mars um Meere handelt: <i>„Und daß die Wassermassen, von der Erde aus gesehen, eine dunklere Färbung besitzen müssen, ist einleuchtend […]“</i>
<br>
<i>„Eigentümlich ist die Verteilung von Land und Wasser auf dem Mars gegenüber der Erde“.</i> (Quelle: Das Sternenzelt, Seiten 222, 223). Dass es auf einem anderen Planten anders aussieht als auf der Erde, betrachten Forscher heute keineswegs mehr als eigentümlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist nur ein kurzer Rückblick in eine Zeit, die gerade einmal 120 bzw. 160 Jahre her ist, aber er zeigt deutlich, wie sehr sich Tatsachen mit dem technischen Fortschritt verändern. Sicher dürfen wir gespannt sein, welche heutigen Tatsachen in der Zukunft widerlegt werden.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>ExoMars-Rover: Die Auswahl der Landezone hat begonnen</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/exomars-rover-die-auswahl-der-landezone-hat-begonnen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Apr 2014 20:12:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ExoMars]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Rover]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Exobiologie]]></category>
		<category><![CDATA[IKI]]></category>
		<category><![CDATA[Marsforschung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Januar 2019 soll der ExoMars-Rover auf dem Mars landen und in den folgenden Monaten nach Hinweisen auf früheres Leben auf unserem äußeren Nachbarplaneten suchen. Im Rahmen eines Workshops wurde die Liste der eventuellen Landeplätze dieses Rovers jetzt auf vier verbleibende Kandidaten eingegrenzt. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: ESA. Eines der Aufgabengebiete der Exobiologie [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Im Januar 2019 soll der ExoMars-Rover auf dem Mars landen und in den folgenden Monaten nach Hinweisen auf früheres Leben auf unserem äußeren Nachbarplaneten suchen. Im Rahmen eines Workshops wurde die Liste der eventuellen Landeplätze dieses Rovers jetzt auf vier verbleibende Kandidaten eingegrenzt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14042014221247_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14042014221247_small_1.jpg" alt="ESA" width="260"/></a><figcaption>
Mit seinem Bohrer wird der ExoMars-Rover Bodenproben aus einer Tiefe von bis zu zwei Metern entnehmen, welche anschließend durch die Instrumente im Detail untersucht werden können. 
<br>
(Bild: ESA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Eines der Aufgabengebiete der <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Exobiologie" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Exobiologie</a> besteht in der Suche nach extraterrestrischem Leben und der Ergründung der Umweltbedingungen, welche die Entstehung und Weiterentwicklung von Leben in unserem Universum ermöglichen. Hierzu startet die Europäische Weltraumagentur ESA in den Jahren 2016 und 2018 in Kooperation mit der russischen Weltraumagentur Roskosmos in zwei Etappen die Mission <i>ExoMars</i>. Im Rahmen dieser unbemannten Erkundungsmission zu unserem äußeren Nachbarplaneten wird auch ein Rover zum Einsatz kommen, welcher im Mai 2018 zum Mars starten und voraussichtlich Mitte Januar 2019 auf der Marsoberfläche landen soll. 
<br>
Im Gegensatz zu den beiden gegenwärtig von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebenen Marsrovern <i>Opportunity</i> und <i>Curiosity</i>, deren Missionen in erster Linie auf die Beantwortung geologischer Fragestellungen ausgerichtet sind, wird dieser Rover in seiner wissenschaftlichen Zielsetzung mehr auf biologische Untersuchungen spezialisiert sein und auf dem Mars nach Anzeichen für einstiges oder sogar noch gegenwärtig existierendes Leben suchen. 
<br>
Zudem sollen im Rahmen dieser zunächst auf eine Dauer von sechs Monaten ausgelegten Mission die geochemischen Bedingungen im Landegebiet des Rovers analysiert werden. Neben verschiedenen wissenschaftlichen Instrumenten kommt dabei auch erstmals in der Geschichte der Marsforschung ein Bohrsystem zum Einsatz, welches Bodenproben aus einer Tiefe von bis zu zwei Metern zutage fördern und anschließend mit einem speziellen Instrumentenset analysieren soll. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Auswahl eines geeigneten Landeplatzes</strong>
<br>
Entscheidend für die erfolgreiche Durchführung einer Mission auf der Marsoberfläche ist unter anderem die Auswahl eines geeigneten Landeplatzes, welcher mit der wissenschaftlichen Zielsetzung der Mission vereinbar ist, gleichzeitig aber auch verschiedene technische Anforderungen erfüllen muss. Zwecks der Auswahl des Landeplatzes für den <i>ExoMars</i>-Rover riefen die ESA und das Institut für Weltraumforschung der russischen Akademie der Wissenschaften (IKI) die internationale Gemeinde der Marsforscher im Dezember 2013 dazu auf, geeignete Vorschläge einzureichen. Hierbei mussten allerdings bestimmte Kriterien berücksichtigt und erfüllt werden. 
<br>
<strong>Wissenschaftliche Anforderungen</strong>
<br>
Der Planet Mars stellt in der Gegenwart eine lebensfeindliche Umgebung dar, in der selbst <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Extremophile" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">extremophile</a> Organismen aufgrund des Mangels an Wasser und Luft, der extremen Umgebungstemperaturen sowie der relativ hohen Strahlungsdosen, welche die nahezu ungeschützte Planetenoberfläche fast ungehindert erreichen, wohl kaum existieren können. Allerdings hat sich der Mars sehr wahrscheinlich nicht immer als eine solche &#8222;lebensfeindliche Wüste&#8220; präsentiert. Vor Jahrmilliarden verfügte unser äußerer Nachbarplanet noch über eine dichtere Atmosphäre, welche in Kombination mit den dabei gegebenen höheren Temperaturen das Vorhandensein von flüssigem Wasser auf der Planetenoberfläche ermöglichte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Somit besteht durchaus die Möglichkeit, dass sich vor mehr als 3,5 Milliarden Jahren, als die Umweltbedingungen noch deutlich &#8222;lebensfreundlicher&#8220; waren als in der Gegenwart, auf dem Mars primitive Lebensformen entwickelt haben <i>könnten</i>. Und <i>ganz eventuell</i> könnten einige dieser denkbaren Organismen sich nach der Verschlechterung der Lebensbedingungen in den Untergrund zurückgezogen haben, wo sie eventuell sogar noch in der Gegenwart geeignete Nischen, welche sich zum Beispiel in der Nähe von vulkanischen <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hotspot_(Geologie)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Hotspots</a> befinden könnten, besiedeln. Das Auffinden der Überreste solcher Organismen ist das Ziel der Mission des <i>ExoMars</i>-Rovers. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14042014221247_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14042014221247_small_2.jpg" alt="ESA-Roscosmos, LSSWG, E. Hauber" width="260"/></a><figcaption>
Auf dem Mars existieren viel mehr interessante Regionen, die einer eingehenden wissenschaftlichen Untersuchung bedürfen, als Rover oder Lander vorhanden sind. 
<br>
(Bild: ESA-Roscosmos, LSSWG, E. Hauber)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auf der Erde finden sich die Biosignaturen von organischen Lebensformen unter anderem in feinkörnigen Sedimentgesteinen von Flussdeltas, welche dort durch langsam fließendes Wasser abgelagert wurden. Einige der dort zu findenden Gesteine, zum Beispiel Tongestein, sind sehr gut dazu geeignet, um organische Verbindungen aufzunehmen und zu erhalten. Tonminerale sind zudem auch ein Hinweis auf eine über auch in geologischen Zeiträumen betrachtet länger andauernde Verwitterung von Gesteinen in einer wasserhaltigen Umgebung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus diesem Grund, so die Vorgabe von ESA und Roskosmos, soll sich der zukünftige Landeplatz des Rovers in einem Gebiet befinden, welches in der Vergangenheit eindeutig über längere Zeiträume hinweg von stehenden oder fließendem Wasser beeinflusst und dabei nicht nur rein mechanisch sondern auch chemisch verändert wurde. Das Mindestalter des zu untersuchenden Oberflächenbereiches soll mindestens 3,6 Milliarden Jahre betragen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Grundgestein, welches sich in diesem Bereich befindet, sollte außerdem über möglichst lange Zeiträume hinweg dauerhaft von einer Schicht aus Lockermaterial bedeckt gewesen sein. Anderenfalls besteht die erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass die aus dem Weltraum auf die Marsoberfläche einfallende kosmische Strahlung im Laufe der Jahrmillionen und Jahrmilliarden die organischen Substanzen, nach denen <i>ExoMars</i> suchen soll, zerstört hat. Zusätzlich soll der zu untersuchende Oberflächenbereich idealerweise nur von einer möglichst dünnen Schicht aus Staub bedeckt sein. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Technische Anforderungen</strong>
<br>
Neben diesen hier nur kurz angerissenen wissenschaftlichen Anforderungen an den zukünftigen Landeplatz stellen auch die an der Mission beteiligten Ingenieure gewisse Anforderungen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu dem durch einen <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/curiositys-energieversorgung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Radioisotopengenerator</a> mit Strom versorgten Marsrover <i>Curiosity</i> wird der mit Solarpaneelen ausgestattete <i>ExoMars</i>-Rover bezüglich seiner Energieversorgung ausschließlich auf die Sonnenenergie angewiesen sein. Aus diesem Grund muss das zukünftige Landegebiet dieses Rovers in einem Bereich liegen, welches sich zwischen fünf Grad südlicher und maximal 25 Grad nördlicher Breite befindet. Nur in diesem Bereich wird der Rover auch während der Wintermonate und dem damit verbundenen tiefen Sonnenstand genügend Energie gerieren können, um weiterhin operationsfähig zu sein. 
<br>
Aufgrund des Landeverfahrens &#8211; die Landeplattform, welche den Rover beherbergt, wird an einem Fallschirm durch die Marsatmosphäre zur Oberfläche absteigen &#8211; muss sich das Landegebiet außerdem in einem Bereich der Marsoberfläche befinden, welches mindestens zwei Kilometer unterhalb einer Linie liegt, welche auf der Erde dem &#8222;Meeresspiegel&#8220; entspricht. Mangels eines solchen Meeresspiegels, welcher auf der Erde als Bezugsniveau für Höhenangaben dient, beziehen sich die Höhenangaben auf dem Mars auf einen Referenzkörper, den sogenannten Areoid. Hierbei handelt es sich um einen imaginären dreidimensionalen Körper, dessen Mittelpunkt mit dem Zentrum des Mars identisch ist und dessen Oberfläche sich in einer Entfernung von 3.396 Kilometern von diesem Zentrum befindet. Diese Grenze wird durch einen Wert konstanter Schwerkraft, dem sogenannten Schwerepotential, definiert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich darf sich innerhalb der Landeellipse, welche voraussichtlich über eine Ausdehnung von 104 x 19 Kilometern verfügen wird, nur eine begrenzte Anzahl von größeren Felsen, Impaktkratern und Berghängen befinden. Anderenfalls wäre das Risiko bei der Landung zu groß. Außerdem muss der Rover in der Lage sein, das Gelände nach seiner Landung ohne größere Risiken einigermaßen gefahrlos zu befahren. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14042014221247_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14042014221247_small_3.jpg" alt="ESA-Roscosmo, LSSWG, D. Loizeau " width="260"/></a><figcaption>
Für die Landung des ExoMars-Rovers wurden acht Stellen vorgeschlagen. Lediglich vier sind derzeit noch &#8222;im Rennen&#8220;. Die entsprechenden Regionen sind in dieser Karte durch rote Kreise markiert. 
<br>
(Bild: ESA-Roscosmo, LSSWG, D. Loizeau )
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aus acht Kandidaten werden vier</strong>
<br>
Trotz dieser großen Anforderungen wurden bis zum 28. Februar 2014 acht Vorschläge für die zukünftige Landeregion des <i>ExoMars</i>-Rovers eingereicht, welche anschließend vom 26. bis zum 28. März im Rahmen eines ersten &#8222;Landing Site Selection Workshops&#8220; näher begutachtet wurden. An dieser Konferenz, welche am &#8222;European Space Astronomy Centre&#8220; (ESAC) in der Nähe von Madrid stattfand, nahmen 60 Wissenschaftler und in die Mission involvierte Ingenieure teil. Im Rahmen ihrer Diskussionen konnte die an dieser Arbeitsgruppe beteiligten Missionsmitarbeiter die Liste der Landekandidaten auf jetzt nur noch vier potentielle Landeplätze eingrenzen. 
<br>
Zwei der verbliebenen Kandidaten, die Regionen Hypanis Vallis und Oxia Palus, weisen hohe Konzentrationen von Sedimentgesteinen auf. Hier, so die Einschätzung, muss in der Vergangenheit Wasser über die Marsoberfläche geflossen sein, wobei sich mitgeführte Schwebstoffe absetzen konnten. In den im Rahmen dieses Prozesses gebildeten Sedimentablagerungen könnten sich Spuren von organischen Verbindungen auch über längere Zeiträume hinweg gehalten haben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden anderen Kandidaten, die Regionen <a class="a" href="https://hirise.lpl.arizona.edu/de/ESP_032125_2025" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Mawrth Vallis</a> und Oxia Planum, zeichnen sich dagegen dadurch aus, dass in diesen Bereichen von verschiedenen Marsorbitern aus sogenannte <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Phyllosilikate" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Schichtsilikate</a> und Tonminerale entdeckt wurden. Für deren Entstehung ist jedoch das längerfristige Vorhandensein von flüssigem Wasser mit einem nahezu neutralen <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/PH-Wert" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">pH-Wert</a> notwendig. Eine solche Umgebung <i>könnte</i> in der Vergangenheit unter bestimmten Umständen die Entstehung von primitiven Lebensformen auf dem Mars begünstigt haben. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14042014221247_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14042014221247_small_4.jpg" alt="ESA" width="260"/></a><figcaption>
Eine künstlerische Darstellung des zukünftigen Marsrovers ExoMars. 
<br>
(Bild: ESA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Detaillierte Beschreibungen der ursprünglich acht vorgeschlagenen Landeplätze finden Sie in englischer Sprache auf <a class="a" href="https://exploration.esa.int/web/mars/-/53944-proposed-landing-sites-for-exomars-2018-mission" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">dieser Internetseite der ESA</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die weitere Vorgehensweise</strong>
<br>
In den kommenden Monaten werden die Mitglieder der &#8222;Landing Site Selection Group&#8220; die verbliebenen Kandidaten auch weiterhin eingehend auf ihre Tauglichkeit als zukünftige Operationsgebiete für den <i>ExoMars</i>-Rover analysieren, dabei aber auch weiterhin ihr Augenmerk auf die kürzlich ausgeschiedenen Kandidaten richten. Das Ziel dieser Arbeiten besteht darin, das wissenschaftliche Verständnis dieser Regionen weiter zu verbessern und gleichzeitig die technischen Risiken einer dort zu absolvierenden Landung noch besser als bisher zu analysieren. Über einen gewissen Vorteil könnte dabei das Mawrth Vallis verfügen, welches bereits bei der finalen Auswahl des Landeplatzes des NASA-Rovers <i>Curiosity</i> in der engeren Auswahl zur Debatte stand (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/der-gale-krater/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Spätestens in der zweiten Hälfte des Jahres 2016 soll die Anzahl der möglichen Landeorte noch weiter eingegrenzt werden. Die endgültige Entscheidung soll dann im Jahr 2017 getroffen werden. Im Rahmen des bis dahin laufenden Entscheidungsprozesses sollen auch weiterhin regelmäßig Daten herangezogen werden, welche bisher und auch zukünftig durch die drei derzeit aktiven Marsorbiter der NASA (<i>Mars Reconnaissance Orbiter</i> und <i>Mars Odyssey</i>) und der ESA (<i>Mars Express</i>) gesammelt werden. Und auch die beiden derzeit im Anflug auf den Mars befindlichen Orbiter <i>MAVEN</i> und <i>Mangalyaan</i> sowie der im Jahr 2016 zu startende <i>Trace Gas Orbiter</i> könnten neben ihren jeweiligen Primärmissionen in diesem Zusammenhang noch wertvolle Dienste leisten. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-landungen-neue-wege-zur-entschleunigung/" data-wpel-link="internal">Marslandungen &#8211; neue Wege zur Entschleunigung</a> (11. April 2014)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/testanlage-in-uk-bereit-fuer-exomars-rover/" data-wpel-link="internal">Testanlage in UK bereit für ExoMars-Rover</a> (29. März 2014)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/exomars-testrover-faehrt-in-der-atacama-wueste/" data-wpel-link="internal">ExoMars-Testrover fährt in der Atacama-Wüste</a> (10. Oktober 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/weitere-meilensteine-zum-exomars-tgo-erledigt/" data-wpel-link="internal">Weitere Meilensteine zum ExoMras-TGO erledigt</a> (9. Juni 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/esa-und-roskosmos-kooperieren-bei-der-mission-exomars/" data-wpel-link="internal">ESA und Roskosmos kooperieren bei der Mission ExoMars</a> (15. März 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/curiosity-der-mars-war-frueher-lebensfreundlicher/" data-wpel-link="internal">Curiosity: Der Mars war früher &#8222;Lebensfreundlich&#8220;</a> (12. März 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/die-entwicklung-der-instrumente-fuer-den-exomars-rover/" data-wpel-link="internal">Die Entwicklung der Instrumente für den ExoMars-Rover</a> (21. Oktober 2010)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/das-antriebssystem-des-exomars-rovers/" data-wpel-link="internal">Das Antriebssystem des ExoMars-Rovers</a> (22. August 2010)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/instrumente-fuer-exomars-trace-gas-orbiter-ausgewaehlt/" data-wpel-link="internal">Instrumente für ExoMars Trace Gas Orbiter ausgewählt</a> (4. August 2010)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/esa-sammelt-ideen-leben-auf-dem-mars/" data-wpel-link="internal">ESA sammelt Ideen: Leben auf dem Mars</a> (25. März 2003)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit in Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4183.315" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">ESA Mars-Rover / EXOMARS</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=8764.45" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">ExoMars Trace Gas Orbiter</a></li></ul>
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		<item>
		<title>Testanlage in UK bereit für ExoMars-Rover</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/testanlage-in-uk-bereit-fuer-exomars-rover/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Thomas Weyrauch]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Mar 2014 10:04:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ExoMars]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Airbus Defence and Space]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Marsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Marsrover]]></category>
		<category><![CDATA[TGO]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine überarbeitete Testanlage in Großbritannien, in der die Bedingungen auf der Marsoberfläche für im Rahmen des ExoMars-Projekts auszuprobierende Marsvehikel nachgestellt werden können, wurde diese Woche offiziell in Betrieb genommen. Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: Airbus Defence and Space, ESA. ExoMars ist aktuell ein Gemeinschaftsprojekt der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA) und der russischen Raumfahrbehörde Roskosmos. In [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Eine überarbeitete Testanlage in Großbritannien, in der die Bedingungen auf der Marsoberfläche für im Rahmen des ExoMars-Projekts auszuprobierende Marsvehikel nachgestellt werden können, wurde diese Woche offiziell in Betrieb genommen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: Airbus Defence and Space, ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29032014110433_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29032014110433_small_1.jpg" alt="Airbus Defence and Space" width="260"/></a><figcaption>
Testrover in Stevenage 
<br>
(Bild: Airbus Defence and Space)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">ExoMars ist aktuell ein Gemeinschaftsprojekt der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA) und der russischen Raumfahrbehörde Roskosmos. In seinem Rahmen sollen 2016 und 2018 unbemannte Missionen zum Mars aufbrechen. Vereinbart ist ein Transport ins All auf russischen Proton-Raketen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Orbiter zur Spurengasuntersuchung, der Trace Gas Orbiter (TGO), und der Landedemonstrator Schiaparelli sind für einen Start 2016 vorgesehen, 2018 ist der Start des Rovers samt Überflugeinheit und russischer Landeplattform geplant. Orbiter und Rover haben unter anderem die Aufgabe, gemeinsam nach Anzeichen von vergangenem und vielleicht derzeit vorhandenem Leben auf dem Mars zu suchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen des Programms soll vor allem auch demonstriert werden, dass die erforderlichen Techniken für einen Eintritt in die Marsatmosphäre, einen sicheren Abstieg und eine weiche Landung sowie das Bohren in den Marsboden beherrscht werden. Auf der Marsoberfläche soll der projektierte Rover täglich 70 Meter zurücklegen können, und dabei autonom navigieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um Konstruktionen vorab sinnvoll und nachhaltig prüfen und ggf. missionsbegleitende Nachstellungen durchführen zu können, wurden auf einer Fläche von 30 x 13 Metern rund 300 Tonnen Sand verteilt. Um eine möglichst realistische Optik zu erreichen, wurden alle Wand- und Deckenflächen sowie Türen etc. in der Halle auf dem Gelände von Airbus Defence and Space in Stevenage rund 50 Kilometer nördlich von London in rot-brauen Farbtönen angelegt.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29032014110433_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/29032014110433_small_2.jpg" alt="Airbus Defence and Space" width="260"/></a><figcaption>
v. li.: A. Stroomer, D. Parker,  A. Giménez,  V. Cable; 
<br>
(Bild: Airbus Defence and Space)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Aus Anlass des Abschluss der erfolgten Renovierungsarbeiten waren Öffentlichkeit und Presse eingeladen, der neuerlichen Inbetriebnahme beizuwohnen. John Vincent Cable, Minister für Unternehmen, Innovation und Qualifikationen in Großbritannien, Alvaro Giménez, wissenschaftlicher Direktor bei der Europäischen Raumfahrtorganisation, Andrew Stroomer, England-Chef der Sparten Erdbeobachtung, Navigation und Forschung von Airbus Defence and Space und David Parker, Leiter der Raumfahrtagentur Großbritanniens, drückten gemeinsam symbolisch einen großen Knopf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem mit zahlreichen möglichst realistisch geformten Objekten im Sand ausgestatteten nachempfunden Marsoberfläche kann das für den ExoMars-Rover vorgesehene hochentwickelte Navigationssystem jetzt intensiv getestet werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht nur auf das Navigationssystem ist man in England stolz. Neuerungen im Bereich von Schweißverfahren und dabei zum Einsatz kommenden Materialien werden als beispielhaft für hochwertige Arbeit aus Großbritannien betrachtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4183.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">ESA Mars-Rover / EXOMARS</a></li></ul>
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		<title>Eine neue Hangrinne auf dem Mars</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/eine-neue-hangrinne-auf-dem-mars/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Mar 2014 17:36:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Hangrinne]]></category>
		<category><![CDATA[HiRISE]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Reconnaissance Orbiter]]></category>
		<category><![CDATA[Marsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[MGS]]></category>
		<category><![CDATA[MRO]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=38398</guid>

					<description><![CDATA[<p>Auf den Aufnahmen der HiRISE-Kamera des Mars Reconnaissance Orbiter konnten Wissenschaftler eine Hangrinne identifizieren, welche sich erst kürzlich im Inneren eines Kraters gebildet hat. Sehr wahrscheinlich spielte gefrorenes Kohlenstoffdioxid eine entscheidende Rolle bei der Bildung dieser Struktur. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: University of Arizona, JPL. Bereits seit dem März 2006 umkreist die von [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Auf den Aufnahmen der HiRISE-Kamera des Mars Reconnaissance Orbiter konnten Wissenschaftler eine Hangrinne identifizieren, welche sich erst kürzlich im Inneren eines Kraters gebildet hat. Sehr wahrscheinlich spielte gefrorenes Kohlenstoffdioxid eine entscheidende Rolle bei der Bildung dieser Struktur.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: University of Arizona, JPL.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24032014183630_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24032014183630_small_1.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, University of Arizona" width="260"/></a><figcaption>
Die HiRISE-Kamera des Marsorbiters MRO dokumentiert immer wieder sogenannte Hangrinnen, welche sich an den Innenwänden von Impaktkratern gebildet haben. Der hier gezeigte Krater befindet sich bei 222,95 Grad östlicher Länge und 37,446 Grad südlicher Breite im Bereich der Region Terra Sirenum. Erst kürzlich hat sich hier eine neue Rinne gebildet. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, University of Arizona)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits seit dem März 2006 umkreist die von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene und mit sechs wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattete Raumsonde <i>Mars Reconnaissance Orbiter</i> (kurz &#8222;MRO&#8220;) den Mars und liefert den an dieser Mission beteiligten Wissenschaftlern seitdem fast täglich neue und immer wieder faszinierende Detailaufnahmen von der Oberfläche und der Atmosphäre unseres äußeren Nachbarplaneten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Hauptkamera an Bord des <i>MRO</i>, die von der University of Arizona betriebene <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/hirise-marsforschung-auf-deutsch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">HiRISE-Kamera</a>, erreicht dabei mit ihren Aufnahmen unter optimalen Bedingungen eine Auflösung der Planetenoberfläche von bis zu 25 Zentimetern pro Pixel. Eine zweite Kamera an Bord des Orbiters, die CTX-Kamera, erreicht zwar lediglich eine Auflösung von etwa sechs Metern pro Pixel. Durch das bei den CTX-Aufnahmen erreichte größere Gesichtsfeld kann das durch die HiRISE abgebildete Gebiet jedoch in einen räumlich weiter ausgedehnten Kontext versetzt werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen ihrer Aktivitäten bilden diese beiden Kameras bei passenden Gelegenheiten auch immer wieder die gleichen Abschnitte der Marsoberfläche ab und dokumentieren dabei Veränderungen, welche sich dort erst in jüngster Vergangenheit ergeben haben. Durch den Vergleich mit älteren Aufnahmen zeigte sich dabei mehrfach, dass der Mars im geologischen Sinn keinesfalls eine &#8222;tote Welt&#8220; ist, sondern dass die Oberfläche unseres Nachbarplaneten einem permanent ablaufenden Veränderungsprozess unterliegt. Durch <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84olischer_Transport" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">aeolische Prozesse</a> herbeigeführte Veränderungen von <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/sandduenen-auf-dem-mars/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Sanddünen</a>, der <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/wenn-auf-dem-mars-der-fruehling-beginnt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Wechsel der Jahreszeiten</a> und immer wieder erfolgende <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/ein-neuer-impaktkrater-auf-dem-mars/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Meteoriteneinschläge</a> führen auch in der Gegenwart dazu, dass die Marsoberfläche immer wieder neu gestaltet wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine neue Hangrinne</strong>
<br>
Erst kürzlich konnten die Marsforscher bei der Auswertung der Aufnahmen des <i>MRO</i> eine erst in der jüngeren Vergangenheit neu entstandene Struktur entdecken. Bei dem Vergleich von zwei Aufnahmen, welche die HiRISE-Kamera am 5. November 2010 und am 25. Mai 2013 angefertigt hat, entdeckten die für die Bildanalyse verantwortlichen Wissenschaftler an der Innenwand eines in der Region Terra Sirenum gelegenen Impaktkraters eine neu entstandene Hangrinne. Derartige rinnenartige Landschaftsformen &#8211; auch unter der englischen Bezeichnung &#8222;gullies&#8220; bekannt &#8211; finden sich in vielen Kratern in den mittleren Breitengraden und auf den südlichen Hochländern des Mars. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24032014183630_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24032014183630_small_2.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, University of Arizona" width="260"/></a><figcaption>
Auf der rechten Aufnahme vom 25. Mai 2013 ist der Verlauf einer erst kürzlich neu entstandene Hangrinne markiert, welche auf der vorherigen Aufnahme der gleichen Region &#8211; das entsprechende Foto wurde bereits am 5. November 2010 angefertigt &#8211; nicht erkennbar ist. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, University of Arizona)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2006 konnten die Marsforscher bei der Auswertung von Aufnahmen des mittlerweile nicht mehr aktiven Marsorbiters <i>Mars Global Surveyor</i> (MGS) auch erstmals erst kürzlich erfolgte Veränderungen an diesen Hangrinnen beobachten. Daraufhin erhielt das Studium dieser Landschaftsformen durch die HiRISE-Kamera oberste Priorität, denn es ist bis heute nicht vollständig geklärt, welche Prozesse zu der Bildung dieser Hangrinnen führen. Neben dem Abgang von Staublawinen wird dabei auch immer wieder die These ins Feld geführt, dass hierfür aus unterirdischen Reservoirs austretendes flüssiges Wasser verantwortlich sein könnte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst in der jüngeren Vergangenheit erfolgte Rinnenbildungen, so die Ergebnisse der bisherigen Auswertungen der Orbiteraufnahmen, scheinen allerdings in erster Linie während des Winters und im Vorfrühling zu erfolgen. Dies legt jedoch nahe, dass nicht flüssiges Wasser sondern vielmehr sublimierendes Trockeneis der Auslöser für die Entstehung der Rinnen ist. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund der während der Wintermonate auf dem Mars herrschenden niedrigen Lufttemperaturen von bis zu minus 130 Grad Celsius friert das in der Marsatmosphäre befindliche Kohlenstoffdioxid in einem großen Umfang aus der Atmosphäre aus und lagert sich in Form von Trockeneis auf der Planetenoberfläche ab. Mit dem einsetzenden Frühling erhöht sich die Lufttemperatur wieder und das zuvor im festen Zustand abgelagerte Kohlendioxid geht &#8211; bedingt durch diesen Temperaturanstieg &#8211; wieder in den gasförmigen Zustand über. Im Rahmen dieses Prozesses, so die Vermutung der Wissenschaftler, destabilisiert sich der an den Innenwänden der Krater abgelagerte Sand. Dies führt zu Lawinenabgängen, in deren Rahmen sich die neuen Hangrinnen bilden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der jetzt neu entdeckten Hangrinne scheint das Material, welches an der Kraterwand abgerutscht ist, aus einer bereits vorher vorhandenen Rinne ausgebrochen zu sein und hat dabei eine neue Rinne geformt. Da zwischen den beiden Aufnahmen mehr als ein volles Marsjahr vergangen ist, lässt sich die Jahreszeit, in welcher die neue Rinne gebildet hat, leider nicht ermitteln. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere mit dieser neuen Hangrinne in Zusammenhang stehende Bildprodukte finden Sie <a class="a" href="https://hirise.lpl.arizona.edu/ESP_032011_1425" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">hier</a>. Neben dieser Aufnahme der HiRISE-Kamera sind auf den Internetseiten der University of Arizona derzeit <a class="a" href="https://www.uahirise.org/katalogos.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">mehr als 32.100 weitere HiRISE-Aufnahmen</a> einsehbar. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/schockwellen-loesen-staublawinen-auf-dem-mars-aus/" data-wpel-link="internal">Schockwellen lösen Staublawinen auf dem Mars aus</a> (16. Dezember 2011) </li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mro-untersucht-rinnen-an-kraterhaengen/" data-wpel-link="internal">MRO untersucht Rinnen an Kraterhängen</a> (1. Oktober 2007) </li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/staub-statt-wasser/" data-wpel-link="internal">Staub statt Wasser?</a> (31. Mai 2004) </li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit in Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4220.270" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mars Reconnaissance Orbiter (MRO)</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=694.780" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Mars</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Trotz Problem mit dem MRO: Curiosity fährt weiter</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/trotz-problem-mit-dem-mro-curiosity-faehrt-weiter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Mar 2014 17:54:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Curiosity]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Rover]]></category>
		<category><![CDATA[CIT]]></category>
		<category><![CDATA[JPL]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Reconnaissance Orbiter]]></category>
		<category><![CDATA[Marsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[MRO]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=38405</guid>

					<description><![CDATA[<p>Trotz eines kürzlich aufgetretenen Problems mit dem Marsorbiter MRO, welcher sich in der vergangenen Woche über mehrere Tage hinweg in einem Sicherheitsmodus befand, konnte der Marsrover Curiosity seine Fahrt auch in den vergangenen Tagen erfolgreich fortsetzen. Der Mars Reconnaissance Orbiter befindet sich mittlerweile wieder im normalen Betriebsmodus. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: JPL, USGS. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/trotz-problem-mit-dem-mro-curiosity-faehrt-weiter/" data-wpel-link="internal">Trotz Problem mit dem MRO: Curiosity fährt weiter</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Trotz eines kürzlich aufgetretenen Problems mit dem Marsorbiter MRO, welcher sich in der vergangenen Woche über mehrere Tage hinweg in einem Sicherheitsmodus befand, konnte der Marsrover Curiosity seine Fahrt auch in den vergangenen Tagen erfolgreich fortsetzen. Der Mars Reconnaissance Orbiter befindet sich mittlerweile wieder im normalen Betriebsmodus.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: JPL, USGS.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17032014185442_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17032014185442_small_1.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech" width="1017" height="285"/></a><figcaption>
Die Gesteinsformation &#8222;Junda&#8220; wurde am 19. Februar 2014 mit der Navigationskamera von Curiosity sozusagen &#8222;en passant&#8220; abgebildet. Während einer Fahrt, die im Endresultat über eine Strecke von etwa 96 Metern führte, legte der Rover eine kurze Pause ein, um die hier im Bildvordergrund zu sehenden Gesteinsablagerungen fotografisch zu dokumentieren. Im Hintergrund ist der Zentralberg des Gale-Kraters, der Aeolis Mons, erkennbar. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Seit unserem <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/curiosity-zwei-laengere-fahrten-im-rueckwaertsgang/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">letzten ausführlichen Bericht</a> über die Mission des Rovers <i>Curiosity</i> hat sich dieser von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene Marsrover im Rahmen von mehreren Fahrten um weitere rund 660 Meter in die grob südliche Richtung bewegt und dabei seinem nächsten Etappenziel, einer mit dem Namen &#8222;Kimberley&#8220; belegten Oberflächenformation, weiter genähert. Die meisten dieser Fahrten führten über Distanzen zwischen 30 und 70 Metern pro Tag und waren so ausgelegt, dass an den Endpunkten der jeweiligen Tagesetappen neben der routinemäßiger erfolgenden Anfertigung von diversen Fotoaufnahmen nur grundlegende wissenschaftliche Untersuchungen, aber kaum zeitintensivere Analysen durchgeführt wurden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17032014185442_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17032014185442_small_2.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech" width="260"/></a><figcaption>
Eine Aufnahme der linken Navigationskamera, welche nach dem Abschluss der bisher letzten Fahrt am 16. März 2014 angefertigt wurde. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Durchführung dieser Fahrt ließ sich der Rover auch nicht durch ein zwischenzeitlich aufgetretenes Problem mit dem ebenfalls von der NASA betriebenen Marsorbiter <i>Mars Reconnaissance Orbiter</i> (MRO) behindern, welcher sich am 9. März 2014 aufgrund eines unvorhergesehenen Umschaltens des Hauptcomputers auf das baugleiche Backup-System in einen Sicherheitsmodus versetzte. Im Gegensatz zu vergleichbaren Vorfällen in der Vergangenheit schaltete diesmal auch das Kommunikationssystem des <i>MRO</i> auf einen Backup-Radiotransponder um. Einhergehend mit dem Übertritt in den &#8222;Safe Mode&#8220; beendete der <i>MRO</i> &#8211; wie für solche Fälle vorgesehen &#8211; alle nicht unmittelbar für die Sicherheit des Orbiters zwingend notwendigen Aktivitäten und wartete zunächst auf weiterführende Kommandos von seinem am Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena/Kalifornien befindlichen Kontrollzentrum. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Da der <i>MRO</i> allerdings auch als primäre Relaisstation für den <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/die-kommunikation-mit-der-erde/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Datenaustausch</a> zwischen dem Marsrover <i>Curiosity</i> und dem ebenfalls am JPL befindlichen Roverkontrollzentrum eingesetzt wird, hatte dies zur Folge, dass die Datenübertragungsrate zwischen der Erde und dem Rover deutlich abfiel. Trotzdem standen den für die Planungen der Fahrten von <i>Curiosity</i> verantwortlichen Roverdrivern genügend Daten zur Verfügung, um auch in den folgenden Tagen weitere Fahrten durchzuführen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Relaisstation für die Übermittlung der für die Planung dieser Fahrten zwingend notwendigen Daten &#8211; neben den aktuellen Telemetriewerten des Rovers handelt es sich hierbei in erster Linie um hochaufgelöste Fotoaufnahmen, welche das Gebiet der zukünftig einzuschlagenden Route zeigen &#8211; wurde der zweite derzeit aktive Marsorbiter der NASA, der Orbiter <i>Mars Odyssey</i>, eingesetzt. 
<br>
Parallel dazu waren die für die Kontrolle des <i>MRO</i> verantwortlichen Techniker und Ingenieure des JPL damit beschäftigt, die Ursache für den Sicherheitsmodus zu ergründen und diesen Orbiter wieder in den normalen Betriebsmodus zu versetzen, was letztendlich am 13. März 2014 gelang. Als erstes wissenschaftliches Instrument wurde dabei die HiRISE-Kamera des Orbiters reaktiviert, welche noch am selben Tag erste Testaufnahmen von der Marsoberfläche anfertigen konnte. Seit diesem Tag wird der Orbiter auch wieder als Relaisstation zwischen Erde und Mars genutzt. Die genaue Ursache für diesen unvorhergesehenen Sicherheitsmodus wurde von der NASA bisher allerdings nicht bekannt gegeben. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17032014185442_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17032014185442_small_3.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, University of Arizona, Phil Stooke (UMSF-Forum)" width="260"/></a><figcaption>
Die von Curiosity in den letzten Tagen zurückgelegte Strecke. Um einer möglichst leicht zu passierenden Route zu folgen führten die letzten beiden Fahrten in die grob östliche beziehungsweise südöstliche Richtung. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, University of Arizona, Phil Stooke (UMSF-Forum))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Beendigung des Safe Mode des Orbiters <i>MRO</i> hat <i>Curiosity</i> am 13. und am 16. März im Rahmen von zwei weiteren Etappen weitere rund 99 beziehungsweise 88 Meter überbrückt. Das nächste Etappenziel des Rovers, die als einer von mehreren &#8222;Waypoints&#8220; ausgewählte Region &#8222;Kimberley&#8220;, ist gegenwärtig noch etwa 200 Meter von der aktuellen Position entfernt und wird voraussichtlich im Verlauf der kommenden Woche erreicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei diesen &#8222;Waypoints&#8220; handelt es sich um Bereiche im Inneren des Gale-Kraters, wo <i>Curiosity</i> jeweils mehrtägige Stopps für ausführlichere wissenschaftliche Untersuchungen einlegen soll. Das wissenschaftliche Ziel dieser Analysen besteht darin, Informationen über die Geologie des Geländes zu sammeln, welches sich zwischen dem Landegebiet des Rovers und dem Aeolis Mons befindet. Diese Daten sollen den Wissenschaftlern dabei helfen, die zwischenzeitlich gewonnenen Informationen in einen Kontext zu den Erkenntnissen zu setzen, welche zukünftig bei den geschichteten Gesteinsablagerungen des Zentralberges erlangt werden sollen. Ein spezielles Augenmerk soll dabei auf geologische Strukturen gerichtet werden, welche offensichtlich durch fließendes Wasser erzeugt beziehungsweise verändert wurden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Im Bereich von KMS-9 [eine weitere Bezeichnung für die Region Kimberley] zeigen die Orbitaufnahmen drei verschiedene Geländetypen und eine relativ staubfreie Oberfläche&#8220;, so Katie Stock vom California Institute of Technology (CIT), eine der an der Mission beteiligten Wissenschaftlerinnen. &#8222;Wir erkennen dort Geländeformen, denen wir mit <i>Curiosity</i> zuvor noch nicht begegnet sind. An einer Stelle sind Riefelungen auf der Oberfläche zu sehen, die alle in die gleiche Richtung zeigen. Andere Bereiche erscheinen glatt und es existieren keine Riefelungen. Wir wissen nicht, was das ist. Aber das ist gerade so spannend an dieser Erkundungsmission &#8211; wir sehen immer wieder neue Dinge.“ </p>



<p class="wp-block-paragraph">Entsprechend der Zielsetzung für die Untersuchung der Waypoints soll in der Umgebung von Kimberley auch erneut das <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/das-probenentnahmesystem/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Bohrsystem</a> des Rovers dazu eingesetzt, um eine weitere Bodenprobe zu entnehmen und anschließend mit den Analyseinstrumenten eingehender zu untersuchen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis zum heutigen Tag, dem <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sol_(Marstag)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">&#8222;Sol&#8220;</a> 573 seiner Mission, hat der Marsrover <i>Curiosity</i> mit seinen Kamerasystemen 131.132 Bilder aufgenommen und an das Roverkontrollzentrum des JPL übermittelt. Diese Aufnahmen sind für die interessierte Öffentlichkeit auf einer <a class="a" href="https://mars.nasa.gov/msl/multimedia/raw-images/?order=sol+desc%2Cinstrument_sort+asc%2Csample_type_sort+asc%2C+date_taken+desc&amp;per_page=50&amp;page=0&amp;mission=msl" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">speziellen Internetseite des JPL</a> einsehbar. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/curiosity-zwei-laengere-fahrten-im-rueckwaertsgang/" data-wpel-link="internal">Curiosity: Zwei längere Fahrten im Rückwärtsgang</a> (22. Februar 2014)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/curiosity-ueberschreitet-die-fuenf-kilometer-marke/" data-wpel-link="internal">Curiosity überschreitet die Fünf-Kilometer-Marke</a> (12. Februar 2014)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/marsrover-curiosity-setzt-seine-untersuchungen-fort/" data-wpel-link="internal">Marsrover Curiosity setzt seine Untersuchungen fort</a> (8. Februar 2014)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/curiosity-hat-die-sandduene-ueberquert/" data-wpel-link="internal">Curiosity hat die Sanddüne überquert</a> (7. Februar 2014)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/marsrover-curiosity-hat-dingo-gap-erreicht/" data-wpel-link="internal">Marsrover Curiosity hat Dingo Gap erreicht</a> (1. Februar 2014)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/marsrover-curiosity-aendert-den-kurs/" data-wpel-link="internal">Marsrover Curiosity ändert den Kurs</a> (25. Januar 2014)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/marsorbiter-mro-fotografiert-curiositys-radspuren/" data-wpel-link="internal">Marsorbiter MRO fotografiert Curiositys Radspuren</a> (10. Januar 2014)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/curiosity-software-upgrade-und-ueberpruefung-der-raeder/" data-wpel-link="internal">Curiosity: Software-Upgrade und Überprüfung der Räder</a> (22. Dezember 2013)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit in Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=11246.3240" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Aktuelle Diskussion zu Curiosity</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Seiten bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/raumfahrt/rover/curiosity/" data-wpel-link="internal">Curiosity-Sonderseite</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/raumfahrt/rover/curiosity/" data-wpel-link="internal">Curiosity-Newsarchiv</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/trotz-problem-mit-dem-mro-curiosity-faehrt-weiter/" data-wpel-link="internal">Trotz Problem mit dem MRO: Curiosity fährt weiter</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
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		<title>Mars Express: Lavaströme am Mistretta-Krater</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/mars-express-lavastroeme-am-mistretta-krater/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Mar 2014 13:08:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mars Express]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[ESA]]></category>
		<category><![CDATA[HRSC-Kamera]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Marsforschung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=38420</guid>

					<description><![CDATA[<p>Am vergangenen Donnerstag veröffentlichte Aufnahmen der HRSC-Kamera an Bord der ESA-Raumsonde Mars Express zeigen die Umgebung des Mistretta-Kraters auf dem Mars. Deutlich erkennbar sind dabei Lavaströme, welche das Erscheinungsbild dieser Region entscheidend geprägt haben. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: FU Berlin, DLR, ESA. Bereits seit dem 25. Dezember 2003 befindet sich die von der [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Am vergangenen Donnerstag veröffentlichte Aufnahmen der HRSC-Kamera an Bord der ESA-Raumsonde Mars Express zeigen die Umgebung des Mistretta-Kraters auf dem Mars. Deutlich erkennbar sind dabei Lavaströme, welche das Erscheinungsbild dieser Region entscheidend geprägt haben.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von R<a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">alph-Mirko Richter</a>. Quelle: FU Berlin, DLR, ESA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08032014140825_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08032014140825_small_1.jpg" alt="NASA, MGS, MOLA Science Team, FU Berlin" width="260"/></a><figcaption>
Eine topografische Karte der Umgebung des Mistretta-Kraters auf dem Mars. Der von der HRSC-Kamera abgebildete Bereich ist hier umrahmt. 
<br>
(Bild: NASA, MGS, MOLA Science Team, FU Berlin)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits seit dem 25. Dezember 2003 befindet sich die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde <i>Mars Express</i> in einer Umlaufbahn um den Mars und liefert den an dieser Mission beteiligten Wissenschaftlern seitdem regelmäßig eine Vielzahl an Daten und Bildern von der Atmosphäre und speziell von der Oberfläche unseres äußeren Nachbarplaneten. Durch die Auswertung der gewonnene Daten und Aufnahmen ergeben sich für die Planetenforscher wertvolle Einblicke in dessen Entwicklungsgeschichte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 28. November 2013 überflog <i>Mars Express</i> während des Orbits Nummer 12.593 den Mistretta-Krater und bildete diese Region mit der <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/weitere-finanzmittel-fuer-die-marsforschung-bewilligt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">High Resolution Stereo Camera</a> (kurz &#8222;HRSC&#8220;), einem der insgesamt <a class="a" href="https://www.dlr.de/de/forschung-und-transfer/projekte-und-missionen/mars-express" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">sieben wissenschaftlichen Instrumente</a> an Bord des Marsorbiters, ab. Aus einer Überflughöhe von mehreren hundert Kilometern erreichte die HRSC dabei eine Auflösung von ungefähr 14 Metern pro Pixel. Die bei dieser Gelegenheit angefertigten Aufnahmen geben einen bei etwa 25 Grad südlicher Breite und 249 Grad östlicher Länge gelegenen Ausschnitt der Marsoberfläche wieder. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der Mistretta-Krater</strong>
<br>
Der nach der sizilianischen Stadt Mistretta benannte Krater verfügt über einen Durchmesser von 16,56 Kilometern und befindet sich im westlichen Bereich der Hochebene <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-und-das-daedalia-planum/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Daedalia Planum</a>, welche wiederrum ein Bestandteil der Tharsis-Region ist. Die Tharsis-Region bedeckt mit einer Ausdehnung von mehreren tausend Kilometern eine Fläche von rund vier Millionen Quadratkilometern und erhebt sich dabei wie eine Wulst um mehrere Kilometer über das umliegende Hochland des Mars. Neben dem Grabenbruchsystem der <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-der-groesste-canyon-des-sonnensystems/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Valles Marineris</a> befinden sich in diesem Gebiet auch die meisten der großen Marsvulkane wie zum Beispiel der mehr als 22 Kilometer hohe Schildvulkan <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-lavastroeme-am-fusse-des-olympus-mons/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Olympus Mons</a>, der Ascraeus Mons (18 Kilometer Höhe), der Pavonis Mons (12 Kilometer) und der Arsia Mons (14 Kilometer). </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08032014140825_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08032014140825_small_2.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="260"/></a><figcaption>
Eine Nadir-Farbansicht der Umgebung des Mistretta-Kraters. Norden befindet sich rechts im Bild. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Vulkane sind auch für die Entstehung der Tharsis-Aufwölbung verantwortlich. Planetologen gehen allgemein davon aus, dass sich die Tharsis-Region vor etwa 3,5 Milliarden Jahren während des geologischen Mittelalters des Mars, der sogenannten <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mars_(Planet)#Entstehungsgeschichte" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Hesperianischen Epoche</a>, gebildet hat. Die äußere Kruste des Mars wurde zu dieser Zeit durch im Inneren des Planeten auftretende Kräfte aufgewölbt, was zu massiven Oberflächenspannungen führte. Diese Spannungen entluden sich unter anderem im Rahmen gewaltiger Vulkanausbrüche. Bei diesen Ausbrüchen ergossen sich große Mengen an dünnflüssiger Lava über die Marsoberfläche, welche anschließend zu ausgedehnten, mehrere Kilometer mächtigen Lavadecken erstarrte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf den jetzt veröffentlichten Aufnahmen der HRSC-Kamera ist sehr gut erkennbar, wie stark der Vulkanismus diesen Bereich der Oberfläche unseres Nachbarplaneten in der Vergangenheit geprägt hat. Die Hochebene wurden weitflächig von gewaltigen Lavaströmen überflutet, welche von dem rund 900 Kilometer weiter nordwestlich gelegenen Schildvulkan Arsia Mons ausgingen. Bei diesen Lavaströmen handelt es sich um so genannte Flutbasalte &#8211; einer sehr dünnflüssigen basaltischen Lava, welche sich über weite Strecken ergießen kann. Am rechten unteren Bildrand der nebenstehenden Nadir-Ansicht ragt ein Hochlandsockel aus diesen Lavamassen heraus, auf dem sich drei dicht beieinander liegende, bereits stark erodierte Impaktkrater befinden. Bei dem Mistretta-Krater handelt es sich um den größten dieser Krater. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08032014140825_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08032014140825_small_3.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="260"/></a><figcaption>
Eine höhenkodierte Bildkarte der Umgebung des Mistretta-Kraters. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Aus den Aufnahmen der HRSC-Kamera geht hervor, dass sich die Lavaströme im Rahmen von zwei unterschiedlicher Eruptionsphasen bis in das Gebiet des Mistretta-Kraters ausgedehnt haben. Zunächst bildeten die Lavaströme im südlichen Bereich des abgebildeten Gebietes (der linke Bereich in der Nadir-Ansicht) eine sehr glatte Oberfläche. Eine lang andauernde Erosion und die Ablagerung von Sand und Staub durch Wind haben die meisten der ursprünglich dort vorhandenen Unebenheiten geglättet. Speziell im unteren linken Bereich sind zudem die Ablagerungen von dunkler Vulkanasche erkennbar. Im Rahmen von zu späteren Zeitpunkten auftretenden tektonische Spannungen bildeten sich dann zahlreiche in Nord-Süd-Richtung verlaufende Grabenbrüche. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In der rechten Bildhälfte der Nadir-Ansicht sind dagegen die Ausläufer eines ausgedehnten, jüngeren Lavastroms zu erkennen, welcher erst nach dem Abschluss der Phase der tektonischen Verformungen in dieses Gebiet vorgedrungen ist. Besonders markant ist die Fließfront des Lavastroms ausgeprägt, was besonders gut in der höhenkodierten Bildkarte zu erkennen ist. Die Oberfläche dieses erstarrten Lavastroms verfügt über eine leicht plattenartige Struktur und ist von einem rauen, runzeligen Muster überzogen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Muster bildete sich durch ein unterschiedlich schnelles Fließen der Lava, wenn diese beispielsweise an den Rändern bereits stärker abgekühlt war und dort somit deutlich langsamer floss, als in der Mitte des Lavastroms. Zudem bildete der Hochlandsockel, auf dem sich der Mistretta-Krater befindet, eine natürliche Barriere, welche von der Lava erst umströmt werden musste. Das dabei erfolgende &#8222;Anbranden&#8220; führte dazu, das die Lavamassen hier aufgetürmt wurden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08032014140825_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08032014140825_small_4.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="260"/></a><figcaption>
Ein perspektivischer Blick über die abgebildete Region. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres deutliches Indiz für das unterschiedliche Alter der Oberfläche ergibt sich aus der Anzahl und Größe der hier befindlichen Impaktkrater. Auf dem älteren, mit Grabenbrüchen durchzogenen Lavastrom sind mehr und größere Impaktkrater zu erkennen als auf dem jüngeren Strom. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Bildverarbeitung und HRSC-Kamera</strong>
<br>
Die weiter oben gezeigte Nadir-Farbansicht des Mistretta-Kraters wurde aus dem senkrecht auf die Planetenoberfläche blickenden Nadirkanal und den vor- beziehungsweise rückwärts blickenden Farbkanälen der HRSC-Stereokamera erstellt. Die perspektivische Schrägansicht wurde aus den Aufnahmen der Stereokanäle der HRSC-Kamera berechnet. Das weiter unten zu sehende Anaglyphenbild, welches bei der Verwendung einer Rot-Cyan- oder Rot-Grün-Brille einen dreidimensionalen Eindruck der Marslandschaft vermittelt, wurde aus dem Nadirkanal und einem Stereokanal der Kamera abgeleitet. Des Weiteren konnten die für die Bildauswertung zuständigen Wissenschaftler aus einer höhenkodierten Bildkarte, welche aus den Nadir- und Stereokanälen der HRSC-Kamera errechnet wurde, ein digitales Geländemodell der abgebildeten Marsoberfläche ableiten. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08032014140825_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/08032014140825_small_5.jpg" alt="ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)" width="260"/></a><figcaption>
Durch die Betrachtung mit einer Rot-Cyan- oder Rot-Grün-Brille wird mit dieser 3D-Aufnahme ein räumlicher Eindruck der Landschaft vermittelt. Besonders gut ist hierbei die in der unteren Bildhälfte verlaufende Abbruchkante erkennbar. 
<br>
(Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das HRSC-Kameraexperiment an Bord der ESA-Raumsonde <i>Mars Express</i> wird vom Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Ralf Jaumann geleitet. Das für die HRSC-Kamera verantwortliche Wissenschaftlerteam besteht aus 40 Co-Investigatoren von 33 Instituten aus zehn Ländern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die hochauflösenden Stereokamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Neukum entwickelt und in Kooperation mit mehreren industriellen Partnern (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena-Optronik GmbH) gebaut. Sie wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Bilddaten erfolgt am DLR. Die Darstellungen der hier gezeigten <i>Mars Express</i>-Bilder wurden von den Mitarbeitern des Instituts für Geologische Wissenschaften der FU Berlin in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof erstellt. 
<br>
Die hier gezeigten Aufnahmen des Mistretta-Kraters finden Sie auch auf den entsprechenden Internetseiten des <a class="a" href="https://web.archive.org/web/20140407112809/http://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10333/623_read-9679/#gallery/13873" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">DLR</a> und der <a class="a" href="https://www.geo.fu-berlin.de/en/geol/fachrichtungen/planet/press/archiv2014/mistretta1/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">FU Berlin</a>. Speziell in den dort verfügbaren hochaufgelösten Aufnahmen kommen die verschiedenen Strukturen der Marsoberfläche besonders gut zur Geltung. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-neue-aufnahmen-der-claritas-rupes/" data-wpel-link="internal">Mars Express: Neue Aufnahmen der Claritas Rupes</a> (16. Februar 2014) </li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-passiert-phobos-in-nur-45-kilometern/" data-wpel-link="internal">Mars Express passiert Phobos in nur 45 Kilometern</a> (26. Dezember 2013) </li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-und-die-sulfatberge-des-juventae-chasma/" data-wpel-link="internal">Mars Express und die Sulfatberge des Juventae Chasma</a> (13. Dezember 2013) </li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-neue-aufnahmen-des-ismeniae-fossae/" data-wpel-link="internal">Mars Express: Neue Aufnahmen des Ismeniae Fossae</a> (14. November 2013) </li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-ein-mosaik-des-hebes-chasma/" data-wpel-link="internal">Mars Express: Ein Mosaik des Hebes Chasma</a> (14. Oktober 2013) </li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/planet-mars-das-chaos-im-aram-krater/" data-wpel-link="internal">Planet Mars: Das Chaos im Aram-Krater</a> (1. Oktober 2013) </li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4079.300" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Mars Express</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=694.780" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Mars</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Seiten bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/tag/mars-express/" data-wpel-link="internal">Mars-Express-Sonderseite</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/mars-express/" data-wpel-link="internal">Mars-Express-Newsarchiv</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sonderseite des DLR:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.dlr.de/de/bilder/2013/2/dlr-webspecial-zu-10-jahren-mars-express-mission_10834" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Zehn Jahre Mars Express</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/mars-express-lavastroeme-am-mistretta-krater/" data-wpel-link="internal">Mars Express: Lavaströme am Mistretta-Krater</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Orbitänderung bei der Raumsonde Mars Odyssey</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/orbitaenderung-bei-der-raumsonde-mars-odyssey/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Feb 2014 17:58:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mars Odyssey 2001]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Manöver]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Mars Odyssey]]></category>
		<category><![CDATA[Marsforschung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Während der kommenden Monate soll die Raumsonde Mars Odyssey schrittweise auf eine neue Umlaufbahn um den Mars dirigiert werden, welcher es ermöglicht, den Planeten kurz nach Sonnenaufgang zu beobachten. Anhand der so gewonnenen Daten sollen neue Erkenntnisse über Bodennebel, Wolken und Bodenfrostablagerungen gewonnen werden. Ein erstes entsprechendes Bahnkorrekturmanöver erfolgte am 11. Februar 2014 und verlief [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">Während der kommenden Monate soll die Raumsonde Mars Odyssey schrittweise auf eine neue Umlaufbahn um den Mars dirigiert werden, welcher es ermöglicht, den Planeten kurz nach Sonnenaufgang zu beobachten. Anhand der so gewonnenen Daten sollen neue Erkenntnisse über Bodennebel, Wolken und Bodenfrostablagerungen gewonnen werden. Ein erstes entsprechendes Bahnkorrekturmanöver erfolgte am 11. Februar 2014 und verlief wie vorgesehen.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: JPL.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14022014185823_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14022014185823_small_1.jpg" alt="JPL" width="260"/></a><figcaption>
Eine künstlerische Darstellung der Raumsonde Mars Odyssey, welche sich seit dem Jahr 2001 in einer Umlaufbahn um den Mars befindet. 
<br>
(Bild: NASA, JPL)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die am 7. April 2001 von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA an Bord einer Delta-II-Trägerrakete gestartete Raumsonde <i>Mars Odyssey</i> erreichte den Mars am 24. Oktober 2001 und trat unmittelbar darauf in eine sonnensynchrone Umlaufbahn um unseren äußeren Nachbarplaneten ein, welche fast genau über die Pole des Planeten führt. In den folgenden Monaten reduzierte die Raumsonde mit Hilfe eines komplizierten <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Atmosph%C3%A4renbremsung" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Aerobreaking-Manövers</a> zunächst ihre Geschwindigkeit und senkte dabei zugleich die Höhe der Umlaufbahn über der Planetenoberfläche immer weiter ab (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/aerobraking-der-tritt-auf-die-luftbremse/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der ersten Jahre der Mission war der Orbit von <i>Mars Odyssey</i> so gewählt, dass die Raumsonde auf ihrem Weg vom Nord- zum Südpol die von der Sonne beleuchtete Hemisphäre des Mars immer zu einer Zeit überflog, welcher in etwa 17:00 Uhr lokaler Marszeit entsprach. Auf ihrem &#8222;Rückweg&#8220; vom Südpol zum Nordpol war es auf der &#8222;Nachtseite&#8220; dann 5:00 Uhr morgens. Dieser Verlauf der Umlaufbahn bot ideale Voraussetzungen für den Einsatz einer Mehrzweckkamera (THEMIS) und eines Gammastrahlen-Spektrometers (GRS) an Bord der Raumsonde. Während die THEMIS-Kamera eine Vielzahl von Aufnahmen der Marsoberfläche anfertigte, konnte mit dem GRS-Instrument unter anderem oberflächennahes Wassereis in den Polarregionen des Mars nachgewiesen werden. Außerdem gelang mit diesen beiden Instrumenten die Bestimmung der Verteilung von verschiedenen chemischen Elementen wie zum Beispiel Eisen, Silizium und Kalium auf der Marsoberfläche. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab dem 30. September 2008 wurde die Umlaufbahn von <i>Mars Odyssey</i> so verändert, dass die Tagseite der Marsoberfläche jetzt bereits in den Nachmittagsstunden überflogen wurde. Der Grund hierfür war die zu dieser Tageszeit noch vorherrschende größere Wärme auf der Planetenoberfläche, welche eine bessere Detektierung der Infrarotsignaturen von Mineralien auf der Oberfläche ermöglichte. Der Nachteil der neuen Umlaufbahn bestand allerdings darin, dass jetzt ein größerer Teil des Orbits der Raumsonde im Schatten des Planeten lag, so dass die Solarpaneele des Marsorbiters weniger  Energie gewinnen konnten. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ein neuer Orbit zeigt den Mars zukünftig in den Morgenstunden</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;&#8220;Wir bringen einer alten Raumsonde gerade ein paar neue Tricks bei&#8220;, so Jeffrey Plaut vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien, Projektwissenschaftler für die <i>Mars Odyssey</i>-Mission. &#8222;<i>Mars Odyssey</i> wird künftig in der Lage sein, den Mars in einem ganz anderen Licht zu betrachten als zuvor&#8220;. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem die Raumsonde <i>Mars Odyssey</i> im August 2012 bei der Landung des Marsrovers <i>Curiosity</i> als Relaisstation für die Kommunikation zwischen dem Rover und der Erde eingesetzt wurde (Raumfahrer.net berichtete über die hierfür notwendige <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/kurskorrektur-fuer-mars-odyssey/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Orbitveränderung</a> und über die <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/die-kommunikation-bei-der-landung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Kommunikation bei der Landung</a>) wurde durch ein weiteres Manöver zunächst erneut eine allmähliche Verschiebung der Umlaufbahn eingeleitet. Durch die jetzt wieder etwas späteren Überflugzeiten sollte die zu gewinnende Energiemenge wieder schrittweise erhöht werden, wodurch unter anderem die Batterien des Orbiters geschont werden sollen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14022014185823_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/14022014185823_small_2.jpg" alt="NASA, JPL" width="260"/></a><figcaption>
Diese Aufnahme, welche ein Gebiet von 1.000 Kilometern Ausdehnung wiedergibt, zeigt Wolken aus Wassereiskristallen, welche sich in den Morgenstunden im Bereich der Valles Marineris gebildet haben. Dieses Foto wurde am 1. August 1976 durch den Marsorbiter Viking-1 angefertigt. 
<br>
(Bild: NASA, JPL)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Philip Christensen von der Arizona State University (ASU) in Tempe/USA, der wissenschaftliche Leiter des THEMIS-Kameraexperiments, unterbreitete schließlich den Vorschlag, diese Veränderung der Umlaufbahn erst dann zu beenden, wenn <i>Mars Odyssey</i> einen Orbit erreicht hat, welcher Beobachtungen ermöglicht, die gegen 06:45 lokaler Marszeit erfolgen. Aus diesem Orbit heraus könnte der Marsorbiter die Oberfläche unseres Nachbarplaneten dann unmittelbar nach dem dortigen Sonnenaufgang beobachten. Das Ziel dieser vorgeschlagenen Beobachtungen besteht in der Dokumentation von in den Morgenstunden auftretenden Bodennebel, Wolken und Bodenfrostablagerungen und deren jeweilige durch saisonale Effekte bedingten Veränderungen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Entsprechende Daten wurden über längere Zeiträume hinweg bisher lediglich durch die beiden Orbiter der <i>Viking</i>-Mission Ende der 1970er Jahre gesammelt. Seitdem hat nur die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde <i>Mars Express</i> unseren Nachbarplaneten gelegentlich in den frühen Morgenstunden abgebildet und dabei unter anderem spektakuläre Aufnahmen von zu den sich zu dieser Tageszeit bildenden Dunstschichten geliefert. Durch den jetzt angestrebten neuen Orbit könnte <i>Mars Odyssey</i> weitere und vor allem regelmäßig gewonnene Daten liefern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir wissen nicht genau, was wir zu sehen bekommen werden, wenn wir erst einmal auf einer Umlaufbahn sind, von wo aus wir die Landschaft kurz nach Sonnenaufgang untersuchen können&#8220;, so Philip Christensen. &#8222;Wir könnten aber nach saisonal bedingten Veränderungen Ausschau halten. Findet zum Beispiel die Bildung von Nebel im Winter häufiger statt als im Frühjahr? Wir wollen das zukünftig systematisch verfolgen und außerdem Wolken im sichtbaren Bereich beobachten sowie die Temperatur auf der Oberfläche im Infrarotbereich bestimmen.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Orbitmanöver</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Um den neuen Orbit noch schneller zu erreichen erfolgte bereits am vergangenen Dienstag, dem 11. Februar 2014 ein entsprechendes Kurskorrekturmanöver, welches um 21:03 MEZ erfolgreich abgeschlossen wurde. &#8222;Der Weltraumveteran hat genau das durchgeführt, was wir von ihm verlangt haben&#8220;, so der <i>Mars Odyssey</i>-Projektmanager David Lehman vom JPL. 
<br>
Im Rahmen des Manövers wurden die vier Triebwerke von <i>Mars Odyssey</i> über einen Zeitraum von insgesamt 29 Sekunden gezündet. Der finale &#8222;06:45-Orbit&#8220; soll jetzt schrittweise bis zum November 2015 erreicht werden. Sofern keine Komplikationen auftreten, welche zusätzliche Aktivierungen der Triebwerke zur Folge haben, sollte die Raumsonde laut den Berechnungen der Techniker und Ingenieure der NASA nach dem Erreichen dieses Orbits immer noch über genügend Treibstoff verfügen, um die Mission anschließend für weitere <i>neun bis zehn</i> Jahre erfolgreich fortzusetzen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei muss allerdings auch bedacht werden, dass es sich bei <i>Mars Odyssey</i> um den mit Abstand dienstältesten Orbiter handelt, den die Menschheit bisher in eine Umlaufbahn um dem Mars gebracht hat. Bereits am 15. Dezember 2010 löste diese Raumsonde den vorherigen Rekordhalter, den ebenfalls von der NASA betriebenen und zwischen den Jahren 1997 und 2006 über einen Zeitraum von 3.340 Tagen aktiven Marsorbiter <i>Mars Global Surveyor</i> ab. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Mars Odyssey</i> erwies sich bisher als eine überaus erfolgreiche Mission, in deren Verlauf sich das Wissen der Menschheit um den Mars ungemein erweitert hat (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-odyssey-ist-seit-ueber-10-jahren-aktiv/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). Zudem ist diese Raumsonde ein wichtiger Bestandteil des Kommunikationsnetzwerkes, mit dem Daten zwischen der Erde und den beiden derzeit aktiven Marsrovern <i>Opportunity</i> und <i>Curiosity</i> ausgetauscht werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-odyssey-ist-wieder-im-regulaeren-betrieb/" data-wpel-link="internal">Mars Odyssey ist wieder im regulären Betrieb</a> (13. November 2012)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-odyssey-wechselt-auf-das-backup-computersystem/" data-wpel-link="internal">Mars Odyssey wechselt auf das Backup-Computersystem</a> (4. November 2012)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-odyssey-sendet-wieder-daten/" data-wpel-link="internal">Mars Odyssey sendet wieder Daten</a> (28. Juni 2012)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-odyssey-sicherheitsmodus-beendet/" data-wpel-link="internal">Mars Odyssey: Sicherheitsmodus beendet</a> (20. Juni 2012)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-odyssey-mit-reaktionsradproblem/" data-wpel-link="internal">Mars Odyssey mit Reaktionsradproblemen</a> (9. Juni 2012)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-odyssey-ist-seit-ueber-10-jahren-aktiv/" data-wpel-link="internal">Mars Odyssey ist seit über 10 Jahren aktiv</a> (3. März 2012)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-odyssey-im-sicherheitsmodus/" data-wpel-link="internal">Mars Odyssey im Sicherheitsmodus</a> (21. Juli 2010)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-odyssey-befindet-sich-im-sicherheitsmodus/" data-wpel-link="internal">Mars Odyssey befindet sich im Sicherheitsmodus</a> (2. Dezember 2009)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-odyssey-schliesst-orbit-aenderung-ab/" data-wpel-link="internal">Mars Odyssey schließt Orbit-Änderung ab</a> (25. Juni 2009)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-odyssey-aendert-ihren-orbit/" data-wpel-link="internal">Mars Odyssey ändert ihren Orbit</a> (10. Oktober 2008)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/ein-geburtstagsgeschenk-fuer-mars-odyssey/" data-wpel-link="internal">Ein Geburtstagsgeschenk für Mars Odyssey</a> (9. April 2006)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-odyssey-macht-ueberstunden/" data-wpel-link="internal">Mars Odyssey macht Überstunden</a> (27. August 2004)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/marsklima-wandelte-sich-dramatisch-2/" data-wpel-link="internal">Marsklima wandelte sich dramatisch</a> (14. Dezember 2003)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/mars-odyssey-marie-ist-verstummt/" data-wpel-link="internal">Mars Odyssey: Marie ist verstummt</a> (28. November 2003)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/grosse-wassermengen-auf-dem-mars-nachgewiesen/" data-wpel-link="internal">Große Wassermengen auf dem Mars nachgewiesen</a> (10. Oktober 2002)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4101.60" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">2001 Mars Odyssey</a></li></ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Opportunity: Seit zehn Jahren Forschung auf dem Mars</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/opportunity-seit-zehn-jahren-forschung-auf-dem-mars/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Jan 2014 14:54:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mars Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Opportunity]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Rover]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Marsforschung]]></category>
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		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Planet]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelten Wissenschaftler der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA den Plan, eine aus zwei Rovern bestehende Robotermission zu unserem äußeren Nachbarplaneten zu entsenden. Opportunity, der zweite der beiden an dieser Mission beteiligten Rover, landete vor zehn Jahren auf dem Mars. Dieser immer noch aktive Robotergeologe hat das Wissen der Menschheit um [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelten Wissenschaftler der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA den Plan, eine aus zwei Rovern bestehende Robotermission zu unserem äußeren Nachbarplaneten zu entsenden. Opportunity, der zweite der beiden an dieser Mission beteiligten Rover, landete vor zehn Jahren auf dem Mars. Dieser immer noch aktive Robotergeologe hat das Wissen der Menschheit um unseren Nachbarplaneten inzwischen ungemein erweitert.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: JPL, The Planetary Society, Unmanned Spaceflight, Malin Space Science Systems.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24012014155444_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24012014155444_small_1.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, MSSS, NMMNHS" width="260"/></a><figcaption>
Auf seinem Weg über das Meridiani Planum hat Opportunity während der letzten zehn Jahre eine Strecke von mehr als 38 Kilometern zurückgelegt. Die Route ist in diesem Bild mit gelber Farbe markiert. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, MSSS, NMMNHS)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das primäre Ziel dieser aus zwei baugleichen Rovern bestehenden Robotermission, so die gestellte Zielsetzung der NASA, sollte die Suche nach Anzeichen für ein früheres Vorhandensein von flüssigem Wasser auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten sein. Insbesondere sollten dazu die Zusammensetzung und Verteilung von Mineralien und Gesteinen in der unmittelbaren Umgebung der Landestellen der beiden Rover untersucht werden. In Anlehnung an ihre instrumentarischen Ausstattung mit verschiedenen Spektrometern und diversen Kamerasystemen sowie einer Mikroskopkamera und einem Gesteinsbohrer zur direkten Untersuchung der Marsoberfläche wurden die beiden Rover <i>Spirit</i> und <i>Opportunity</i> auch als &#8222;Robotergeologen&#8220; bezeichnet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Was von der NASA anfangs als eine Mission von lediglich 90 Tagen Dauer geplant war, in denen jeder der beiden Rover eine Strecke von optimistisch veranschlagten etwa 700 Metern zurücklegen sollte, entwickelte sich im Laufe der folgenden Jahre zu einer nahezu unvergleichlichen Erfolgsgeschichte. Sowohl aus technischer als auch aus wissenschaftlicher Sicht übertrafen die beiden Rover selbst die am höchsten angesetzten Erwartungen bei Weitem. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Vor zehn Jahren&#8230;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor zehn Jahren, am 25. Januar 2004, landete <i>Opportunity</i>, der zweite der beiden an dieser Mission beteiligten Rover, um 06:05 Uhr MEZ bei zwei Grad südlicher Breite und 353,8 Grad östlicher Länge auf der Hochebene Meridiani Planum. Bereits wenige Tage danach begann dieser Kundschafter der Menschheit mit seiner Untersuchung der Marsoberfläche. In den folgenden Jahren bewegte sich <i>Opportunity</i> über eine Distanz von mehr als 38,7 Kilometern und untersuchte dabei neben verschiedenen signifikanten Bodenstrukturen diverse auf dem Weg gelegenen Krater und mehrere Meteoriten (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/opportunity/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete mehrfach</a>). Aufgrund der während dieser Untersuchungen gesammelten Daten gilt es mittlerweile als gesichert, dass in diesem Bereich der Oberfläche des Mars vor Jahrmilliarden Wasser geflossen ist, welches seine deutlich nachweisbaren Spuren auf der Marsoberfläche hinterlassen hat. Das Wasser trat dabei lange genug auf, um die auf der Marsoberfläche befindlichen Gesteine auch chemisch zu verändern. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24012014155444_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24012014155444_small_2.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Cornell University" width="260"/></a><figcaption>
Eine Falschfarbenaufnahme des Cape St. Vincent, einem Teilbereich des Randes des Victoria-Kraters, welcher von Opportunity zwischen den Jahren 2006 und 2008 eingehend untersucht wurde. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Cornell University)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auf seinem Weg über das Meridiani Planum erreichte <i>Opportunity</i> schließlich am 9. August 2011, dem <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sol_(Marstag)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Sol</a> 2681 der Mission, den Endeavour-Krater (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/marsrover-opportunity-hat-das-cape-york-erreicht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). Der Rover befand sich jetzt direkt an der Südspitze des Cape York, einer mehrere hundert Meter langen und nur wenige Meter hohen Geländeerhebung, welche sich direkt am westlichen Rand dieses etwa 22 Kilometer durchmessenden Impaktkraters befindet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Endeavour-Krater entstand vor etwa 3,7 bis vier Milliarden Jahren durch den Einschlag eines Asteroiden. Zu dieser Zeit, welche auch als die <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mars_(Planet)#Noachische_Periode" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Noachische Periode</a> des Mars bezeichnet wird, verfügte unser Nachbarplanet noch über eine dichte Atmosphäre, welche das Vorhandensein von flüssigem Wasser auf der Oberfläche ermöglichte. Durch den Impakt, bei dem der Krater erzeugt wurde, wurde Material an die Oberfläche befördert, welches sich üblicherweise tief im Untergrund befindet und das sich direkten Untersuchungen somit normalerweise entzieht. Speziell dieses freigelegte Material erweckte das Interesse der Marsforscher. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24012014155444_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24012014155444_small_3.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Cornell University, Arizona State University" width="260"/></a><figcaption>
Eine Falschfarbenaufnahme der Gesteinsformation Esperance. Die drei verwendeten Einzelbilder wurden am 28. März 2013 mit der Panoramakamera des Rovers aufgenommen.
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Cornell University, Arizona State University)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Einstmals vorhandenes Wasser</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Messungen mit dem CRISM-Spektrometer des ebenfalls von der NASA betriebenen Marsorbiters <i>Mars Reconnaissance Orbiter</i> (MRO) lieferten im Jahr 2008 eindeutige Hinweise darauf, dass sich am Westrand des Kraters an verschiedenen Stellen <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schichtsilikate" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Schichtsilikate</a> und <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tonmineral" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Tonminerale</a> abgelagert haben. Die Existenz dieser Minerale weist auf eine in der Vergangenheit erfolgte Interaktion der dortigen Oberfläche mit Wasser hin. Sowohl <i>Opportunity</i> als auch sein baugleicher &#8222;Zwillingsbruder&#8220;, der mittlerweile leider nicht mehr aktive Rover <i>Spirit</i>, haben im Verlauf ihrer Forschungsarbeiten mehrfach Minerale auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten nachgewiesen, welche sich nur unter dem Einfluss von Wasser bilden können. 
<br>
Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang besonders der Nachweis von Sulfaten. Diese Sulfate benötigten für ihre Bildung jedoch wahrscheinlich lediglich punktuell auftretende Konzentrationen von verhältnismäßig salzreichen Wasser, welches zudem nicht dauerhaft auf der Planetenoberfläche aufgetreten sein muss. Für die Bildung von Tonmineralen muss die Marsoberfläche dagegen über einen deutlich längeren Zeitraum mit Wasser interagiert haben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Unterschied zwischen der Bildung von Sulfaten und Tonmineralen ist der <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/PH-Wert" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">pH-Wert</a> des dafür benötigten Wassers. Bei einem der Sulfate, welches <i>Opportunity</i> in den zuvor untersuchten Gesteinen nachweisen konnte, handelt es sich um das Mineral <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Jarosit" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Jarosit</a>, welches sich ausschließlich in einer sehr &#8222;sauren&#8220; Umgebung bildet. Eine solche Umgebung stellt für die meisten irdischen Lebensformen, abgesehen von hochspezialisierten extremophilen Organismen, jedoch eine eher schlechte Lebensgrundlage dar. Die meisten Astrobiologen halten es für unwahrscheinlich, dass sich unter solchen extremen Voraussetzungen Leben bilden kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Tonminerale entstehen dagegen bei höheren, nahezu neutralen pH-Werten. Ihr Vorhandensein im Bereich des Endeavour-Kraters wird als ein Hinweis darauf interpretiert, dass sich in diesem Bereich der Marsoberfläche einstmals pH-neutrales Wasser befunden haben muss &#8211; und dies über einen auch in geologischen Zusammenhängen betrachtet längeren Zeitraum. Eine solche Umgebung <i>könnte</i> in der Vergangenheit unter bestimmten Umständen die Entstehung von primitiven Lebensformen auf dem Mars begünstigt haben. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24012014155444_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24012014155444_small_4.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Cornell University, Arizona State University" width="260"/></a><figcaption>
Die einzelnen Aufnahmen für dieses Panorama von Moreton Island wurden zwischen dem 21. und 23. November 2013 mit der Panoramakamera aufgenommen und zeigen die Szenerie in Echtfarben. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Cornell University, Arizona State University)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><i>Opportunity</i> war letztendlich bis zum 13. Mai 2013 mit der Untersuchung der Region Cape York beschäftigt. Nicht nur durch den Nachweis von verschiedenen <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/rover-opportunity-entdeckt-gipsadern-im-marsboden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Gipsadern</a> konnte dabei die frühere Einwirkung von pH-neutralem Wasser bestätigt werden. Messungen mit dem am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz entwickelten <a class="a" href="http://www.apxs.mpich.de/apxs.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">APX-Spektrometer</a> zeigten zum Beispiel, dass die dort befindliche Gesteinsformation &#8222;Esperance&#8220; einen deutlich höheren Anteil an Aluminium- und Siliziumoxiden aufweist als andere Gesteine, welche der Rover während seiner vorherigen Erforschung der Marsoberfläche untersuchte. Dagegen fällt der dort gemessene Anteil von Kalzium und Eisen niedriger aus. Diese Daten wurden dahingehend interpretiert, dass sich Esperance aus Tonmineralen zusammensetzt, welche in der Vergangenheit durch eine intensive, durch Wasser verursachte Veränderung der dortigen Oberfläche erzeugt wurden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. Mai verließ <i>Opportunity</i> das Cape York und begann seine Fahrt zu der etwas mehr als zwei Kilometer weiter südlich gelegenen Geländeformation Solander Point, einem weiteren Segment des den Endeavour-Krater umgebenden, allerdings stark erodierten Ringgebirges, dessen nordöstlicher Bereich schließlich am 4. August 2013 erreicht wurde. Anschließend begann der Rover mit einer langsamen Umrundung der Nordspitze dieses Höhenzuges. Dabei wurde speziell die Kontaktzone zwischen der zuvor durchfahrenden, mit einer dünnen Sandschicht bedeckten Ebene &#8222;Botany Bay&#8220; und der Basis von Solander Point erforscht. Am 8. Oktober 2013, dem Sol 3451 der Mission, verließ <i>Opportunity</i> die Basis von Solander Point und begann mit der &#8222;Besteigung&#8220; dieser Formation (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/opportunity-als-bergsteiger-bei-solander-point/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). In den folgenden Wochen wurden mehrfach interessant erscheinende Ziele angesteuert und anschließend über Zeiträume von jeweils mehreren Tagen hinweg untersucht. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24012014155444_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24012014155444_small_5.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Cornell University, Arizona State University" width="260"/></a><figcaption>
Der Stein &#8222;Pinnacle Island&#8220; befindet sich in der Region Cook Haven und stellt seit dem 9. Januar 2014 das primäre Ziel der gegenwärtig stattfindenden Untersuchungen dar. Dabei wurde dieser Stein auch mehrfach mit der Panoramakamera abgebildet. Die hier gezeigte Aufnahme wurde am 9. Januar angefertigt. Die bisherigen Analysen mit dem APX-Spektrometer zeigen einen ungewöhnlich hohen Anteil an Schwefel, Magnesium und Mangan. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Cornell University, Arizona State University)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Wie bereits das Cape York besteht auch Solander Point aus verschiedenen Lagen von geschichteten Gesteinsablagerungen und jede einzelne dieser Schichten enthält, vergleichbar mit den Jahresringen eines Baumes, Informationen über deren Alter sowie über differierende chemische und mineralogische Zusammensetzungen. Durch die Analyse dieser Informationen können die an der Mission beteiligten Wissenschaftler Einzelheiten über die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte dieser Region ableiten. Im Rahmen der Erkundung näherte sich der Rover gezielt einem Gebiet, in dem das CRISM-Spektrometer des <i>MRO</i> ebenfalls eindeutige Hinweise auf Ablagerungen von Schichtsilikaten entdecken konnte. Diese mit dem formalen Namen &#8222;Moreton Island&#8220; belegte Region wurde im November 2013 erreicht und soll von <i>Opportunity</i> während der kommenden Monate eingehend analysiert werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein hier befindlicher Oberflächenbereich namens &#8222;Cook Haven&#8220; wurde im Dezember angesteuert. Im Bereich von Cook Haven, hiermit ist ein Areal von rund 30 x 30 Metern gemeint, wird <i>Opportunity</i> auch den nächsten Winter verbringen. Die Endpunkte einer jeden Fahrt waren während der letzten Monate so gewählt, dass der Rover dabei vor weiteren aus wissenschaftlicher Sicht interessant erscheinenden Gesteinsformationen zum Stillstand kam, welche anschließend analysiert wurden. Des weiteren wurde jedoch auch darauf geachtet, dass die Endpunkte dieser Fahrten auf einem Gelände lagen, welches eine Neigung von mindestens fünf Grad in die nördliche Richtung aufweist. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der nächste Winter beginnt</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grund hierfür ist der Energiehaushalt des Rovers. Im Gegensatz zu dem zweiten derzeit aktiven Marsrover der NASA, dem durch einen <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/curiositys-energieversorgung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Radioisotopengenerator</a> mit Strom versorgten Rover <i>Curiosity</i>, ist  der mit Solarpaneelen ausgestattete Rover <i>Opportunity</i> bezüglich seiner Energieversorgung ausschließlich auf Sonnenenergie angewiesen. Aufgrund des Fortschreitens der Jahreszeiten &#8211; bereits am 31. Juli 2013 begann auf der südlichen Hemisphäre des Mars der Herbst und <i>Opportunitys</i> Operationsgebiet befindet sich knapp südlich des Äquators &#8211; erreicht die Sonne gegenwärtig eine immer niedrigere Höhe über dem Horizont, was letztendlich zu einer immer geringeren täglichen Energieausbeute der Solarzellen führt. Erst nach der <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wintersonnenwende" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Wintersonnenwende</a>, welche auf dem Mars am 14. Februar 2014 erfolgt, wird sich diese Situation wieder verbessern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Effekt kann allerdings teilweise ausgeglichen werden, indem der Rover während der &#8222;dunklen Jahreszeit&#8220; auf dem Mars nach Norden ausgerichtete Berghänge aufsucht und dort einen Teil des Winters verbringt. Dabei werden die starr am Rover montierten Solarpaneele aufgrund der dadurch gegebenen Ausrichtung des Roverchassis automatisch auf die in nördlicher Richtung stehende Sonne ausgerichtet, was wiederrum eine höhere Energieausbeute zur Folge hat. Eine auf diese Weise herbeigeführte Veränderung des Einfallswinkels des Sonnenlichtes von lediglich zwei bis drei Grad kann bereits zu einer um zehn Prozent veränderten Energieausbeute führen. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24012014155444_big_6.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24012014155444_small_6.jpg" alt="NASA, JPL, MPICh" width="260"/></a><figcaption>
Die verschiedenen Instrumente des Rovers. 
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(Bild: NASA, JPL, MPICh)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Trotz des hohen Alters immer noch einsatzfähig</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die einzelnen Hardware-Komponenten und Instrumente von <i>Opportunity</i> haben die Garantiezeiten der jeweiligen Herstellerfirmen mittlerweile bereits deutlich überschritten. Trotzdem befindet sich der Rover immer noch in einem als gut zu bezeichnenden technischen Allgemeinzustand. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei der Spektrometer, das Mini-TES-Instrument und das Moessbauer-Spektrometer, sind mittlerweile nicht mehr einsatzfähig, was die Analyse von Mineralen ungemein erschwert. Und auch die Bohrkrone des Rock Abrasion Tool (RAT), mit dem bis zu fünf Millimeter tiefe Löcher in die Oberfläche gebohrt werden können, weist mittlerweile Abnutzungserscheinungen auf. Die verschiedenen Kamerasysteme liefern jedoch immer noch exzellente Aufnahmen. Staubablagerungen auf deren Optiken, welche die Qualität der Fotos beeinträchtigen, können durch entsprechende Softwareprogramme &#8222;herausgerechnet&#8220; werden. Und auch das APX-Spektrometer liefert immer noch exzellente und wissenschaftlich wertvolle Daten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das rechte Vorderrad des Rovers kann aufgrund eines ausgefallenen Motors bereits seit mehren Jahren nicht mehr eingeschlagen werden und benötigt außerdem für den Fahrbetrieb mehr Energie als die anderen Räder. Dieses Problem kann allerdings umgangen werden, indem der Rover während des Fahrbetriebes im &#8222;Rückwärtsgang&#8220; über die Marsoberfläche dirigiert wird. Auch der Ausfall von einem der Gelenke, mit denen die Bewegungen des Instrumentenarmes gesteuert werden, hat sich während der letzten Jahre als ein nur unwesentliches Problem herauskristallisiert. Und auch wiederholt auftretende Probleme mit dem <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Flash-Speicher" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Flash-Speicher</a> des Bordcomputers von <i>Opportunity</i> konnten immer wieder behoben werden und haben keine größeren Auswirkungen auf die Fortsetzung der Mission. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24012014155444_big_7.jpg" data-rel="lightbox-image-6" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24012014155444_small_7.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Cornell University" width="260"/></a><figcaption>
Eine weitere von Opportunity angefertigte Falschfarbenaufnahme, welche die Erde bereits im März 2012 erreichte. Sehr gut erkennbar ist hierbei, dass die Solarpaneele des Rovers zu diesem Zeitpunkt mit einer dicken Staubschicht bedeckt waren. Im Zentrum der Aufnahme ist das Innere des Endeavour-Kraters, im Hintergrund dessen rund 22 Kilometer entfernt gelegenes östliches Randgebirge erkennbar. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Cornell University)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch verschiedene, zuletzt im Dezember 2013 aufgetretene Probleme mit dem Marsorbiter <i>Mars Odyssey</i>, welcher sich zeitweise in einem Sicherheitsmodus befand, und dem <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deep_Space_Network" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Deep Space Network</a> der NASA, welche beide für die Kommunikation mit <i>Opportunity</i> benötigt werden, konnten den Betrieb des Rovers nicht nachhaltig beeinträchtigen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wetter und Energiesituation</strong>
<br>
Neben dem technischen Zustand des Rovers muss jedoch auch immer ein Blick auf die aktuelle Energiesituation geworfen werden. Während der letzten Monate waren auf dem Mars mehrfach verschiedene, allerdings immer nur lokal begrenzte Staubstürme aktiv, welche sich dabei zudem nicht direkt über das Meridiani Planum, dem Operationsgebiet von <i>Opportunity</i>, hinweg bewegt haben. Im Rahmen dieser Stürme wurden allerdings auch immer wieder größere Mengen an Staub in die Marsatmosphäre befördert, welcher sich dort zunächst verteilte und anschließend wieder auf der Planetenoberfläche ablagerte. Dabei blieb es auch nicht aus, dass ein Teil dieses Staubes auch die Solarpaneele des Rovers bedeckte. 
<br>
Hier ein Überblick über die Entwicklung der Energiewerte von <i>Opportunity</i> während der letzten Wochen. Der Tau-Wert steht dabei für die Durchsetzung der Marsatmosphäre mit Staub und Wassereiskristallen. Je mehr Staub sich in der Atmosphäre des Planeten befindet, desto höher fällt dieser Wert aus. Der Wert für die Lichtdurchlässigkeit der Solarzellen gibt dagegen an, wie viel Sonnenlicht die Solarpaneele des Rovers trotz einer bedeckenden Staubschicht erreicht und letztendlich zur Energiegewinnung genutzt werden kann. Je niedriger der Tau-Wert und je höher der Faktor für die Lichtdurchlässigkeit ausfällt, desto besser ist dies für den Energiehaushalt des ausschließlich mittels Sonnenenergie betriebenen Rovers. </p>



<ul class="wp-block-list"><li>21.01.2014:  0,361 kWh/Tag , Tau-Wert 0,595 , Lichtdurchlässigkeit 59,40 Prozent</li><li>15.01.2014:  0,353 kWh/Tag , Tau-Wert 0,617 , Lichtdurchlässigkeit 58,50 Prozent</li><li>07.01.2014:  0,360 kWh/Tag , Tau-Wert 0,563 , Lichtdurchlässigkeit 55,50 Prozent</li><li>01.01.2014:  0,371 kWh/Tag , Tau-Wert 0,569 , Lichtdurchlässigkeit 56,60 Prozent</li><li>17.12.2013:  0,314 kWh/Tag , Tau-Wert 0,590 , Lichtdurchlässigkeit 49,40 Prozent</li><li>07.12.2013:  0,268 kWh/Tag , Tau-Wert 0,587 , Lichtdurchlässigkeit 46,80 Prozent</li><li>05.12.2013:  0,270 kWh/Tag , Tau-Wert 0,549 , Lichtdurchlässigkeit 46,70 Prozent</li><li>25.11.2013:  0,310 kWh/Tag , Tau-Wert 0,603 , Lichtdurchlässigkeit 49,60 Prozent</li><li>21.11.2013:  0,302 kWh/Tag , Tau-Wert 0,668 , Lichtdurchlässigkeit 49,80 Prozent</li><li>05.11.2013:  0,311 kWh/Tag , Tau-Wert 0,536 , Lichtdurchlässigkeit 49,10 Prozent</li></ul>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24012014155444_big_8.jpg" data-rel="lightbox-image-7" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24012014155444_small_8.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Malin Space Science Systems" width="260"/></a><figcaption>
Eine Karte mit den wichtigsten Oberflächenformationen auf dem Mars. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Malin Space Science Systems)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bis Mitte Dezember 2013 fiel der Energiewert von <i>Opportunity</i> &#8211; wie für die gegenwärtige Jahreszeit zu erwarten &#8211; kontinuierlich ab, stieg dann jedoch zunächst wieder an. Für den deutlich erkennbaren Sprung während der Jahreswende waren mehrere sogenannte &#8222;Dust Cleaning Events&#8220; verantwortlich. Stärkere Windböen, welche den Rover am 31. Dezember und am 1. Januar trafen, &#8222;reinigten&#8220; die Solarpaneele des Rovers teilweise von dem zuvor dort abgelagertem Staub. Vergleichbare Ereignisse traten auch in den folgenden Wochen immer wieder auf. Sollten in näherer Zukunft auf dem Mars keine signifikanten Staubstürme auftreten, so wird der derzeitige Staubbedeckungsgrad und der damit verbundene Energiewert eine Fortsetzung der Aktivitäten des Rovers während der kommenden Monate deutlich begünstigen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Hierfür spricht auch die gegenwärtige Wettersituation auf dem Mars. Die meisten der in den vergangenen Wochen durch die verschiedenen Marsorbiter beobachteten Staubsturmgebiete befanden sich über der nördlichen Hemisphäre und gingen hauptsächlich von den Randbereichen der nördlichen Polarkappe aus, von wo aus sie sich in die nördlichen Tiefebenen ausdehnten. Hiervon waren in der vergangenen Woche speziell das Acidalia Planitia und der nördliche Bereich des Chryse Planitia betroffen. Bei der Mehrzahl dieser Stürme handelte es sich um lokal begrenzte und nur wenige Tage andauernde Ereignisse. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24012014155444_big_9.jpg" data-rel="lightbox-image-8" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/24012014155444_small_9.jpg" alt="MoreInput" width="260"/></a><figcaption>
Was während der letzten Jahre geschah&#8230;  
<br>
(Bild: MoreInput)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die nähere Zukunft</strong>
<br>
<i>Opportunity</i> wird wahrscheinlich noch bis zum Mai 2014 in der Region Cook Haven operieren. Anschließend, so die derzeitigen Planungen der an der Mission beteiligten Wissenschaftler, soll der Rover die Erkundung der Randgebiete des Solander Point fortsetzen und sich dabei Schritt für Schritt noch weiter in die südliche Richtung bewegen. Bei der dabei angepeilten Region handelt es sich um eine weitere Formation von offen zutage tretenden Grundgestein, welche sich etwa 600 Meter von dem derzeitigern Standort entfernt befindet. Auch dort, so Ray Arvidson von der Washington University in St. Louis/USA, konnte das CRISM-Spektrometer des <i>Mars Reconnaissance Orbiter</i> eindeutige Signaturen von Tonmineralen nachweisen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Im Rahmen unserer Untersuchungen betrachten wir derzeit eine Geologie, welche durch unterschiedliche Einwirkungen von Wasser geschaffen wurde. Entlang der Westseite des Solander Point bis hinunter zum Cape Tribulation [der nächsten Geländeerhöhung am Westrand des Endeavour-Kraters] befinden sich laut dem CRISM-Spektrometer noch viele weitere interessante Formationen &#8211; und wir wissen, wo die interessantesten dieser Formationen zu finden sind&#8220;, so Ray Arvidson. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis zum heutigen Tag, dem Sol 3556 der Mission, hat <i>Opportunity</i> insgesamt 38.736,91 Meter auf der Oberfläche des Mars zurückgelegt und dabei <a class="a" href="https://science.nasa.gov/mars/resources/?search=spirit+opportunity&amp;types=images&amp;content_list=true" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">mehr als 188.200 Bilder</a> von der Oberfläche und der Atmosphäre des Roten Planeten aufgenommen und an sein Kontrollzentrum in Pasadena/Kalifornien übermittelt. Durch die im bisherigen Missionsverlauf gesammelten Daten hat sich das Wissen der Menschheit über den Mars ungemein erweitert. Am gestrigen Tag veränderte der Rover seine Position minimal. In den kommenden Tagen soll zunächst die Untersuchung des Steins &#8222;Pinnacle Island&#8220; fortgesetzt werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund des fortgeschrittenen Alters von <i>Opportunity</i> muss allerdings eigentlich jederzeit damit gerechnet werden, dass überlebensnotwendige Komponenten des Rovers dauerhaft ausfallen und die Mission dadurch bedingt eingestellt werden muss. Selbst wenn dieser Fall in Kürze eintreten sollte werden die an der Mission beteiligten Wissenschaftler jedoch noch viele weitere Jahre damit beschäftigt sein, die bisher gewonnenen Daten auszuwerten und in einen wissenschaftlichen Kontext zu versetzen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Momentan deutet jedoch alles darauf hin, dass der Robotergeologe seine Arbeit auch weiterhin zuverlässig ausführen und dabei als Kundschafter der Menschheit auf einem bis vor Kurzem noch fremden Planeten agieren wird. Raumfahrer.net wird Sie auch weiterhin über die zukünftigen Fortschritte bei dieser überaus spannenden und erfolgreichen Mission informieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/opportunity-als-bergsteiger-bei-solander-point/" data-wpel-link="internal">Opportunity als Bergsteiger bei Solander Point</a> (10. November 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/marsrover-opportunity-untersucht-solander-point/" data-wpel-link="internal">Marsrover Opportunity untersucht Solander Point</a> (15. Oktober 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/marsrover-opportunity-solander-point-ist-erreicht/" data-wpel-link="internal">Marsrover Opportunity: Solander Point ist erreicht</a> (4. August 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/opportunitys-naechstes-ziel-ist-fast-erreicht/" data-wpel-link="internal">Opportunitys nächstes Ziel ist fast erreicht</a> (29. Juni 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/marsrover-opportunity-ist-auf-suedkurs/" data-wpel-link="internal">Marsrover Opportunity ist auf Südkurs</a> (20. Mai 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/opportunity-mit-jetzt-zweitlaengster-fahrstrecke/" data-wpel-link="internal">Opportunity mit jetzt zweitlängster Fahrstrecke</a> (17. Mai 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/opportunity-die-sonnenkonjunktion-ist-beendet/" data-wpel-link="internal">Opportunity: Die Sonnenkonjunktion ist beendet</a> (5. Mai 2013)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3843.5280" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Aktuelle Diskussion zu Spirit und Opportunity</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Seiten:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/spirit/" data-wpel-link="internal">Mars Exploration Rover Sonderseite</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/opportunity/" data-wpel-link="internal">Mars Exploration Rover Newsarchiv</a></li></ul>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/opportunity-seit-zehn-jahren-forschung-auf-dem-mars/" data-wpel-link="internal">Opportunity: Seit zehn Jahren Forschung auf dem Mars</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Marsorbiter MRO fotografiert Curiositys Radspuren</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/marsorbiter-mro-fotografiert-curiositys-radspuren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jan 2014 15:40:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Curiosity]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumsonden]]></category>
		<category><![CDATA[Rover]]></category>
		<category><![CDATA[Aeolis Mons]]></category>
		<category><![CDATA[APX]]></category>
		<category><![CDATA[JPL]]></category>
		<category><![CDATA[MAHLI]]></category>
		<category><![CDATA[Marsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[MRO]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://test-portal.raumfahrer.net/?p=38156</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mit der HiRISE-Kamera des Mars Reconnaissance Orbiters ist es erneut gelungen, den Marsrover Curiosity auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten abzubilden. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: USGS, JPL, University of Arizona. Zwischen Weihnachtstagen und dem Jahreswechsel hat der von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebenen Marsrover Curiosity lediglich ein sehr stark eingeschränktes Arbeitsprogramm abgearbeitet. Abgesehen von [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net/marsorbiter-mro-fotografiert-curiositys-radspuren/" data-wpel-link="internal">Marsorbiter MRO fotografiert Curiositys Radspuren</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.raumfahrer.net" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Mit der HiRISE-Kamera des Mars Reconnaissance Orbiters ist es erneut gelungen, den Marsrover Curiosity auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten abzubilden.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: USGS, JPL, University of Arizona.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10012014164025_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10012014164025_small_1.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, University of Arizona, Phil Stooke (UMSF-Forum)" width="260"/></a><figcaption>
Die von Curiosity während der letzten Wochen bis zum 8. Januar 2014, dem 506. Tag der Mission, zurückgelegte Strecke. Eine weitere Fahrt, bei der eine Distanz von etwa zehn Metern überbrückt wurde, erfolgte am 508. Missionstag und führte erneut in die südwestliche Richtung. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, University of Arizona, Phil Stooke (UMSF-Forum))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen Weihnachtstagen und dem Jahreswechsel hat der von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebenen Marsrover <i>Curiosity</i> lediglich ein sehr stark eingeschränktes Arbeitsprogramm abgearbeitet. Abgesehen von einer kurzen Fahrt über rund 23 Meter, welche bereits am 26. Dezember 2013 erfolgte, wurden in diesem Zeitraum lediglich verschiedene Routinemessungen durchgeführt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 3. Januar wurde der &#8222;wissenschaftliche Vollbetrieb&#8220; wieder aufgenommen. Neben der <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/die-mastcam/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">MastCam</a>, der Hauptkamera des Rovers, kam dabei auch das <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/die-chemcam/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">ChemCam-Spektrometer</a> zum Einsatz. Außerdem hat der in der ChemCam integrierte Remote Micro Imager (RMI) an diesem Tag mehrere Aufnahmen der Räder auf der rechten Seite des Rovers erstellt. Weitere am 26. Dezember angefertigte Aufnahmen stammten von den vorderen und hinteren Gefahrenerkennungskameras sowie von den Navigationskameras. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erste Fahrt des Jahres erfolgte schließlich am 5. Januar 2014 und führte über eine Distanz von knapp 25 Metern. Der nächste Tag wurde von den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern in erster Linie dazu genutzt, um mit dem Tunable Laser Spectrometer, einem der drei Messinstrumente des <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/das-sam-instrument/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">SAM-Instrumentenkomplexes</a>, eine erneute Analyse der Marsatmosphäre durchzuführen (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/curiosity-immer-noch-kein-methan-auf-dem-mars/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a> über frühere Messungen). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 7. Januar wurde zunächst ein mit dem Namen &#8222;Oneida&#8220; belegter Stein im Detail untersucht. Neben der <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/die-mahli-kamera/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">MAHLI-Kamera</a> kam dabei auch das <a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/das-alphapartikel-roentgenspektrometer-apxs/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">APX-Spektrometer</a> zum Einsatz. Nach dem Abschluss dieser Analysen setzte sich <i>Curiosity</i> erneut in Bewegung und überbrückte weitere 25 Meter. Kurze Zwischenstopps während dieser Fahrt wurden genutzt, um mit der MAHLI-Kamera Aufnahmen von den sechs Rädern anzufertigen und deren aktuellen Zustand zu dokumentieren. Die bisher letzte Fahrt erfolgte schließlich erst vor rund 14 Stunden und führte über eine Distanz von etwa zehn Metern. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Auf dem Weg zum Aeolis Mons</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10012014164025_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10012014164025_small_2.jpg" alt="NASA, JPL, University of Arizona" width="260"/></a><figcaption>
Auf dieser am 11. Dezember 2013 mit der HiRISE-Kamera des MRO angefertigten Falschfarbenaufnahme sind die Radspuren von Curiosity sichtbar. 
<br>
(Bild: NASA, JPL, University of Arizona)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Der Rover <i>Curiosity</i> bewegt sich bei seinen Fahrten in die grob südwestliche Richtung, wo er laut den Planungen der für die Mission verantwortlichen Mitarbeiter der NASA im August 2014 die Basis des im Inneren des Gale-Kraters gelegenen Zentralberges Aeolis Mons erreichen soll. Anschließend soll der Rover mit der schrittweise erfolgenden &#8222;Besteigung&#8220; dieses rund 5,5 Kilometer hohen Berges beginnen und dabei speziell die dort befindlichen geschichteten Gesteinsablagerungen erkunden. Durch deren Analyse wollen die an der Mission beteiligten Wissenschaftler weitere Details der Entwicklungsgeschichte unseres Nachbarplaneten enthüllen und untersuchen, in welchem Umfang in dieser Region des Mars einstmals Bedingungen herrschten, welche die Entstehung von einfachen Lebensformen begünstigt haben könnten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings schlägt der Rover dabei keinen direkten Kurs ein. Vielmehr sind die für die Steuerung von <i>Curiosity</i> verantwortlichen Roverdriver des Jet Propulsion Laboratory (JPL) bemüht, schwierige oder gar potentiell gefährliche Geländeabschnitte wie kleinere Krater, Höhenzüge oder Abhänge zu umfahren. Die dabei von dem Rover hinterlassenen Radspuren lassen sich sehr gut auf den Aufnahmen der HiRISE-Kamera, der Hauptkamera der ebenfalls von der US-amerikanischen Weltraumbehörde betriebene Raumsonde <i>Mars Reconnaissance Orbiter</i> (MRO), erkennen. Unter optimalen Bedingungen kann die HiRISE die Planetenoberfläche mit einer Auflösung von bis zu 25 Zentimetern pro Pixel abbilden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10012014164025_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/10012014164025_small_3.jpg" alt="NASA, JPL, University of Arizona" width="260"/></a><figcaption>
Im linken unteren Bereich dieser HiRISE-Aufnahme ist der 3,1 Meter lange und 2,7 Meter breite Rover Curiosity zu erkennen. 
<br>
(Bild: NASA, JPL, University of Arizona)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Letztmals konnte der <i>MRO</i> den Rover und dessen Spuren am 11. Dezember 2013 aus einer Überflughöhe von rund 274 Kilometern fotografieren. Die entsprechenden Bildprodukte sind auf einer <a class="a" href="https://hirise.lpl.arizona.edu/ESP_034572_1755" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">speziellen Internetseite</a> abrufbar. Neben den hier gezeigten Aufnahmen der HiRISE-Kamera sind derzeit mehr als 31.000 weitere HiRISE-Bilder sowie Anaglyphenbilder und digitale Geländemodelle auf einer eigens eingerichteten Internetseite der <a class="a" href="https://hirise.lpl.arizona.edu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">University of Arizona</a> einsehbar. Einige dieser Aufnahmen sind dabei auch mit kurzen Erläuterungen in deutscher Sprache versehen (<a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/hirise-marsforschung-auf-deutsch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis zum heutigen Tag, dem <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sol_(Marstag)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">&#8222;Sol&#8220;</a> 509 seiner Mission, hat der Marsrover <i>Curiosity</i> eine Distanz von mehr als 4.600 Metern auf der Oberfläche des Mars zurückgelegt. Seit dem Erreichen unseres Nachbarplaneten haben die Kamerasysteme von <i>Curiosity</i> mehr als 110.000 Bilder aufgenommen und an das Roverkontrollzentrum des Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena/Kalifornien übermittelt. Diese Aufnahmen sind für die interessierte Öffentlichkeit auf einer <a class="a" href="https://mars.nasa.gov/msl/multimedia/raw-images/?order=sol+desc%2Cinstrument_sort+asc%2Csample_type_sort+asc%2C+date_taken+desc&amp;per_page=50&amp;page=0&amp;mission=msl" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">speziellen Internetseite des JPL</a> einsehbar. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/curiosity-software-upgrade-und-ueberpruefung-der-raeder/" data-wpel-link="internal">Curiosity: Software-Upgrade und Überprüfung der Räder</a> (22. Dezember 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/curiosity-messung-der-strahlenbelastung-auf-dem-mars/" data-wpel-link="internal">Curiosity: Messung der Strahlenbelastung auf dem Mars</a> (11. Dezember 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/marsrover-curiosity-neue-erkenntnisse-der-mission/" data-wpel-link="internal">Marsrover Curiosity: Neue Erkenntnisse der Mission</a> (10. Dezember 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/curiositys-chemcam-ueber-100-000-laserpulse/" data-wpel-link="internal">Curiositys ChemCam: Über 100.000 Laserpulse</a> (9. Dezember 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/curiosity-hat-seine-arbeit-wieder-aufgenommen/" data-wpel-link="internal">Curiosity hat seine Arbeit wieder aufgenommen</a> (26. November 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/marsrover-curiosity-hat-probleme-mit-seiner-elektrik/" data-wpel-link="internal">Marsrover Curiosity hat Probleme mit seiner Elektrik</a> (21. November 2013)</li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/marsrover-curiosity-der-sicherheitsmodus-ist-beendet/" data-wpel-link="internal">Marsrover Curiosity: Der Sicherheitsmodus ist beendet</a> (13. November 2013)</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit in Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=11246.2955" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Aktuelle Diskussion zu Curiosity</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Seiten bei Raumfahrer.net:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/raumfahrt/rover/curiosity/" data-wpel-link="internal">Curiosity-Sonderseite</a></li><li><a class="a" href="https://www.raumfahrer.net/category/raumfahrt/rover/curiosity/" data-wpel-link="internal">Curiosity-Newsarchiv</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Charles Bolden und die Ziele der NASA</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/charles-bolden-und-die-ziele-der-nasa/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 May 2013 12:52:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Asteroid Retrieval Mission]]></category>
		<category><![CDATA[Commercial Crew]]></category>
		<category><![CDATA[Marsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Orion]]></category>
		<category><![CDATA[SLS]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In zwei Ansprachen hat sich der NASA-Adminstrator Charles Bolden Anfang Mai zu den Zielen der NASA bei schmaler werdendem Budget geäußert. Ein Beitrag von Hans Lammersen. Quelle: spacenews.com, space politics. Vertont von Peter Rittinger. Bolden sprach Anfang Mai bei einem von der Space Transportation Association (STA) organsiertem Mittagessen auf dem Capitol Hill und ein paar [&#8230;]</p>
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<h4 class="wp-block-heading">In zwei Ansprachen hat sich der NASA-Adminstrator Charles Bolden Anfang Mai zu den Zielen der NASA bei schmaler werdendem Budget geäußert.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Hans Lammersen</a>. Quelle: spacenews.com, space politics. Vertont von Peter Rittinger.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2013-05-25-69459.mp3"></audio></figure>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/20052013145255_small_1.jpg" alt="NASA" width="260"/><figcaption>
NASA-Administrator Charles Bolden 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bolden sprach Anfang Mai bei einem von der Space Transportation Association (STA) organsiertem Mittagessen auf dem Capitol Hill und ein paar Tage später anlässlich einer Konferenz unter dem Titel &#8222;Humans to Mars&#8220;, ebenfalls in Washington </p>



<p class="wp-block-paragraph">In beiden Reden verteidigte er die Fortführung des Commercial Crew Programmes und das Projekt, einen Asteroiden einzufangen und in eine Umlaufbahn um den Mond zu bringen, damit dieser dann von Astronauten besucht werden könne. Gleichzeitig sprach er sich für die geplanten Kürzungen im &#8222;Planetary Sciences&#8220;-Programm und die Neuausrichtung der Bildungsbemühungen der NASA aus. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bolden forderte die Politik dazu auf, das Commercial Crew-Programm finanziell voll zu unterstützen, denn nur so könne man in der Zeitplanung bleiben. &#8222;Du musst dafür bezahlen, wenn du etwas willst&#8220;, so Bolden auf dem Capitol Hill, &#8222;und wenn die Nation Kapazitäten haben will, Fracht oder eine Crew in den niedrigen Erdorbit zu bringen, dann muss sie dafür bezahlen.&#8220; Dabei ging Bolden auch auf die Notwendigkeit ein, die ISS nach 2020 weiter zu betreiben. Denn, wenn die ISS aufgegeben werde, bräuchte man auch keine Fracht- oder Personenflüge durch private Raumfahrtunternehmen mehr. Dann würden hier Anreize zur Weiterentwicklung fehlen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur Planung der NASA, einen Asteroiden einzufangen, ihn in eine Umlaufbahn um den Mond zu transportieren, um ihn dort etwa im Jahre 2021 von Astronauten besuchen zu lassen, äußerte sich Bolden zuversichtlich. Es sei geplant, dem Astroiden mit einer bemannten Orion-Kapsel einen Besuch abzustatten und die Wahrscheinlichkeit zur Durchführung der Planung wachse ständig, da man bereits mit der Suche nach einem geeigneten Kandidaten begonnen habe. Diese Mission sei ebenso wichtig für die Entwicklung und Erprobung von Technologien für eine spätere Mars-Mission. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Zusammenhang erteilte Bolden allen Gedankenspielereien eine Absage, diese Mission könnte ebenfalls durch private Raumfahrzeuge durchgeführt werden und sagte, die NASA wolle das Unternehmen mit der neuen Schwerlastrakete SLS (Space Launch System) und der Raumkapsel Orion durchführen. Sowieso sei die Entwicklung des SLS-Systems unabdingbar für die weiteren Pläne der NASA. Pläne, nach denen man die Schwerlastrakete durch kleinere Systeme und Treibstoffdepots in der Umlaufbahn ersetzen könne, wies er von sich. Wenn man dies anstrebe, so gäbe es keine Landung auf einem Astroiden 2021 und auch keine Landung auf dem Mars in den 2030ern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In seiner Ansprache auf der Humans to Mars-Konferenz zeigte er sich sicher, dass der Mensch zum Mond zurückkehrt. Allerdings könne sich die NASA das derzeit wegen des sinkenden Budgets nicht leisten. Alle Anstrengungen, wieder auf dem Mond zu landen, würden die NASA davon abhalten, den Mars in den 2030ern zu erreichen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10801.0" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Raumstation bei EML 2</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=7627.0" target="_blank" rel="noopener noreferrer" data-wpel-link="internal">Künftige Strategie der bemannten US Raumfahrt </a></li></ul>
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		<enclosure url="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2013-05-25-69459.mp3" length="4732531" type="audio/mpeg" />

			</item>
		<item>
		<title>Opportunity: Die Fahrt wird demnächst fortgesetzt</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/opportunity-die-fahrt-wird-demnaechst-fortgesetzt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 17 Mar 2013 17:17:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Opportunity]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Rover]]></category>
		<category><![CDATA[JPL]]></category>
		<category><![CDATA[Marsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Marsrover]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Planung]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Weiterfahrt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Marsrover Opportunity hat seine seit dem Sommer 2011 andauernden Untersuchungen in der Region Cape York mittlerweile fast abgeschlossen. In Kürze soll der Rover diesen Bereich der Marsoberfläche verlassen und bisher noch unerforschte Regionen am westlichen Rand des Endeavour-Kraters ansteuern. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: JPL, Planetary Society, Unmanned Spaceflight. Bereits am 9. August [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Der Marsrover Opportunity hat seine seit dem Sommer 2011 andauernden Untersuchungen in der Region Cape York mittlerweile fast abgeschlossen. In Kürze soll der Rover diesen Bereich der Marsoberfläche verlassen und bisher noch unerforschte Regionen am westlichen Rand des Endeavour-Kraters ansteuern.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Ralph-Mirko Richter</a>. Quelle: JPL, Planetary Society, Unmanned Spaceflight.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17032013181731_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17032013181731_small_1.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Cornell University, Arizona State University" width="550" height="186"/></a><figcaption>
Während der letzten Monate erkundete der Marsrover Opportunity den Bereich &#8222;Matijevic Hill&#8220; am Rand des Endeavour-Kraters. Hierbei wurden auch diverse Bildaufnahmen der Umgebung angefertigt. Die einzelnen Bilder, aus denen das hier gezeigte Falschfarben-Panorama zusammengesetzt wurde, wurden zwischen dem 19. November und dem 3. Dezember 2012 mit der Panoramakamera des Rovers aufgenommen. Das Panorama bildet den nordwestlich des damaligen Standortes gelegenen Bereich der Marsoberfläche ab und umfasst ein Gesichtsfeld von 210 Grad. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Cornell University, Arizona State University)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits am 9. August 2011, dem <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sol_(Marstag)" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Sol</a> 2.681 seiner Mission, erreichte der von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene Marsrover <i>Opportunity</i> die Südspitze des Cape York. Hierbei handelt es sich um eine mehrere hundert Meter lange und nur wenige Meter über die Umgebung herausragende Geländeerhebung, welche sich direkt am westlichen Rand des etwa 22 Kilometer durchmessenden Endeavour-Kraters befindet. Vorherige Untersuchungen des NASA-Marsorbiters <i>Mars Reconnaissance Orbiter</i> (MRO) deuteten zweifelsfrei darauf hin, dass sich am Westrand dieses Kraters an verschiedenen Stellen <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schichtsilikate" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Schichtsilikate</a> und <a class="a" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tonmineral" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Tonminerale</a> abgelagert haben. Dies, so die Wissenschaftler der NASA, ist ein eindeutiger Hinweis auf eine früher erfolgte Interaktion der dortigen Oberfläche mit Wasser. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17032013181731_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17032013181731_small_2.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Cornell University, USGS, Modesto Junior College" width="300" height="308"/></a><figcaption>
Dieses aus vier Einzelaufnahmen zusammengesetzte Bildmosaik zeigt kugelförmige Objekte, welche in einer feinkörnigen Matrix in die Marsoberfläche eingebettet sind. Die Einzelbilder wurden bereits am 6. September 2012 mit der Mikroskop-Kamera des Rovers erstellt. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Cornell University, USGS, Modesto Junior College)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die folgenden Monate verbrachte  <i>Opportunity</i> damit, den Bereich des Cape York ausführlich mit seinen Kameras abzubilden und mit seinen wissenschaftlichen Instrumenten zu analysieren (Raumfahrer.net berichtete mehrfach). Seit dem Oktober 2012 konzentrierten sich die wissenschaftlichen Aktivitäten des Rovers dabei auf die im östlichen Bereich des Cape York gelegene Region &#8222;Matijevic Hill&#8220;. Dort konnte das CRISM-Spektrometer an Bord des <i>MRO</i> zuvor die höchste Konzentration von <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Smektitgruppe" target="_blank" data-wpel-link="external">Smektiten</a> &#8211; hierbei handelt es sich um Schichtsilikate, welche eine bestimmte Gruppe der Tonminerale bilden &#8211; registrieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit unserem letzten <a href="https://www.raumfahrer.net/opportunity-neun-jahre-forschung-auf-dem-mars/" target="_blank" rel="noreferrer noopener" data-wpel-link="internal">ausführlicheren <i>Opportunity</i>-Statusupdate</a> vom 25. Januar 2013 hat sich der Marsrover nur unwesentlich von seinem damaligen Standort fortbewegt. Die letzten Wochen wurden in erste Linie damit verbracht, die zweite Umrundung der Region Matijevic Hill zu vervollständigen. Hierbei wurden verschiedene in der unmittelbaren Umgebung liegende Gesteinsformationen angesteuert und untersucht. Neben den Kameras des Rovers kamen dabei auch das letzte noch einsatzfähige Spektrometer des Rovers, das vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz entwickelte und betriebene <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="http://www.apxs.mpich.de/apxs.htm" target="_blank" data-wpel-link="external">APX-Spektrometer</a>, eine Mikroskopkamera und ein Gesteinsbohrer mehrfach zum Einsatz. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Hauptaugenmerk der Wissenschaftler galt dabei einer möglichst exakten Verlaufsbestimmung der Übergangszone zwischen zwei verschiedenen geologischen Formationen &#8211; der offenbar jüngeren, aus einem Impaktereignis resultierenden &#8222;Shoemaker-Formation&#8220; und der älteren, smektithaltigen &#8222;Whitewater-Lake-Formation&#8220;. Des weiteren konzentrierten sich die Analysen auf die Untersuchung von feinen &#8222;Venen&#8220;, welche das hiesige Gestein vielerorts überziehen, und auf die diversen kleinen Kügelchen (bezeichnet als &#8222;Newberries&#8220;), welche in diesem Bereich der Marsoberfläche vorgefunden wurden, die sich jedoch in mehreren Punkten deutlich von den zuvor in anderen Regionen beobachteten &#8222;Blueberries&#8220; unterscheiden. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17032013181731_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17032013181731_small_3.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Cornell University, Arizona State University" width="300" height="300"/></a><figcaption>
Eine Falschfarbenaufnahme der Panoramakamera vom 20. Februar 2013 zeigt hier den zuvor durch das RAT (ein Gesteinsbohrer mit einer integrierten Bürste) gereinigten Bereich innerhalb einer Gesteinsformation namens &#8222;Maley&#8220;. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Cornell University, Arizona State University)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir verbrachten die meiste Zeit des Monats [Februar 2013] damit, um zu verstehen, in welchem Verhältnis die tonhaltigen Gesteine einschließlich der darin eingebetteten Newberries im Bereich von Whitewater Lake zu der weiter oberhalb auf dem Berg gelegenen Shoemaker-Formation stehen&#8220;, so Dr. Steve Squyres von der Cornell University/USA, der wissenschaftliche Leiter der <i>Opportunity</i>-Mission. Allerdings konnten die Wissenschaftler anscheinend keine klare Abgrenzung zwischen den beiden Bereichen ausmachen. &#8222;Es handelt sich um eine Art eines abgestuften Kontakts. Am Fuß des Hügels befindet sich der Bereich des Whitewater Lake, an der Oberseite dagegen die Shoemaker-Formation. Und dazwischen ist ein allmählicher Übergang zwischen diesen beiden Formationen zu erkennen&#8220;, so Dr. Squyres weiter. 
<br>
Dies deutet darauf hin, dass sich das in diesem Bereich der Marsoberfläche abgelagerte Material bei einem Impaktereignis auf eine bestimmte Art und Weise vermischt haben muss. Die dabei abgelaufenen Prozesse müssen jedoch erst noch im Rahmen weiterführender Studien und Computersimulationen näher analysiert werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Weiterfahrt steht kurz bevor</strong>
<br>
Mittlerweile sind die Untersuchungen im Bereich des Cape York jedoch nahezu vollständig abgeschlossen und die Mitarbeiter der <i>Mars Exploration Rover</i>-Mission bereiten sich darauf vor, diese Region zu verlassen und den Rover in die Richtung des weiter südlich gelegenen &#8222;Solander Point&#8220; zu dirigieren. An der Nordseite dieser etwa 80 Meter hohen und etwa zwei Kilometer vom aktuellen Standort entfernten Geländeerhebung soll <i>Opportunity</i> dann den kommenden Marswinter verbringen. Ein genaues &#8222;Abfahrtsdatum&#8220; wurde bisher noch nicht festgelegt, allerdings wird als der spätest mögliche Termin der 9. Mai 2013 genannt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17032013181731_big_4.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17032013181731_small_4.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, University of Arizona" width="300" height="175"/></a><figcaption>
Opportunity soll in den kommenden Monaten den Bereich Solander Point ansteuern. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, University of Arizona)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Der Großteil unseres Teams sagt, dass wir hier fertig sind&#8220;, so Ray Arvidson von der Washington University in St. Louis/USA, der stellvertretende Projektleiter der Mission. &#8222;Wir wollen unser nächsten Ziel bis zum August erreichen und je länger wir jetzt noch warten, desto weniger Zeit haben wir, um auf dem Weg dorthin weitere Untersuchungen durchzuführen.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine spätere Abfahrt würde den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern und Ingenieuren einen zu geringen zeitlichen Spielraum geben, um auf während der Fahrt auftretende unvorhergesehene technische Probleme zu reagieren oder zwischenzeitliche Unterbrechungen der Fahrt einzulegen. Letztere sind jedoch notwendig, um in dem zu überquerenden Gelände von Zeit zu Zeit verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen durchzuführen, durch welche die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte dieser Region in einen größeren geologischen Kontext versetzt werden kann. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Derzeit ist die dabei zu befahrende Route noch nicht festgelegt. Ein Vorschlag sieht vor, dass <i>Opportunity</i> einen direkten Kurs einschlägt und dabei zwischenzeitliche Bodenuntersuchungen in der zwischen dem Cape York und Solander Point befindlichen Ebene &#8222;Botany Bay&#8220; durchführt. Dabei müsste der Rover eine Distanz von rund 2.000 Metern überbrücken. Ein zweiter Vorschlag favorisiert dagegen einen um etwa 500 Meter länger ausfallenden &#8222;Zickzackkurs&#8220; über die Botany Bay, bei dem verschiedene auf dieser Ebene gelegene Impaktkrater als Wegmarken genutzt werden. Auf jeden Fall, so die Vermutungen der an der Mission beteiligten Planetologen, sollten die Instrumente des Rovers auch im Bereich der Botany Bay weitere Tonminerale nachweisen können. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sonnenkonjunktion</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17032013181731_big_5.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17032013181731_small_5.jpg" alt="JPL Solar System Simulator" width="300" height="169"/></a><figcaption>
Im April wird sich der Mars von der Erde aus betrachtet nur wenige Grad von der Sonne entfernt befinden. Gegen Mitte des Monats ist dadurch bedingt keine Kommunikation mit den Rovern und Orbitern möglich. 
<br>
(Bild: JPL Solar System Simulator)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Ein derzeit wesentlicher Faktor für die Weiterfahrt, welche optimalerweise noch vor Anfang April angetreten werden sollte, ist die Festlegung der dabei zu befahrenden Route. Ab dem April 2013 befindet sich der Mars in einer Position am Himmel, welche von Astronomen als &#8222;Sonnenkonjunktion&#8220; bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um eine Konstellation, bei der sich der Mars von der Erde aus gesehen in einem Abstand von weniger als fünf Grad von der Sonne befindet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund dessen wird die Datenübertragung zwischen der Erde und dem Mars für einen Zeitraum von etwa drei Wochen stark eingeschränkt beziehungsweise für die Dauer von mehren Tagen sogar gänzlich unmöglich sein, da die von der Sonne ausgehende Strahlung die Funksignale, welche zwischen den beiden Planeten hin und her gesandt werden, zu sehr stört. Im Zeitraum zwischen dem 9. und dem 28. April 2013 wird deshalb keine Transmission von Kommandos von der Erde aus in Richtung Mars erfolgen, um den Empfang von unvollständigen und damit eventuell fehlerhaften Kommandosequenzen durch <i>Opportunity</i> zu vermeiden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Erreichen der Nordseite des Solander Point soll der Rover dann in den folgenden mindestens sechs Monaten die dort befindlichen Gesteine und geschichteten Ablagerungen im Detail untersuchen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Der nächste Winter naht </strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17032013181731_big_6.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/17032013181731_small_6.jpg" alt="NASA, JPL-Caltech, Cornell University" width="260"/></a><figcaption>
Eine am 23. Februar 2013 durch die Panoramakamera des Rovers in Falschfarben abgebildete Gesteinsformation im Bereich des Cape York. 
<br>
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Cornell University)
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Diese &#8222;Untersuchung der Nordseite&#8220; und der dafür veranschlagte Zeitraum wurden keinesfalls willkürlich gewählt. Im Gegensatz zu dem zweiten derzeit aktiven Marsrover, dem durch einen Radioisotopengenerator mit Strom versorgten Rover <i>Curiosity</i>, ist <i>Opportunity</i> bezüglich seiner Energieversorgung ausschließlich auf die Sonnenenergie angewiesen, welche er während eines Marstages mit seinen Solarpaneelen generiert. Aufgrund des Fortschreitens der Jahreszeiten &#8211; am 31. Juli 2013 beginnt auf der südlichen Hemisphäre des Mars der Herbst und <i>Opportunitys</i> gegenwärtiges Operationsgebiet befindet sich bei 2,3 Grad südlicher Breite &#8211; wird die Sonne in der zweiten Hälfte des Jahres von Tag zu Tag eine immer niedrigere Höhe über dem Horizont erreichen, was letztendlich zu einer immer geringeren täglichen Energieausbeute der Solarzellen führen wird. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Effekt kann teilweise ausgeglichen werden, indem der Rover die &#8222;dunkle Jahreszeit&#8220; auf einem nach Norden ausgerichteten Berghang verbringt. Dabei würden die Solarpaneele des Rovers automatisch in Richtung auf die Sonne ausgerichtet, was wiederum eine höhere Energieausbeute zur Folge haben wird. Ein solches &#8222;Parken&#8220; in einem Winterquartier war in den vergangenen Jahren bei dem weiter südlich operierenden, mittlerweile aber nicht mehr aktiven  Zwillingsrover von <i>Opportunity</i>, dem Rover <i>Spirit</i> üblich. Und auch <i>Opportunity</i> verbrachte seinen bisher letzten Marswinter &#8222;stationär&#8220; am Nordhang des Cape York (<a rel="noreferrer noopener" href="https://www.raumfahrer.net/opportunity-auf-dem-weg-zum-winterquartier/" target="_blank" data-wpel-link="internal">Raumfahrer.net berichtete</a>). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zum letzten Marswinter wird <i>Opportunity</i> diesmal aufgrund der deutlich größeren Anzahl von steileren Hängen im Bereich des Solander Point, welche eine nach Norden gerichtete Neigung von mindestens 15 Grad aufweisen, aller Wahrscheinlichkeit auch dazu in der Lage sein, seine Positionen während des sechs Monate andauernden Winters zu verändern und dabei immer wieder neue Ziele anzusteuern, welche dann in Form von weiteren Fotoaufnahmen und spektroskopischen Messungen untersucht werden sollen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die aktuelle Situation</strong> <br>Seit dem Januar 2013 wurden wiederholt auftretende Probleme mit dem <a class="a" rel="noopener noreferrer follow" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Flash-Speicher" target="_blank" data-wpel-link="external">Flash-Speicher</a> des Bordcomputers von <i>Opportunity</i> registriert. Diese Probleme werden von den für die Mission verantwortlichen Ingenieuren jedoch als nicht gravierend angesehen und dürften keine ernsthafte Gefahr für den erfolgreichen Weiterbetrieb der Mission darstellen. Neben dem technischen Zustand, und dieser darf auch trotz einer bereits mehrjährigen Überschreitung des ursprünglich garantierten Einsatzalters immer noch als &#8222;gut&#8220; bezeichnet werden, muss dabei jedoch immer auch ein Auge auf die aktuelle Energiesituation des ausschließlich mittels Sonnenergie betriebenen Rovers geworfen werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier ein Überblick über die Entwicklung der Energiewerte von <i>Opportunity</i> während der letzten Wochen. Der Tau-Wert steht dabei für die Durchsetzung der Marsatmosphäre mit Staub und Wassereiskristallen. Je mehr Staub sich in der Atmosphäre des Planeten befindet, desto höher fällt dieser Wert aus. Der Wert für die Lichtdurchlässigkeit der Solarzellen gibt dagegen an, wie viel Sonnenlicht die Solarpaneele des Rovers trotz einer bedeckenden Staubschicht erreicht und letztendlich zur Energiegewinnung genutzt werden kann. Je niedriger der Tau-Wert und je höher der Faktor für die Lichtdurchlässigkeit ausfällt, desto besser ist dies für den Energiehaushalt des ausschließlich mittels Sonnenenergie betriebenen Rovers. </p>



<ul class="wp-block-list"><li>12.03.2013:  0,483 kWh/Tag , Tau-Wert 0,863 , Lichtdurchlässigkeit 59,80 Prozent</li><li>05.03.2013:  0,498 kWh/Tag , Tau-Wert 0,798 , Lichtdurchlässigkeit 58,00 Prozent</li><li>26.02.2013:  0,510 kWh/Tag , Tau-Wert 0,817 , Lichtdurchlässigkeit 59,40 Prozent</li><li>19.02.2013:  0,521 kWh/Tag , Tau-Wert 0,829 , Lichtdurchlässigkeit 61,80 Prozent</li><li>12.02.2013:  0,490 kWh/Tag , Tau-Wert 0,891 , Lichtdurchlässigkeit 62,60 Prozent</li><li>04.02.2013:  0,554 kWh/Tag , Tau-Wert 0,926 , Lichtdurchlässigkeit 64,30 Prozent</li><li>29.01.2013:  0,543 kWh/Tag , Tau-Wert 0,974 , Lichtdurchlässigkeit 64,40 Prozent</li><li>23.01.2013:  0,540 kWh/Tag , Tau-Wert 1,110 , Lichtdurchlässigkeit 65,10 Prozent</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Bis zum heutigen Tag, dem Sol 3251 seiner Mission, hat <i>Opportunity</i> insgesamt 35.625,03 Meter auf der Oberfläche des Mars zurückgelegt und dabei <a class="a" href="https://science.nasa.gov/mars/resources/?search=spirit+opportunity&amp;types=images&amp;content_list=true" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">fast 178.000 Bilder</a> von der Oberfläche und der Atmosphäre des Roten Planeten aufgenommen und an sein Kontrollzentrum am Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien übermittelt. Die am heutigen Tag im Rahmen einer weiteren APX-Untersuchung angefertigten Aufnahmen der vorderen Gefahrenerkennungskamera und der Mikroskopkamera sind demnächst auf der Internetseite von <a class="a" href="https://web.archive.org/web/20200120212358/http://qt.exploratorium.edu/mars/opportunity/" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Exploratorium</a> abrufbar. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3843.4800" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Aktuelle Diskussion zu Spirit und Opportunity</a></li></ul>
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		<item>
		<title>Die Ziele der Curiosity-Mission</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/die-ziele-der-curiosity-mission/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Jun 2012 22:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Curiosity]]></category>
		<category><![CDATA[Mars]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Rover]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Lander]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Marsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[NASA]]></category>
		<category><![CDATA[Oberfläche]]></category>
		<category><![CDATA[Opportunity]]></category>
		<category><![CDATA[Wasser]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Welche wissenschaftlichen und technologischen Ziele verfolgt die US-amerikanische Weltraumbehörde NASA mit der Mission des Marsrovers Curiosity? Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: NASA. Die beiden unmittelbaren &#8222;Vorgänger&#8220; des Marsrovers Curiosity, die im Jahr 2003 gestarteten Rover Spirit und Opportunity, sollten die geologischen und geochemischen Bedingungen in ihren jeweiligen Landegebieten erforschen und dabei unter anderem nach [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Welche wissenschaftlichen und technologischen Ziele verfolgt die US-amerikanische Weltraumbehörde NASA mit der Mission des Marsrovers Curiosity?</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: NASA.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/water_on_mars_cartoon_big.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/water_on_mars_cartoon_a.jpg" alt="" width="301" height="300"/></a><figcaption>Im Laufe der Jahrzehnte wandelte sich die Vorstellung der Menschheit vom Mars rapide. Aus einer Welt, welche uns noch vor 40 Jahren als offensichtlich &#8222;knochentrocken&#8220; erschien, wurde dank der neuen, durch verschiedene Missionen gewonnenen Forschungsergebnisse langsam ein Planet, welcher in seiner Vergangenheit eventuell über große Wasserreservoirs an seiner Oberfläche verfügte. Zukünftige Missionen müssen zeigen, ob dieses Bild tatsächlich der Realität entspricht und ob sich (auch) aufgrund dieses &#8222;Wasserreichtums&#8220; einstmals extraterrestrisches Leben auf dem Mars entwickelt haben könnte. Dies zu untersuchen ist das primäre Ziel der Rovermission Curiosity.<br>(Bild: Teemu Makinen / Finnish Meteorological Institute)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die beiden unmittelbaren &#8222;Vorgänger&#8220; des Marsrovers <em>Curiosity</em>, die im Jahr 2003 gestarteten Rover <em>Spirit</em> und <em>Opportunity</em>, sollten die geologischen und geochemischen Bedingungen in ihren jeweiligen Landegebieten erforschen und dabei unter anderem nach Hinweisen auf ehemals dort vorhandenes Wasser suchen, dessen Vorhandensein als eine der Grundvoraussetzungen für die Entstehung und eventuelle Weiterentwicklung von Leben gilt. Entsprechend dieser Zielsetzung und der daraus resultierenden instrumentellen Ausstattung werden diese beiden Marsrover von den Planetenforschern auch als &#8222;Robotgeologen&#8220; bezeichnet. Im Rahmen ihrer jeweils mehrjährigen Erforschung des Mars konnten sowohl <em>Spirit</em> als auch <em>Opportunity</em> mehrfach beeindruckende Beweise dafür liefern, dass die Oberfläche unseres Nachbarplaneten zumindestens zeitweise mit flüssigem Wasser interagierte und dabei von diesem chemisch beeinflusst und verändert wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <em>Curiosity</em>-Mission baut auf diesen Erkenntnissen auf, stellt jedoch zudem auch eine Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Zielsetzung dar. Aus diesem Grund handelt es sich bei der <em>Curiosity</em>-Mission um keine rein geologisch orientierte Forschungsmission. Vielmehr soll der Rover auf dem Mars neben der Untersuchung der dortigen Wasser- und Kohlendioxidkreisläufe sowie der Analyse der chemischen, isotopischen und mineralogischen Zusammensetzung der Marsoberfläche und der oberflächennahen Bodenschicht in erster Linie nach organischen Kohlenstoffverbindungen und chemischen Lebensbausteinen suchen, welche die Vorstufen des Lebens bilden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doug McCuistion, der Leiter des Marsforschungsprogramms der NASA, äußerte sich in diesem Zusammenhang wie folgt: &#8222;Unser Verständnis davon, welche Rolle das Wasser auf dem Mars spielte, hat sich in den letzten 10 Jahren dramatisch gewandelt. Anfangs haben wir auf dem Mars lediglich nach Spuren von Wasser gesucht. Jetzt suchen wir dort nach Spuren von Leben.&#8220;</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/stromatolithe_australien_big.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/10/stromatolithe_australien_a.jpg" alt="" width="303" height="225"/></a><figcaption>Curiosity wird nicht in der Lage sein, eventuell in der Gegenwart auf dem Mars existierende Lebensformen direkt nachzuweisen. Allerdings können die verschiedenen Instrumente des Rovers Hinweise auf Biosignaturen liefern. Die Entdeckung einer den auf der Erde auftretenden Stromatolithen ähnelnden Struktur (hier eine Aufnahme einer Stromatolithenkolonie in der westaustralischen Shark Bay) wäre dabei allerdings mehr als nur eine simple wissenschaftliche Sensation und dürfte zu ausgedehnten und kontrovers geführten Debatten innerhalb der Gemeinde der Wissenschaftler führen.<br>(Bild: Paul Harrison / Wikipedia)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das allgemeine Ziel der <em>Curiosity</em>-Mission besteht dabei erklärterweise darin, zu erforschen, ob auf dem Mars einstmals &#8222;lebensfreundliche&#8220; Bedingungen herrschten, welche theoretisch die Entstehung von mikrobiologischen Lebensformen ermöglichten und ob es eventuell sogar denkbar ist, dass die derzeit auf dem Mars vorherrschenden Umweltbedingungen auch noch in der Gegenwart die Existenz solcher Lebensformen ermöglichen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein direkter Nachweis eventuell existierender Lebensformen ist dabei im Rahmen der <em>Curiosity</em>-Mission allerdings nicht vorgesehen. Weder können die verschiedenen Spektrometer und Analysegeräte des Rovers die verschiedenen vitalen Prozesse nachweisen, mit denen sich ein eventuell stattfindender, durch Mikroben ausgelöster Stoffwechsel verraten würde, noch verfügen die verschiedenen Kamerasysteme &#8211; einschließlich eines mitgeführten und am Instrumentenarm des Rovers befestigten Mikroskops &#8211; über die benötigte Auflösung, um solche Mikroorganismen oder deren fossilen Überreste bildlich darzustellen. Eine Meldung wie &#8222;Leben auf dem Mars entdeckt&#8220; wird somit aller Wahrscheinlichkeit nach den erst den zu späteren Zeitpunkten zum Mars aufbrechenden Missionen vorbehalten bleiben &#8211; vorausgesetzt der Mars war überhaupt jemals ein Ort, auf dem sich Leben bilden konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dieser übergeordneten Fragestellung &#8222;War der Mars einstmals lebensfreundlich&#8220; leiten sich die acht und teilweise miteinander verflochtenen wissenschaftlichen Aufgaben der Mission ab, für deren Erfüllung <em>Curiosity</em> die Oberfläche und die Atmosphäre des Mars im Bereich seines Landegebietes über einen Zeitraum von mindestens 24 Monaten mit insgesamt 10 wissenschaftlichen Instrumenten näher untersuchen soll:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>An erster Stelle steht dabei die Suche der Wissenschaftler nach komplexen kohlenstoffhaltigen organischen Verbindungen, welche sich eventuell direkt auf oder unmittelbar unter der Oberfläche unseres Nachbarplaneten befinden. Sollten im Rahmen der Mission solche organische Verbindungen nachgewiesen werden, so <em>könnten</em> diese eventuell biologischen Ursprungs sein. Als eine andere Quelle kommen jedoch zum Beispiel auch eine bestimmte Meteoritenart, die sogenannten <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Kohliger_Chondrit" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Kohligen Chondrite</a>, oder Kometenkerne in Frage, welche solche organischen Verbindungen eigentlich regelmäßig auf die Oberfläche des Mars transportieren sollten. Mit den bisher auf der Marsoberfläche aktiven Rovern und Landern konnten in der Vergangenheit noch keine solche Verbindungen nachgewiesen werden.</li><li>Des weiteren werden die Instrumente von <em>Curiosity</em> nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Biomarker" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Biosignaturen</a> und Oberflächenstrukturen wie zum Beispiel <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stromatolith" target="_blank" rel="noreferrer noopener follow" data-wpel-link="external">Stromatolithen</a> Ausschau halten, welche auf einstmals oder gegenwärtig stattfindende biologische Prozesse hindeuten könnten.</li><li>Eine weitere Forschungsaufgabe besteht in der Suche nach den &#8222;Grundbausteinen des Lebens&#8220; &#8211; verschiedener chemischer Elemente, welche nach dem heutigen Verständnis für die Entstehung von Leben unabdingbar sind &#8211; und der Bestimmung von deren quantitativen Mengenanteilen. Wie viel Wasserstoff, Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Phosphor und Schwefel sind in den Gesteinen und in der Atmosphäre des Mars enthalten? Wie verteilen sich diese Stoffe und welchen Kreisläufen unterliegen sie?</li><li>Darauf baut die Untersuchung der Marsoberfläche hinsichtlich ihrer mineralogischen und chemischen Zusammensetzung auf, welche unter anderem durch die Bestimmung der vorherrschenden Isotopenverhältnisse ermittelt werden soll.</li><li>Hiermit einher geht die Erforschung der verschiedenen Prozesse, welche im Laufe der Jahrmilliarden die Oberfläche des Mars beeinflusst und zur Ausbildung und Veränderung der Gesteine und Böden geführt haben.</li><li>Zudem gilt das spezielle Interesse der an der Mission beteiligten Wissenschaftler der Ermittlung der aktuellen Verteilung von Wasser und Kohlendioxid und der mit diesen Stoffen verbundenen Kreisläufe auf der Planetenoberfläche und in der Atmosphäre des Mars.</li><li>Dies überschneidet sich teilweise mit den Interessen der Atmosphärenforscher, welche den Zustand und die Entwicklung der Marsatmosphäre näher untersuchen wollen.</li><li>Das achte Missionsziel besteht in der Charakterisierung des breiten Spektrums der kosmischen Strahlung, welche die Marsoberfläche gegenwärtig erreicht und dabei die eventuell dort vorkommenden organischen Verbindungen zersetzt. Zu diesem Zweck wird eines der mitgeführten wissenschaftlichen Instrumente &#8211; der Strahlendetektor RAD &#8211; die Intensität der einfallenden kosmischen Strahlung und der Sonnenstrahlung ermitteln. Diese Messungen werden dabei allerdings nicht ausschließlich bei der Beantwortung der Frage hilfreich sein, ob in der Gegenwart primitive Lebensformen auf dem Mars existieren könnten. Vielmehr dienen die zu gewinnenden Daten auch der Planung einer zukünftigen bemannten Mission zu unserem äußeren Nachbarplaneten. Die gewonnenen Erkenntnisse werden unter anderem dazu dienen, die zu erwartenden Strahlungsdosen zu ermitteln, denen die Raumfahrer bei zukünftigen Marsmissionen auf der Planetenoberfläche ausgesetzt sein werden.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Aber auch aus technologischer Sicht verfolgt die NASA mit der <em>Curiosity</em>-Mission drei überaus anspruchsvolle Ziele:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Zum einen soll nachgewiesen werden, dass es möglich ist, einen massereichen Rover sicher auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten zu landen. Immerhin handelt es sich bei <em>Curiosity</em> um das schwerste bisher von der Menschheit zum Mars gesandte Objekt, welches die Marsoberfläche gezielt erreichen und anschließend untersuchen soll. Diese Demonstration ist unter anderem für die weitere Planung einer <em>Mars Sample Return</em>-Mission von Bedeutung, in deren Rahmen Gesteinsproben vom Mars entnommen und anschließend zwecks eingehender Analyse zur Erde transportiert werden sollen.</li><li>Ein weiteres technologisches Ziel besteht in dem Nachweis der Fähigkeit, auf dem Mars eine Präzisionslandung zu vollführen, wobei der Durchmesser der angestrebten Landeellipse lediglich 20 Kilometer beträgt. Mit dem angewandten &#8222;SkyCrane&#8220;-Verfahren kommt hierbei zudem ein niemals zuvor in der Geschichte der Erforschung des Weltalls praktiziertes Landeverfahren zum Einsatz. Diese Premiere wird bestimmt nicht zu Unrecht nicht nur von der interessierten Öffentlichkeit voller Spannung erwartet.</li><li>Des weiteren soll im Verlauf der Mission demonstriert werden, dass man in der Lage ist, einen Rover über eine Distanz von bis zu 20 Kilometern über den Mars zu dirigieren. In Anbetracht der unerwarteten Erfolge der Rover <em>Spirit</em> und <em>Opportunity</em> erscheint dieses Ziel für die interessierte Öffentlichkeit vielleicht fast schon trivial. Allerdings muss hierbei bedacht werden, dass selbst die größten Optimisten bis heute immer noch von der Langlebigkeit des Rovers <em>Opportunity</em>, welcher bis zum Juni 2012 mehr als 34 Kilometer auf dem Mars zurücklegte, überrascht sind. Zudem verfügt <em>Curiosity</em> über ein deutlich fortgeschritteneres autonomes Navigationssystem als seine beiden Vorgänger, welches seine Funktionalität jedoch erst noch in der Praxis unter Beweis stellen muss.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Diskussion zu diesem Artikel</p>



<ul class="wp-block-list"><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=4218.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Marsrover Curiosity</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=10155.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">MSL Rover Curiosity auf Atlas V (541)</a></li><li><a href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=694.630" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">Planet Mars</a></li></ul>
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		<title>Preis für Öffentlichkeitsarbeit an das ÖWF verliehen</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/preis-fuer-oeffentlichkeitsarbeit-an-das-oewf-verliehen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Oct 2011 23:22:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Auszeichnung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Marsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Schüler]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jedes Jahr wird auf den European Planetary and Science Congress, welcher gegenwärtig in Frankreich stattfindet, ein Preis für exzellente Öffentlichkeitsarbeit verliehen. Dieses Jahr ging dieser Preis an das Österreichische Weltraumforum, welches sich seit Jahren durch seine hervorragende Öffentlichkeitsarbeit auszeichnet und dabei ein Vorbild für andere Organisationen und Institutionen abgibt. Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Jedes Jahr wird auf den European Planetary and Science Congress, welcher gegenwärtig in Frankreich stattfindet, ein Preis für exzellente Öffentlichkeitsarbeit verliehen. Dieses Jahr ging dieser Preis an das Österreichische Weltraumforum, welches sich seit Jahren durch seine hervorragende Öffentlichkeitsarbeit auszeichnet und dabei ein Vorbild für andere Organisationen und Institutionen abgibt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Ralph-Mirko Richter. Quelle: EPSC-DPS 2011, Europlanet, ÖWF.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/04102011012257_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/04102011012257_small_1.jpg" alt="OEWF (Paul Santek)" width="260"/></a><figcaption>
Im April 2011 führte das ÖWF in Zusammenarbeit mit der ESA einen Feldtest in der Region Rio Tinto in Spanien durch. Neben einem Raumanzug wurde dabei ein Rovermodell getestet. 
<br>
(Bild: OEWF (Paul Santek))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem 3. Oktober findet in Nantes der diesjährige European Planetary and Science Congress (EPSC-DPS Joint Meeting 2011) statt. Neben der Diskussion der neuesten Erkenntnisse über die Planeten, Monde und Asteroiden in unserem Sonnensystem innerhalb der Wissenschaftsgemeinde legt das für die Organisation dieses Kongresses verantwortliche europäische Forschungsnetzwerk Europlanet auch ein besonderes Augenmerk auf die Öffentlichkeitsarbeit der an den Forschungen beteiligten Planetologen, denn eines der erklärten Ziele von Europlanet ist die allgemeinen Verbesserung der Kommunikation zwischen der Wissenschaftsgemeinde und der Öffentlichkeit. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Arbeit des Forschungsnetzwerkes soll so unter anderem auch das sogenannte &#8222;Public Outreach&#8220;, die Verbreitung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und die gleichzeitig erfolgende Einbindung der interessierten Öffentlichkeit in die damit verbundenen Arbeiten der beteiligten Wissenschaftler der europäischen Forschungsinstitute, verbessert werden. Durch eine innovative Öffentlichkeitsarbeit, so das Ziel, sollen die Aktivitäten der europäischen Planetenforscher bei den Bürgern, bei der Industrie und nicht zuletzt auch bei den für die Vergabe der für die Forschungsarbeiten benötigten Finanzmitteln verantwortlichen politischen Entscheidungsträgern mehr Beachtung finden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Um Einzelpersonen, Gruppen oder Institute zu würdigen, welche sich in Bezug auf diese Zielsetzung in der Vergangenheit besonders engagiert haben, verleiht das &#8222;Europlanet Outreach Steering Committee&#8220; (OSC) jährlich den Preis für &#8222;Excellence in Public Engagement with Planetary Science&#8220;. Der Preis soll herausragende Leistungen im Bereich der Kommunikation mit der breiten Öffentlichkeit würdigen bei denen die Empfänger des Preises innovative Verfahren und Vorgehensweisen entwickelt haben, um die jeweiligen wissenschaftlichen Arbeiten der allgemeinen Öffentlichkeit zu vermitteln und zugänglich zu machen. Eine erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit erfordert allerdings ein großes Maß an Phantasie und Enthusiasmus und zudem einen großen Arbeitsaufwand, welcher über einen langen Zeitraum erbracht werden muss. Um diesen Aufwand zu würdigen ist der Preis mit einer Summe von 4.000 Euro dotiert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der diesjährige &#8222;Price for Excellence in Public Engagement with Planetary Science&#8220; wurde vom OSC an das Österreichische Weltraum-Forum (ÖWF) verliehen. Das ÖWF verfügt über einen sehr aktiven Kern an Mitgliedern, welche oftmals auch beruflich in die Weltraumforschung involviert sind oder bei denen es sich um Weltraum-Enthusiasten handelt, die sich aus privatem Interesse im ÖWF engagieren. In enger Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen und der Industrie führt das ÖWF Forschungen im Bereich der verschiedensten Weltraumaktivitäten durch. Der Schwerpunkt liegt dabei auf astronomischen Arbeiten, der bemannten Erkundung des Mars, der Erdbeobachtung und der Astrobiologie. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/04102011012257_big_2.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/04102011012257_small_2.jpg" alt="ÖWF (B. Gubo, G. Grömer, M. Klein)" width="260"/></a><figcaption>
Auf dem diesjährigen Ars Electronica Center Festival bestand die Möglichkeit, den Rover Dignity des ÖWF durch eine simulierte Marslandschaft zu steuern. 
<br>
(Bild: ÖWF (B. Gubo, G. Grömer, M. Klein))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 1998 verfolgt das ÖWF auch ein Programm zur Öffentlichkeitsarbeit. Durch öffentliche Vorträge, Informationsveranstaltungen und Ausstellungen soll die &#8222;Faszination am Weltraum&#8220; weiter in der Gesellschaft verbreitet werden. Das Spektrum der Öffentlichkeitsarbeit reicht hierbei von einfachen Referaten vor Schulklassen und der Beratung von Lehrern bis hin zur Teilnahme an Großveranstaltungen mit bis zu 80.000 Besuchern. Des weiteren vermittelt der ÖWF der Presse und der interessierten Öffentlichkeit bei Bedarf Kontakte zu Instituten und Einrichtungen, welche im Bereich der Weltraumforschung tätig sind. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die öffentlichen Veranstaltungen des ÖWF, werden oft in Zusammenarbeit mit Wissenschafts-Museen durchgeführt. Des weiteren ist das ÖWF auch regelmäßig auf  Festivals wie zum Beispiel dem <a class="a" href="https://oewf.org/2011/09/origin-wie-alles-beginnt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">Ars Electronica Center Festival</a> in Linz oder auf Messen wie der Herbstmesse in Innsbruck vertreten. Des weiteren erstellt das Österreichische Weltraum-Forum für die Presse regelmäßige Dossiers zu Themen und Ereignissen aus dem Gebiet der Planetologie. Über die verschiedenen Aktivitäten des Forums wird auf einer <a class="a" href="https://oewf.org/?index" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external"> eigenen Webseite</a> und zusätzlich mittels Twitter, Facebook und Youtube sowie durch einen monatlich erscheinenden Newsletter berichtet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Das Österreichische Weltraum-Forum ist ein Vorzeigemodell für Organisationen, welche in der Öffentlichkeit wirken&#8220;, so Dr. Thierry Fouchet, der Europlanet-Koordinator für die Öffentlichkeitsarbeit. &#8222;Die Juroren waren sehr beeindruckt von der Bandbreite der verschiedenen Aktivitäten, von den angewandten innovativen Methoden, mit denen unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden, sowie von der großen Anzahl der Veranstaltungsbesucher.&#8220; </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/04102011012257_big_3.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/04102011012257_small_3.jpg" alt="OEWF (Katja Zanella-Kux)" width="260"/></a><figcaption>
Ein Mitglied des ÖWF im August 2010 bei einem Feldtest des Raumanzuges Aouda.X am Kaunertaler Gletscher in den Alpen. 
<br>
(Bild: OEWF (Katja Zanella-Kux))
</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir fühlen uns sehr geehrt, diesen Preis zu erhalten&#8220;, so Mag. Gernot Grömer, der Obmann des ÖWF, &#8222;Wir betrachten Bildung und Öffentlichkeitsarbeit als eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Das Wissen und die Faszination, welche wir an die Gruppen weitergeben, mit denen wir auf den Gebieten Weltraumforschung, Astronomie und Raumfahrt zusammenarbeiten, beginnt mittlerweile zu unserer Organisation zurückzufließen. Dieser Rückfluss erfolgt in Form von talentierten Praktikanten, begeisterten Freiwilligen und sogar in Form von Experten, die ihre Erfahrungen in unsere Arbeiten einbringen.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wir sind zutiefst davon überzeugt, dass diese jungen Leute, welche wir mit unseren Aktivitäten erreichen, der Generation angehören, die unsere Reisen durch das Sonnensystem fortsetzen wird &#8211; eine bemannte Mission zum Mars mit eingeschlossen&#8220;, so Gernot Grömer weiter. “Wer kann denn schon sagen, ob wir mit einem unserer Vorträge, Workshops oder Projekte nicht bereits bei dem einen oder anderen der Zuhörer den Grundstein für eine zukünftige Karriere als Planetenwissenschaftler oder Mars-Astronaut gelegt haben.&#8220; </p>



<p class="wp-block-paragraph">Speziell die wissenschaftlichen Aktivitäten des ÖWF auf dem Gebiet der Marsforschung werden durch einen starken Fokus auf die Aspekte Wissensvermittlung und Öffentlichkeitsarbeit ergänzt. Das Forum hat dazu in der Vergangenheit Wettbewerbe an Schulen durchgeführt, bei denen zum Beispiel Mars-Missionen entworfen wurden und eine Reihe von Lehrhilfen zum Thema Planetenwissenschaften für verschiedene Zielgruppen entwickelt, welche vom Kindergarten-Alter über Teenager bis hin zu Erwachsenen reichen. Dazu gehören auch Simulations-Raumanzüge, eine Mars-Landschaft oder ein ferngesteuertes Marsrover-Modell einschließlich Kameras und eines Greifarmes. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst im <a class="a" href="https://oewf.org/2011/05/rio-tinto-2011-eine-erste-bilanz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer follow" data-wpel-link="external">April 2011 führte das ÖWF</a> eine Feldexpedition zur &#8222;Mars Analog&#8220;-Forschungsstation in der Halbwüste Rio Tinto in Spanien durch. Im Rahmen dieser Expedition wurde der Raumanzug-Simulator Aouda.X getestet, welcher zuvor in einem Zeitraum von drei Jahren entwickelt wurde. Bei diesen Mission handelte es sich um einen Teil des PolAres-Programms &#8211; eines interdisziplinären und für die Dauer von mehreren Jahren angelegten Forschungsprogramms des ÖWF. Hierbei sollen in Kooperation mit internationalen Partnern Strategien zur Vorbereitung einer zukünftigen Erforschung der Marsoberfläche durch Roboter und Menschen entwickelt und getestet werden. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Website:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://oewf.org/?index" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">Österreichisches Weltraum-Forum</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>HEFT legt HLV-Konzepte vor</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/heft-legt-hlv-konzepte-vor/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Jan 2011 20:59:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[InSound]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Marsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Schwerlastrakete]]></category>
		<category><![CDATA[SLS]]></category>
		<category><![CDATA[Wiederverwendung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Human Exploration Framework Team (HEFT) hat Konzepte für ein neues Heavy Launch Vehicle (HLV) und Missionsprofile für verschiedene Schwerpunktsetzungen vorgelegt. Ein Beitrag von Daniel Maurat. Quelle: NSF. Vertont von Peter Rittinger. Das Human Exploration Framework Team (engl. Rahmenkommision für die bemannte Erforschung [des Weltraums]) hatte in den vergangenen Monaten die Aufgabe, Konzepte für eine [&#8230;]</p>
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]]></description>
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<h4 class="wp-block-heading">Das <i>Human Exploration Framework Team</i> (HEFT) hat Konzepte für ein neues Heavy Launch Vehicle (HLV) und Missionsprofile für verschiedene Schwerpunktsetzungen vorgelegt.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Ein Beitrag von Daniel Maurat. Quelle: NSF. Vertont von Peter Rittinger.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2011-01-12-53537.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Das <i>Human Exploration Framework Team</i> (engl. Rahmenkommision für die bemannte Erforschung [des Weltraums]) hatte in den vergangenen Monaten die Aufgabe, Konzepte für eine Schwerlastrakete (Heavy Launch Vehicle, HLV) zu entwickeln und Missionsschwerpunkte zu setzen. Ihre Empfehlung wird das Team dem US-Präsidenten und der NASA vorlegen. Bisher hat HEFT drei Szenarien, sogenannte Design Reference Missions (DRMs) entwickelt: </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03012011215929_big_1.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2020/08/03012011215929_small_1.jpg" alt="NASA" width="260"/></a><figcaption>
Sie soll vom SLS ersetzt werden: Die Ares V 
<br>
(Bild: NASA)
</figcaption></figure></div>



<ul class="wp-block-list"><li>DRM-1 ist ein Szenario, bei dem es eher um Technologieentwicklung und -demonstration geht. Darauf basierend sollen bemannte Systeme mit den Schwerpunkten Wiederverwendbarkeit und fortschrittliche Orbit-Antriebssysteme entwickelt werden. Hier wird der Schwerpunkt der Aktivitäten der erdnahe Orbit (LEO) sein.</li><li>DRM-2 dagegen legt den Schwerpunkt auf Missionen, die jenseits des erdnahen Orbits (LEO) stattfinden werden. Hier sollen auch kommerzielle Unternehmen, wie z.B. SpaceX Komponenten entwickeln. Ebenso würde die Erforschung von neuartigen Antriebssystemen, Treibstoffdepots und Wiederverwendbarkeit vorangetrieben werden. Als Schwerlastträger würde man ein <i>Space Launch System</i> (SLS, Weltraumstartsystem) entwickeln, das relativ zu den anderen Vorschlägen eine mittlere Startkapazität hätte.</li><li>DRM-3 schließlich setzt den Schwerpunkt auf eine Mars-Mission. Für dieses Szenario würde man ein großes SLS benötigen, um schnell und einfach größere Module eines Raumschiffes zu starten.</li></ul>



<p class="wp-block-paragraph">Für ein SLS sieht HEFT ein Konzept, ähnlich dem für DIRECT entwickelten vor. Hierbei würde man Komponenten aus dem Shuttle-Programm, wie den Tank, nehmen, um mit neueren Komponenten daraus ein HLV zu entwickeln, das die Basis für die Erkundung des Sonnensystems bilden soll. Dies soll ein Ersatz für die im Februar gestrichene Ares V werden. Trotzdem wird die Rakete der Ares V in Form, Konfiguration und Nutzlastkapazität ähneln. 
<br>
Nun soll die NASA bis April 2011 aus den Konzepten eines auswählen. Daraufhin würde man mit der Entwicklung des Trägers und der verschiedenen Unterkomponenten beginnen. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Verwandte Webseiten:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="	https://www.slideshare.net/slideshow/human-exploration-framework-team-presentation/5166814" data-wpel-link="internal">erste Ergebnisse von HEFT vom 2. September 2010</a></li><li><a class="a" href="https://www.nasaspaceflight.com/2010/12/heft-sls-hlv-design-decision-april-2011/" target="_blank" rel="noopener follow" data-wpel-link="external">NASA Space Flight</a></li></ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Raumcon:</strong></p>



<ul class="wp-block-list"><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=3439.msg168230#msg168230" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">NASA-Thread ab 11. Dezember 2010</a></li><li><a class="a" href="https://forum.raumfahrer.net/index.php?topic=9355.0" target="_blank" rel="noopener" data-wpel-link="internal">SLS</a></li></ul>
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]]></content:encoded>
					
		
		<enclosure url="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/ismobil-2011-01-12-53537.mp3" length="3826082" type="audio/mpeg" />

			</item>
		<item>
		<title>Raumfahrer von der ISS zu Gast im Kontrollzentrum</title>
		<link>https://www.raumfahrer.net/raumfahrer-von-der-iss-zu-gast-im-kontrollzentrum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Raumfahrer.net Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Jul 2007 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[astronautische Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[Raumfahrt]]></category>
		<category><![CDATA[ESOC]]></category>
		<category><![CDATA[Experimente]]></category>
		<category><![CDATA[ISS]]></category>
		<category><![CDATA[Marsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Sojus]]></category>
		<category><![CDATA[Spaceshuttle]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Reiter]]></category>
		<category><![CDATA[Weltraumtourismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei einer Veranstaltung im European Space Operations Center (ESOC) in Darmstadt am 22. Juni 2007 berichteten Thomas Reiter und 4 weitere Raumfahrer von ihrem Aufenthalt auf der Internationalen Raumstation ISS und diskutierten über zukünftige Missionen zum Mond und zum Mars. Autor: Maria Steinrück Nach einer kurzen Begrüßung von Jocelyne Landeau-Constantin, die diese Veranstaltung moderierte, richtete [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h4 class="wp-block-heading">Bei einer Veranstaltung im European Space Operations Center (ESOC) in Darmstadt am 22. Juni 2007 berichteten Thomas Reiter und 4 weitere Raumfahrer von ihrem Aufenthalt auf der Internationalen Raumstation ISS und diskutierten über zukünftige Missionen zum Mond und zum Mars.</h4>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size wp-block-paragraph">Autor: <a href="https://www.raumfahrer.net/verein-raumfahrer-net-e-v/ehemalige/" data-wpel-link="internal">Maria Steinrück</a></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/thomas_reiter_im_esoc.jpg" data-rel="lightbox-image-0" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/thomas_reiter_im_esoc_klein.jpg" alt=""/></a><figcaption>Der deutsche Astronaut Thomas Reiter<br>(Bild: Raumfahrer.net/Herbert Steinrück)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer kurzen Begrüßung von Jocelyne Landeau-Constantin, die diese Veranstaltung moderierte, richtete zunächst der deutsche Astronaut Thomas Reiter einige Worte über seinen Langzeitaufenthalt auf der ISS an das Publikum. Doch bevor er näher darauf eingehen konnte, wurden er, die Astronauten Jeffrey Williams und Michael Lopez-Alegria sowie die Kosmonauten Pawel Winogradow und Michail Tyurin von offizieller Seite begrüßt:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der hessische Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel freute sich über den Besuch von Thomas Reiter, der in Hessen geboren wurde, und wies auf die Bedeutung des Kontrollzentrums für die Region hin. Auch Gaele Winters, Leiter des ESOC und Direktor für Operationen und Infrastruktur der ESA, hieß die Astronauten willkommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schließlich waren die Raumfahrer an der Reihe und erzählten von ihrer Mission. Zu ihrem Vortrag wurden auch Videos gezeigt. Im März 2006 starteten Pawel Winogradow und Jeffrey Williams mit einem Sojus-Raumschiff zur ISS. Der deutsche Astronaut Thomas Reiter folgte ihnen wenige Monate später: Am 4. Juli hob das Space Shuttle <em>Discovery</em> von der Startrampe in Florida ab. Nach zwei Tagen dockte das Space Shuttle an der ISS an. Thomas Reiter erreichte so seinen Arbeitsplatz und sein Zuhause für die nächsten sechs Monate.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn die Raumfahrer aus einem der Fenster schauten, bot sich ihnen ein faszinierender Anblick: ihr Heimatplanet, die Erde. Auch auf der Nachtseite konnten sie spannende Schauspiele beobachten: In höheren Breitengraden zeigten sich Polarlichter. Auch die beleuchteten Städte konnte man nachts gut erkennen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/thomas_reiter_eva.jpg" alt=""/><figcaption>Thomas Reiter bei seinem Außenbordeinsatz<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Großteil der Zeit verbrachten die Astronauten mit wissenschaftlichen Experimenten. Dazu gehörten sowohl medizinische als auch physikalische oder technische Versuche. Die Raumfahrer mussten sich zum Beispiel regelmäßig Blutproben entnehmen und diese für die Analyse auf der Erde konservieren. Ein weiteres medizinisches Experiment befasste sich mit den Auswirkungen der kosmischen Strahlung auf das Gehirn. Für diesen Versuch mussten die Raumfahrer ihren Kopf zwischen eine Anordnung von Messinstrumenten stecken. Das hört sich allerdings schlimmer an, als es für die Raumfahrer war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einer der Höhepunkte von Thomas Reiters Mission war der Außenbordeinsatz, den er im August zusammen mit Jeffrey Williams durchführte und dabei einige Experimente montierte und Wartungsarbeiten an der Station durchführte. Die Astronauten kamen mit ihrer Arbeit gut voran und konnten so noch einige zusätzliche Arbeiten durchführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im September kam Besuch für die Crew der Raumstation: Das Space Shuttle <em>Atlantis</em> dockte während der Mission <em>STS-115</em> an die ISS an und lieferte neue Solarzellen und eine Gitterstruktur. Somit konnte der Ausbau der Raumstation seit langem wieder fortgesetzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kaum war die Atlantis wieder auf der Erde, erreichte <em>Sojus-TMA 9</em> die Raumstation. Dies bedeutete nicht nur einen Besuch der ersten weiblichen Weltraumtouristin, Anousheh Ansari, sondern auch einen Besatzungswechsel auf der Raumstation: Der Astronaut Michael Lopez-Alegria und der Kosmonaut Michail Tjurin lösten Pawel Winogradow und Jeff Williams ab. Thomas Reiter musste sich von seinen bisherigen Crew-Kollegen, die Ende September zusammen mit Anousheh Ansari in dem Raumschiff <em>Sojus-TMA 8</em> zur Erde zurückkehrten, verabschieden und wurde nun Mitglied der <em>Expedition 14</em>-Crew.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Dezember startete die <em>Discovery</em> erneut zur Raumstation. Diesmal war auch ein weiterer Astronaut der ESA an Bord: Der Schwede Christer Fuglesang, der von Thomas Reiter natürlich besonders begrüßt wurde. Während mehreren Außenbordeinsätzen setzte er gemeinsam mit Robert Curbeam und Sunita Williams den Ausbau der ISS fort.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/iss_bei_sts-116_abflug.jpg" data-rel="lightbox-image-1" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/iss_bei_sts-116_abflug_klein.jpg" alt=""/></a><figcaption>Die ISS beim Abdocken der Discovery im Dezember 2006.<br>(Bild: NASA)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Ankunft der <em>STS-116</em>-Crew bedeutete für Thomas Reiter auch das Ende seines Raumfluges. Er sollte mit der <em>Discovery</em> landen während Sunita Williams für die nächsten Monate auf der Raumstation bleiben sollte. Dem Abschied sah Thomas Reiter mit einem lachenden und einem weinenden Auge zugleich entgegen: Er freute sich wahnsinnig darauf, seine Familie wiederzusehen, andererseits hatte er beinahe ein schlechtes Gewissen, seine Freunde im All zurückzulassen, wie er erzählte. Immerhin hatte er für mehrere Monate mit ihnen zusammen auf der ISS gewohnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Abdocken dauerte es jedoch noch einige Tage bevor Thomas Reiter wieder einen Fuß auf die Erde setzen konnte. Das Space Shuttle verbringt zwischen dem Abdocken und der Landung normalerweise noch zwei Tage im Orbit, in denen die Ausrüstung verstaut und der Hitzeschild nochmals überprüft wird. Diesmal verzögerte sich die Landung wegen Schlechtwetter auf der Landebahn in Florida sowie auf den Ausweichlandebahnen um einen weiteren Tag. Am 22. Dezember landete die <em>Discovery</em> schließlich auf der Landebahn des Kennedy Space Centers in Florida.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Michael Lopez-Alegria und Michail Tjurin blieben noch mehrere Monate auf der Raumstation und landeten am 21. April 2007 zusammen mit dem Weltraumtouristen Charles Simonyi in ihrer Sojus-Kapsel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend an den Bericht über ihre Mission diskutierten die Raumfahrer zusammen mit Bob Chesson, Leiter für Bemannte Raumfahrt der ESA, über zukünftige bemannte Missionen zum Mond und zum Mars.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bob Chesson musste zunächst feststellen, dass ein Problem bei bemannten Mond- oder gar Marsflügen die Politik ist: Ohne die Unterstützung der Politiker ist so eine Mission nicht finanzierbar. Doch dann widmete sich die Diskussion den anderen Herausforderungen, die für solche Missionen bewältigt werden müssen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/diskussion_marsflug_im_esoc.jpg" data-rel="lightbox-image-2" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/diskussion_marsflug_im_esoc_klein.jpg" alt=""/></a><figcaption>Pawel Winogradow, Michail Tjurin und Bob Chesson bei der Diskussion über zukünftige Missionen.<br>(Bild: Herbert Steinrück/Raumfahrer.net)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Die NASA will mit dem Constellation-Programm wieder zum Mond zurückkehren und anschließend auch Flüge zu unserem Nachbarplaneten Mars durchführen. Als Zeitpunkt für die Mondlandung wird derzeit 2018 angegeben. Auch Russland strebt bemannte Missionen zum Mond und möglicherweise zum Mars an. Flüge zum Mond und eine bemannte Mondstation sind nicht nur für die Erforschung des Erdtrabanten wichtig, gleichzeitig bieten sie eine gute Möglichkeit, Techniken für Marsmissionen zu testen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie sieht überhaupt das Missionsprofil für eine Marsmission aus? Die Dauer so einer Mission wird auf zwei Jahre geschätzt. Man benötigt jeweils ungefähr ein halbes Jahr, um den Planeten zu erreichen oder vom Mars zur Erde zurückzukehren. Auf dem Planeten selbst sollen die Raumfahrer ebenfalls einige Monate bleiben- für einen kurzen Aufenthalt auf der Oberfläche wie es bei den Apollomissionen am Mond üblich war, zahlt es sich ja nicht aus, den weiten Weg auf sich zu nehmen. Somit gibt es enorme technische und logistische Herausforderungen. Das Raumschiff muss Nahrungsmittel, Treibstoff etc. für zwei Jahre an Bord mitnehmen- schließlich können keine Versorgungsschiffe wie zur ISS hinfliegen. Sollte es Probleme mit dem Raumschiff geben, kann die Crew auch nicht innerhalb von wenigen Stunden zur Erde zurückkehren.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/diskussion_marsflug_im_esoc2.jpg" data-rel="lightbox-image-3" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/diskussion_marsflug_im_esoc2_klein.jpg" alt=""/></a><figcaption>Astronauten Michael Lopez-Alegria und Jeffrey Williams und Kosmonaut Pawel Winogradow<br>(Bild: Herbert Steinrück/Raumfahrer.net)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht zu unterschätzen sind auch die psychischen Herausforderungen an die Crew. Immerhin wären die Raumfahrer für zwei Jahre von ihren Familien und Freunden getrennt. Sie könnten sich nicht einmal normal mit den Leuten im Missionskontrollzentrum unterhalten: Das Licht und somit auch die Funkübertragungen benötigen 20 Minuten bis sie vom Mars die Erde oder von der Erde den Mars erreichen. Daher müsste man 40 Minuten auf eine Antwort warten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch ist Thomas Reiter davon überzeugt, dass es möglich ist, diese Probleme zu bewältigen. Er meinte, es gäbe auch auf der Erde Menschen, die mit diesen Problemen zu kämpfen haben, wie Forscher auf Polarexpeditionen oder Soldaten, die in abgelegenen Gebieten stationiert sind. Außerdem glaubt er, dass sich die Kommunikationsmöglichkeiten für die Raumfahrer weiterhin verbessern werden, wie es bisher der Fall war: Im Vergleich zu seinem Aufenthalt auf der Mir im Jahr 1995 konnte er auf der ISS viel besser mit seiner Familie in Kontakt bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere psychische Belastung ist das Bewusstsein, dass man weit von der Erde entfernt ist und im Notfall nicht zurückkehren kann. Außerdem müsste man einen guten Zeitplan aufstellen, sodass die Crew immer eine Aufgabe hat. Doch auch das dürfte gut möglich sein. Zumindest auf der ISS war keinem der Raumfahrer langweilig.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/raumfahrer_im_maincontrolroom.jpg" data-rel="lightbox-image-4" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/raumfahrer_im_maincontrolroom_klein.jpg" alt=""/></a><figcaption>Die Raumfahrer im Hauptkontrolraum: Pawel Winogradow, Thomas Reiter, Michail Tjurin, Jeffrey Williams, Michael Lopez-Alegria<br>(Bild: Herbert Steinrück/Raumfahrer.net)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das Publikum, das zu einem großen Teil aus Mitarbeitern des Kontrollzentrums bestand, durfte Fragen stellen. Eine davon war, ob es nicht sinnvoller wäre, mehr unbemannte Raumsonden, die viele wissenschaftliche Daten sammeln könnten, statt einem bemannten Raumschiff zum Mars zu schicken. Darauf hatten die Raumfahrer sofort eine Antwort parat: Ein Roboter kann zwar Daten sammeln oder Fotos machen, dennoch kann er nicht von seinem Erlebnis erzählen. Man kann ihn nicht fragen, wie es sich anfühlt, auf dem Mars zu laufen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large"><a href="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/michael_lopez-alegria_im_esoc.jpg" data-rel="lightbox-image-5" data-magnific_type="image" data-rl_title="" data-rl_caption="" title="" data-wpel-link="internal"><img decoding="async" src="https://www.raumfahrer.net/wp-content/uploads/2021/01/michael_lopez-alegria_im_esoc_klein.jpg" alt=""/></a><figcaption>Michael Lopez-Alegria mit Raumfahrer-net-Redakteurin Maria Steinrück<br>(Bild: Herbert Steinrück/Raumfahrer.net)</figcaption></figure></div>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende der Veranstaltung wurde den Raumfahrern der Hauptkontrollraum gezeigt. Von dort werden die kritischen Missionsphasen der Raumsonden, wie Starts, Vorbeiflüge oder auch Landungen gesteuert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach gab es für Journalisten die Gelegenheit, mit den Raumfahrern zu sprechen. Raumfahrer.net-Redakteurin Maria Steinrück konnte sich kurz mit Michael Lopez-Alegria unterhalten und fragte ihn, welches der Experimente, die er auf der ISS durchführen musste, er am interessantesten gefunden hatte. Aus seiner Sicht war es ein Versuch, bei dem die Raumfahrer mit einigen Mini-Satelliten in der Größe eines Volleyballs an Bord der Raumstation einige Manöver durchführen mussten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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